Neustadt Wie Senioren von KI profitieren: „Man muss keine Angst davor haben“
Frau Kern, die Künstliche Intelligenz (KI) ist heutzutage in aller Munde, selbst Papst Leo XIV. widmete dem Thema seine erste Enzyklika. Wie erklären Sie als Digitalbotschafterin, was KI eigentlich ist?
KI ist vereinfacht gesagt ein Computerprogramm, das aus sehr vielen Informationen Muster erkennt und dank spezieller Algorithmen Aufgaben übernehmen kann, für die früher menschliches Denken nötig war. Man kann sich das wie einen sehr schnellen digitalen Assistenten vorstellen: Er beantwortet Fragen, erkennt Sprache oder hilft beim Schreiben. Viele nutzen KI bereits täglich, zum Beispiel bei Film- und Musikempfehlungen auf Streaming-Plattformen, bei personalisierter Werbung im Internet oder bei der Gesichtserkennung wie auch der Navigation mit dem Smartphone. Auch Sprachassistenten wie Siri oder Alexa, automatische Übersetzungen und die Spracherkennung beim Diktieren von Nachrichten arbeiten mit KI.
Was unterscheidet eine Anfrage an die KI von einer Internetsuche mit Suchmaschinen wie Google?
Bei einer Suchmaschine bekommt man meist eine Liste mit Internetseiten angezeigt und muss selbst nach den passenden Informationen suchen. Eine KI dagegen formuliert direkt eine Antwort in natürlicher Sprache. Das wirkt oft wie ein Gespräch. Allerdings sollte man wissen: KI kann auch Fehler machen oder Informationen überzeugend darstellen, obwohl sie nicht stimmen. Deshalb ist kritisches Prüfen weiterhin wichtig.
Welche Vorteile kann KI speziell älteren Menschen bringen?
KI kann Senioren den Alltag an vielen Stellen erleichtern. Sprachassistenten helfen beim Bedienen von technischen Geräten, beim Verstehen von zum Beispiel ärztlichen Diagnosen und auch beim Schreiben von Dingen wie einer netten Geburtstagskarte kann KI mit Vorschlägen unterstützen. Je genauer ich einen sogenannten Prompt, einen Befehl, an die KI formuliere, desto besser wird das ausgeworfene Ergebnis.
Welche Vorbehalte äußern Senioren zum Thema KI? Sind diese Ängste berechtigt?
Viele Senioren haben Sorge, mit der schnellen Entwicklung nicht mehr mitzukommen. Manche fürchten auch Betrug, falsche Informationen oder den Verlust persönlicher Kontakte. Diese Sorgen sollte man ernst nehmen, denn es gibt tatsächlich Risiken – etwa beim Datenschutz, bei manipulierten Inhalten oder in Sachen Ressourcenverbrauch, der durch KI rasant ansteigt. Gleichzeitig muss man keine Angst vor der Technik selbst haben. Wichtig ist, informiert zu bleiben und KI bewusst zu nutzen – wie genau, erkläre ich in meinem Kurs am Freitag, 29. Mai, ab 15 Uhr im Bürgersaal Hambach.
Welche Fehler machen Einsteiger am häufigsten?
Viele vertrauen den Antworten der KI zu schnell und prüfen Informationen nicht noch einmal. Andere geben persönliche Daten preis, ohne zu wissen, wie diese verarbeitet werden. Häufig erwarten Menschen auch, dass KI immer alles richtig macht. Deshalb ist es wichtig zu verstehen: KI ist ein hilfreiches technisches Werkzeug, aber kein Ersatz für den gesunden Menschenverstand.
Was denken Sie, welche Bedeutung KI in zehn Jahren haben wird?
Ich glaube, dass KI künftig noch stärker im Alltag unterstützen wird, gerade weil immer mehr per Sprache gesteuert werden kann. Es ist wichtig, dass ältere Menschen den Umgang mit diesen Technologien begleitet kennenlernen – und gleichzeitig analoge Wege erhalten bleiben, um niemanden gesellschaftlich auszugrenzen.
Info
Die Digitalbotschafter in Neustadt helfen kostenlos im Umgang mit digitalen Geräten: Jeden ersten Dienstag des Monats, 14 bis 16 Uhr, in der Stadtbücherei; jeden ersten Freitag ab 15 Uhr beim Apple-Kurs im GDA Wohnstift; jeden zweiten Montag, 14 bis 16 Uhr, in der „Alten Eisdiele“ (Heinrichstraße 44) in Lachen-Speyerdorf; jeden dritten Donnerstag, 15 bis 17 Uhr, im MGH; jeden dritten Freitag ab 15 Uhr im GDA Wohnstift beim Digitalkurs; jeden letzten Freitag ab 15 Uhr im GDA im Iphone-Anfängerkurs sowie im Bürgersaal Hambach bei „Digital.Senioren.Hambach“ mit Schwerpunkten. Kontakt zu Brigitte Kern unter Telefon 0176 84728342 oder per E-Mail an Di-Bo.Kern.Neustadt@posteo.de bereit.


