Pirmasens
Verbrecher sperren Polizisten ein
Derzeit sorgen Verbrecher für Schlagzeilen, die Geldautomaten in der Region sprengen. Unlängst haben sie in Hornbach und in Zweibrücken Bubenhausen zugeschlagen. Dabei ereignete sich ein unschöner Vorfall für die Polizei, der sich so ähnlich auch schon in Pirmasens abgespielt hat.
Wie die RHEINPFALZ am Montag im überregionalen Teil berichtete, hatten Unbekannte am 24. Mai das Tor zum Hof der Polizeiinspektion Zweibrücken verschlossen. Auf Anfrage der RHEINPFALZ hat das Polizeipräsidium Westpfalz nun einen vergleichbaren Vorfall in Pirmasens bestätigt.
Es knallt gewaltig
Am 11. Juli 2020 knallt es in der Zweibrücker Straße. Und zwar gewaltig. Unbekannte rammen in dieser Nacht mit ihrem Fahrzeug die Zugangstür zum Kaufland. Die Verbrecher wollen aber nicht einkaufen, sondern den damals noch dort platzierten Geldautomaten knacken. Trotz brachialer Gewalt scheitert der Versuch. Es bleibt bei hohem Sachschaden.
Anschließend fliehen die Unbekannten. Das Fluchtfahrzeug wird später in Frankreich gefunden. Von den Verbrechern fehlt bis heute jede Spur, obwohl die Polizei damals sogar einen Hubschrauber für die Fahndung eingesetzt.
Im Nachhinein lässt sich die Nacht nicht mehr komplett rekonstruieren. Allerdings bestätigt die Polizei, dass Unbekannte just in dieser Nacht das Haupttor der Polizeiinspektion Pirmasens mit einer massiven Stahlkette blockiert haben.
Das habe jedoch zu keiner Beeinträchtigung der polizeilichen Einsatzmaßnahmen geführt, heißt es nun im Nachgang aus dem Polizeipräsidium in Kaiserslautern. Die Pirmasenser Polizei sei in der besagten Nacht mit mehreren Streifenwagen im Einsatz gewesen. Bei der Fahndung hätten benachbarte Dienststellen die Beamten unterstützt.
Wie die Polizei künftig solche Vorfälle vermeiden will, sagt sie nicht – aus „einsatztaktischen Gründen“. Aber es seien Maßnahmen vorbereitet, die die Handlungsfähigkeit der Polizei gewährleisten, sollte es erneut zu einer Verkettung des Tores kommen. Zudem gebe es Vorkehrungen, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.
Nur zwei Einzelfälle?
Neben dem verschlossenen Polizeitor in Zweibrücken und dem in Pirmasens sind dem Polizeipräsidium in der Westpfalz nach eigenen Angaben keine weiteren Fälle dieser Art in den vergangenen fünf Jahren bekannt.
Im Juni 2021 kracht es erneut im Kaufland an der Zweibrücker Straße. Die Täter sprengen diesmal den Geldautomaten im Eingangsbereich des Kaufland-Marktes. Danach fliehen sie. Wieder setzt die Polizei einen Hubschrauber ein. Wieder bleibt die Fahndung erfolglos.
65 Automaten gesprengt
Im vergangenen Jahr wurden in Rheinland-Pfalz 56 Geldautomaten gesprengt. Auch in diesem Jahr schlugen die Banden wiederholt zu. Innenminister Michael Ebling (SPD) holte Anfang des Jahres die Banken des Landes an einen Tisch. Man war sich einig, dass es so nicht weitergehen kann. Die Banken reagieren auf die Überfälle, indem sie Geldautomaten nachts nicht mehr zugänglich machen oder ganz abbauen.

