Kommentar Eingesperrte Polizisten: Das ist peinlich und gefährlich

Andreas Ganter
Andreas Ganter

Die Polizei soll Verbrecher einsperren und nicht umgekehrt. Die Vorfälle müssen dringend aufgearbeitet werden.

Wer sich mit Polizisten unterhält, merkt schnell, dass ihnen unangenehm ist, dass die RHEINPFALZ darüber berichtet, dass Unbekannte ihre Haupteinfahrten mit Ketten verrammelt haben.

Vor dem Hintergrund möglicher Nachahmer ist das verständlich. Allerdings greift diese Argumentation zu kurz. Je mehr dieser Fälle ans Tageslicht kommen, desto mehr Fragen stellen sich: Wieso konnte es kürzlich in Zweibrücken zu dem Vorfall kommen, obwohl es bereits 2020 im wenige Kilometer entfernten Pirmasens passierte? Wie viele vergleichbarer Fälle gibt es noch in Rheinland-Pfalz? Welche Schlüsse hat das Innenministerium daraus gezogen?

Diese und andere Fragen müssen beantwortet werden. Der richtige Ort dafür ist der rheinland-pfälzische Landtag. Das Innenministerium ist für die Polizei zuständig. Die Behörde muss die Abgeordneten informieren, wie sie vermeiden will, dass Beamte künftig nicht ausrücken können, weil ihre Ausfahrten mit Ketten versperrt werden.

Vorfälle wie die in Pirmasens und Zweibrücken sind nicht nur hochpeinlich für die Polizei, sondern im Ernstfall hochgefährlich. Genau deshalb müssen sie öffentlich gemacht und politisch aufgearbeitet werden.

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