Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Franz kommt: KI-Helfer zieht ins Landauer Rathaus ein

Franz ist ganz KI – und soll den Landauern im Rathaus helfen.
Franz ist ganz KI – und soll den Landauern im Rathaus helfen.

Der Security-Dienst soll weiter im Rathaus eingesetzt werden. Aber nicht nur der: Bald soll ein digitaler Assistent den Bürgern helfen. Sein Name spielt auf eine Kaiserin an.

Und es gibt weiterhin Security-Männer im Landauer Rathaus. Die hätten wegen eines Vorkommnisses vor bald zwei Jahren eigentlich nur kurzfristig eingesetzt werden sollen – nun wird der Einsatz zum wiederholten Mal verlängert. Die Erfahrungen seien gut, betont die Verwaltung – und dies werde auch von Bürgern so widergespiegelt.

Die Stadtverwaltung hatte im August 2024 ihre Räume wegen einer „akuten Gefährdung“ geschlossen, hieß es damals. An diesem Tag vor bald zwei Jahren waren mehrere Mitarbeitende von einem jungen Mann bedroht worden, der dann von der Polizei kurzzeitig in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden war. Seitdem werden Sicherheitsleute am Rathaus eingesetzt. Deren Einsatz wird immer wieder verlängert, auch wenn es bereits mehrfach hieß, es sei das letzte Mal, weil eine „bauliche Lösung“ gesucht werde. Nun hört man aus dem Rathaus, dass es wohl bis Mitte 2026 so weit sei und dafür eine Pförtnerloge eingerichtet werde. Der Sicherheitsmann soll also durch einen Pförtner ersetzt werden. Aber nicht nur dieser soll kommen.

Franz wird gerade trainiert

Denn: Die Verwaltung plant auch die Installation eines virtuellen KI-Assistenten im Eingangsbereich des Rathauses. Sein Name: Franz. Die Namensgebung sei leicht zu erklären, sagte Hauptamtsleiter Michael Götz. Er basiere auf dem Assistenzsystem Sisy der VR-Bank, und zu Sisy gehöre nunmal wer? Richtig, Franz. Dessen künstliche Intelligenz werde derzeit trainiert, damit sie Fragen der Bürger beantworten kann. Zunächst werde Franz wohl nur dabei helfen können, wo welche Leistungen erbracht werden. Das Beispiel von Götz: „Ich brauche eine Geburtsurkunde. Wo muss ich hin?“ Dann würde Franz eine Wegbeschreibung zum Büro ausspucken. Später soll er auch beim Ausfüllen von Formularen assistieren.

Sozialamt und Ausländerbehörde auch mit Securitys

Nicht nur verlängert, sondern gar verstetigt wird der Einsatz eines Sicherheitsmannes in der Klaus-von-Klitzing-Straße. Dort sitzt die Ausländerbehörde, und es gebe eine Notlage, wie Bürgermeister Lukas Hartmann (Grüne) berichtete. Dort seien derzeit nicht nur die Stelle des Abteilungsleiters, sondern auch Sachbearbeiterstellen unbesetzt. Deshalb müssten die Öffnungszeiten und die Telefonzeiten reduziert werden. Das Sicherheitspersonal werde seit Februar wieder eingesetzt und solle vor allem verhindern, dass Menschen auf den Fluren umhergehen und die Sachbearbeiter mit Fragen oder Anliegen von der Arbeit abhalten, so Hartmann. Der Security-Dienst soll bis zum anvisierten Umzug der Behörde – wohl in die derzeitige Sparkassen-Niederlassung in der Ostbahnstraße – zeitweise vor Ort bleiben.

Dasselbe soll auch im Sozialamt geschehen. Hier soll der Sicherheitsdienst vier Stunden lang an Donnerstagnachmittagen präsent sein. Das sei die günstigere Lösung im Vergleich zur Einrichtung einer Pförtnerstelle, die auch einen Umbau des Eingangsbereichs erfordern würde, berichtet die Stadtverwaltung in der Vorlage für die Räte. Denn das wäre, sofern es der Denkmalschutz überhaupt ermögliche, mit „unverhältnismäßig hohen Kosten“ verbunden.

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