Stiftungsgesetz Kohl-Witwe übt scharfe Kritik an der CDU

Maike Kohl-Richter ist die Alleinerbin des 2017 verstorbenen Bundeskanzlers.
Maike Kohl-Richter ist die Alleinerbin des 2017 verstorbenen Bundeskanzlers.

Im Streit um die geplante Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung hat die Witwe des Altbundeskanzlers am Mittwochmittag ihr jahrelanges Schweigen gebrochen: In einer elfseitigen Erklärung wirft Maike Kohl-Richter der Partei ihres Mannes vor, gegen dessen Willen zu verstoßen. Der 2017 verstorbene Altkanzler hätte unbedingt gewollt, dass die Stiftung in Ludwigshafen ihren Sitz hat.

Das Gesetz, das nach dem Willen der großen Koalition am Donnerstagabend in zweiter und dritter Lesung den Bundestag passieren soll, sieht Berlin als Sitz vor. Das Gesetz werde ohne Not im Hauruckverfahren „durchgeprügelt“, moniert Kohl-Richter in ihrer von ihrem Freiburger Anwalt verbreiteten Statement. Sie hätte sich eine breite und überparteiliche Gesetzesinitiative gewünscht, betont die Kohl-Witwe. Sie habe stets zu Gesprächen bereit gestanden.

Dass es nun dazu gekommen sei, dass ihre Sicht und damit die Helmut Kohls völlig unzureichend berücksichtigt würden, liege an der CDU. Diese habe es versäumt, dem von ihr erklärten Wunsch nach einer Aufarbeitung der Parteispendenaffäre angemessen zu entsprechen.

Die RHEINPFALZ hat Kohl-Richter im Laufe der vergangenen Jahre zu alle diesen Fragen wiederholt ein Interview angeboten. Darauf gab es bisher nie eine Antwort. Eine aktuelle Anfrage an Kohl-Richter wurde unmittelbar nach Eingang ihres Statements an ihren Anwalt geschickt.

Mehr zum Statement der Kohl-Witwe

Kommentar zum Thema vom 16. April 2021

Maike Kohl-Richter beim Begräbnis ihres Mannes im Juni 2017.
Stiftungsgesetz

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