Meinung
Im Grunde keine Überraschung
Michael Müller ist wiedergewählt und bleibt Bürgermeister von Bobenheim-Roxheim. Das Ergebnis der Stichwahl zwischen dem SPD-Mann und Christian Reber von der CDU ist eindeutig. Keine Überraschung, könnte man meinen. Denn so leicht verliert ein führungsstarker Amtsinhaber nicht gegen einen Herausforderer, der ungern das große Wort führt und dessen Parteifreunde im Wahlkampf seltsam lustlos wirken. Und doch erlebt so mancher Verwaltungschef plötzlich sein blaues Wunder und wird trotz großer Amtserfahrung abgewählt. Zum Beispiel 2018 der langjährige Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD).
Dass dies auch dem Bobenheim-Roxheimer Dorfoberhaupt Müller passieren würde, und zwar schon im ersten Wahlgang, davon waren gar nicht so wenige überzeugt. Besonders in den Reihen der Grünen hielt man es für möglich, wenn nicht gar wahrscheinlich, dass ihre spät auf der Bildfläche erschienene Kandidatin Nicole Born – getragen vom Protest gegen ein etwaiges Neubaugebiet – gemeinsam mit dem sanftmütigen CDU-Kandidaten in der Stichwahl sein und ins Rathaus einziehen würde. Am Ende aber entschieden sich die meisten Wähler für Müller, auch wenn er nicht immer geschmeidig rüberkommt. Wieso sollte man auch jemanden, der seinen Verwaltungsjob zum Wohl der Gemeinde bislang gut gemacht hat, einfach so aus dem Amt jagen? Und die wichtigen Entscheidungen trifft ohnehin der Gemeinderat und nicht der Bürgermeister.
