Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl: SPD-Mann Müller bleibt im Amt

Michael Müller lässt sich von SPD-Fraktionschef Rainer Schiffmann (rechts) gratulieren. Britta Müller freut sich ebenfalls über
Michael Müller lässt sich von SPD-Fraktionschef Rainer Schiffmann (rechts) gratulieren. Britta Müller freut sich ebenfalls über den Wahlsieg ihres Ehemanns.

Michael Müller geht in die zweite Amtszeit als hauptamtlicher Bürgermeister von Bobenheim-Roxheim. Der Sozialdemokrat hat die Stichwahl am Sonntag mit einem Wählerstimmenanteil von 56,8 Prozent klar gewonnen.

Die knapp 1300 Stimmen, die am Sonntag in den acht Wahllokalen abgegeben wurden, waren in weniger als einer halben Stunde gezählt, doch dann spannten die Helfer in den beiden Briefwahlbezirken Rathaus und Feuerwehrhaus die Internetnutzer noch etwa eine Dreiviertelstunde lang auf die Folter. Der Grund: Mehr als doppelt so viele Bobenheim-Roxheimer hatten ihre Stimme in den zurückliegenden Tagen per Brief abgegeben, deswegen dauerte das Auszählen länger. Dann stand fest: Der Wahlsieger heißt Michael Müller. Mit einem Vorsprung von 13,6 Prozentpunkten hat er den mit Christian Reber (CDU) ausgetragenen Kampf um den Chefsessel im Rathaus gewonnen.

„Ich bin dankbar und glücklich, dass ich diese Arbeit weitermachen kann, und danke allen, die mich gewählt haben“, sagte der erleichterte Gewinner bei seiner kleinen Wahlparty im Naturfreundehaus. Im ersten Wahlgang hatte er bei einem Stimmenanteil von 49,8 Prozent sein Ziel knapp verpasst. Reber kam vor zwei Wochen auf 35,1 Prozent vor Nicole Born (15,1 Prozent), die für die Grünen angetreten war.

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Im Grunde keine Überraschung

Müller: Das war ein fairer Wahlkampf

Müller zollt seinem Mitbewerber Reber Respekt für dessen Stichwahlergebnis von 43,2 Prozent. „Es war ein superfairer Wahlkampf, da ging nichts unter die Gürtellinie.“ Über die Allianz von CDU und Grünen im Gemeinderat dagegen möchte Müller am Wahlabend ein paar kritische Worte verlieren: „Diese Koalition bestand jetzt zweieinhalb Jahre lang hauptsächlich mit dem Ziel, mich abzuwählen.“ Das habe so weit geführt, dass zuletzt in jedem Sitzungsprotokoll nach Fehlern gesucht worden sei. „Ich hoffe, dass das Niveau jetzt wieder steigt und mehr an der Sache gearbeitet wird“, so Müller.

CDU-Mann Reber, der den Wahlabend im Heim des Sportclubs verbrachte, zeigte sich enttäuscht über das Stichwahlergebnis. Er hatte vor allem wegen seiner örtlichen Bekanntheit gehofft, zum neuen Bürgermeister bestimmt zu werden. Auch die niedrigere Wahlbeteiligung – sie lag bei 54,9 Prozent gegenüber 74 Prozent vor zwei Wochen – würde ihm nützen, hatte er gedacht. Gemeinsam mit seinen Parteifreunden will er nach den Herbstferien eine Wahlkampfbilanz ziehen und die kommunalpolitische Arbeit überdenken. Sein fester Vorsatz: „Was ich in Bürgergesprächen mit auf den Weg bekommen habe, werde ich nicht einfach vergessen.“

Zwilling: Bin stolz auf unseren Kandidaten

Rebers Mitstreiter Georg Zwilling, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands, findet das Ergebnis „nicht perfekt, aber für den Herausforderer eines Bürgermeisters aller Ehren wert“. Reber habe sehr viele Menschen erreicht, und vielleicht störten sich doch mehr Menschen an Müllers Führungsstil als gedacht. „Insgesamt bin ich sehr stolz auf unseren Kandidaten und danke ihm herzlich für sein Engagement“, so Zwilling.

SPD-Chef Jens Becker hebt hervor, wie geschlossen und engagiert der Ortsverein hinter Müller gestanden habe. „Das haben wir gemeinsam gut hinbekommen, ich bin sehr zufrieden“, so Becker. Auf die Frage, ob er eine Veränderung der Ratsarbeit erwarte, sagte er: „Für uns Sozialdemokraten ändert sich nichts. Wir bleiben im Rat in der Minderheit und behalten unseren Bürgermeister.“

Christian Reber ist enttäuscht, dass er nicht genug Wähler von sich überzeugen konnte.
Christian Reber ist enttäuscht, dass er nicht genug Wähler von sich überzeugen konnte.
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