Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Ausblick 2021: Schwerpunkte Verkehr und Kinderbetreuung

Pfarrheim-Gelände: Ob hier eine neue Kita entsteht, ist noch offen.
Pfarrheim-Gelände: Ob hier eine neue Kita entsteht, ist noch offen.

Was passiert mit dem Pfarrheim? Wird die unübersichtliche Verkehrssituation im Ortszentrum entschärft? Und wie stehen die Chancen für einen baldigen Bau einer Südtangente? Diese und andere Fragen werden die Dudenhofener 2021 beschäftigen. Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) hält sich bei vielen davon bedeckt.

Im Mai 2019 gewählt, ließ sich Jürgen Hook von seinem damaligen Arbeitgeber freistellen und wollte sich zur Einarbeitung in das Amt des Ortsbürgermeisters „mindestens ein Jahr Zeit nehmen“. Nach 18 Monaten konstatiert er: „Dudenhofen, eine Gemeinde mit 6100 Einwohnern zu verwalten und weiterzuentwickeln ist ein Vollzeitjob. Das ist heute nicht mehr nebenbei, als Ehrenamt zu machen.“ Unterschiedlichste Aufgaben, den über 70 kommunalen Beschäftigten gerecht zu werden, ständiger Ansprechpartner der Bürger sowie kompetenter Entscheider zu sein, erfordere nicht in Stunden zu bemessende Zeit.

Doch Jürgen Hook beklagt sich nicht über die Umstände: „Ich bin nicht Bürgermeister geworden, um ab 16 Uhr Feierabend zu haben“, sagt er. Was er im Corona-Jahr vermisste, waren Gespräche und die Nähe zum Bürger – eines seiner Versprechen vor der Wahl. Dass wegen der Pandemie Traditionsveranstaltungen wie die Spargelspitze, Seniorennachmittag- und -ausflug, Kerwe oder Weihnachtswaldbasar abgesagt werden mussten und das gesellschaftliche Leben im Dorf stillstand, bleibe ihm in negativer Erinnerung. Auch der eingeschränkte Austausch mit den Gewerbetreibenden sei belastend. Positiv erlebt habe er die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung, im Bürgermeisterkollegium, im Gemeinderat und in den Ausschüssen: „Wir haben versucht, die Herausforderungen der Pandemie bestmöglich zu bewältigen“, sagt Hook.

Südtangente auf dem Weg

Auf den Weg brachten Bürgermeister und Gemeinderat die seit mehr als 20 Jahren angedachte Südtangente in der Harthäuser Straße. Hook über den Stand der Dinge: „Die Trägerbeteiligung und Offenlage zum Bebauungsplanverfahren erfolgten von Juni bis August.“ Eine Abwägung der zahlreich eingegangenen Stellungnahmen habe es noch nicht gegeben. Eine Information und Anfrage im Rat, dass die Südtangente zur Kreisstraße herabgestuft werden soll, wollte er nicht kommentieren. Zurückhaltend äußerte sich Hook im RHEINPFALZ-Gespräch auch zu der Frage nach weiteren Verkehrsvorhaben, zum Beispiel einem Kreisverkehr in der Neustadter, Speyerer Straße. Erkenntnisse aus einer Verkehrsschau möchte er im Rahmen der nächsten Ratssitzung erörtern.

Fast täglich beschwerten sich Bürger bei ihm über die Verkehrssituation im Ort, vornehmlich das zu schnelle Fahren und rücksichtslose Parken, berichtet Hook. Auch vor der Schule und den Kindertagesstätten lasse das Verhalten mancher Verkehrsteilnehmer zu wünschen übrig. Appelle an die Vernunft hätten in der Vergangenheit wenig genutzt. Deshalb werde das Ordnungsamt verstärkt kontrollieren, gegebenenfalls Bußgeldbescheide verschicken oder Anzeige erstatten. Konkret stünden 2021 zunächst die Diskussion alternierendes Parken in der Goethestraße, die Erweiterung des Radwegs Speyerer Straße und der Kauf einer zusätzlichen Geschwindigkeitsmesstafel zur Entscheidung an.

Kurz vor der Kommunalwahl kaufte der Rat mit Mehrheitsbeschluss für 750.000 Euro das von der Kirche angebotene Pfarrheim-Gelände in der Johann-Walter-Straße. Die noch bestimmende CDU wollte es als neue Kindertagesstätte nutzen. Für den Fall, dass sich die jetzige Ratsmehrheit von SPD, Grüne und FDP nach Ausschluss von zwei Alternativen für den Standort entscheidet, hält Hook einen Abriss des Pfarrheims für unumgänglich: „Eine Folgenutzung ist ausgeschlossen“, sagt er. Das inzwischen von der Gemeinde in Auftrag gegebene Bodengutachten werde ebenfalls Thema der kommenden Ratssitzung sein. Erst danach, sagt Hook, seien konkrete Planungen und Beschlüsse möglich. Auch die genauen Abrisskosten – in einem ersten Angebot waren sie mit 120.000 bis 150.000 Euro kalkuliert – könnten dann ermittelt werden.

Für den Fortgang des geplanten Baus einer betreuenden Grundschule, von Horträumen und einer größeren Mensa an der Iggelheimer Straße war 2020 ein verlorenes Jahr. Den schwarzen Peter für den anhaltenden Stillstand sieht der Bürgermeister bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier: „Laut ADD reichten die Zahlen des aktuellen Schulentwicklungsplans für eine Erweiterung der Grundschule nicht aus.“ Für Hook eine Situation, die ihn „höchst unzufrieden“ macht. Auf eine Lösung hofft er in weiteren Gesprächen mit den Verantwortlichen der ADD.

Verständnis für Unmut

Von ihm eingeleitete personelle Umstrukturierungen im Bauhof, beim Friedwald und bezüglich der Festhalle hätten gegriffen, ist er überzeugt. Die Rückmeldungen bestätigten das. Vorerst festhalten wolle er an seiner Idee, unter dem Dach des Ortskartells eine hauptamtliche Stelle zur Entwicklung und Koordination des Vereinslebens zu installieren: „Es ist notwendig, jungen und engagierten Menschen in den Vereinen mehr Verantwortung zu übertragen“, findet er. Die Sanierung der Ganerbhalle habe der Kreis auf Mitte 2021 verschoben.

Verstehen kann Hook den Unmut von Bürgern, wenn einiges, besonders bei der Bearbeitung ihrer persönlichen Anliegen durch die Verwaltung, nicht immer schnell und reibungslos vonstatten gehe. Er werde Beschwerden ernst nehmen und daraus Schlüsse ziehen, warb er andererseits um Verständnis: „Wenn uns die Pandemie eines gelehrt hat, dann ist es, Geduld zu haben. Alles andere wird sich regeln und einstellen“, ist er überzeugt.

Die Serie: Ausblick 2021

Neujahrsempfänge der Ortsgemeinden im Speyerer Umland müssen in diesem Jahr Corona-bedingt ausfallen. Was in den Dörfern 2021 voraussichtlich Wichtiges passieren wird, haben die Bürgermeister der RHEINPFALZ dafür im persönlichen Gespräch erzählt.
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