Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Turbo für die Booster-Spritze

In Frankreich gelten über 65-Jährige, die keine Booster-Impfung haben, ab 15. Dezember als ungeimpft, wie Werner Schreiner im St
In Frankreich gelten über 65-Jährige, die keine Booster-Impfung haben, ab 15. Dezember als ungeimpft, wie Werner Schreiner im Stadtrat informierte.

Weil viele Menschen die Auffrischungsimpfung wollen, soll es mehr Angebote geben. Zumal die niedergelassenen Ärzten es offensichtlich nicht schaffen. Das Hetzelstift steigt jetzt ein. Ebenso die Stadt. Der Stadtrat macht Bund und Land Druck.

Das Neustadter Marienhaus Klinikum Hetzelstift gehört zu jenen Krankenhäusern, in denen baldmöglichst ohne großen Aufwand geimpft werden soll. Insgesamt haben sich nach Angaben des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums 18 Krankenhäuser landesweit dazu bereiterklärt. Solche „Impfzentren“ an Krankenhäusern anzubieten, gehört zu einem Fünf-Punkte-Plan, mit dem das Land vor allem anderen die Auffrischungsimpfung erleichtern will.

Von den 18 Krankenhäusern sind gleich neun in Trägerschaft der Marienhaus GmbH in Waldbreitbach. Das Ministerium hatte bei allen Kliniken die Bereitschaft dazu abgefragt. „Für uns ist es ein fast persönliches Anliegen dabei zu helfen, die Impfquote weiter zu erhöhen“, begründete Marienhaus-Sprecher Dietmar Bochert auf Anfrage das Engagement des kirchlichen Trägers.

„Haben Erfahrung“

Wann gestartet wird, ist noch offen. „Wir sind gerade dabei, das auszuarbeiten“, so Bochert. Klar sei, dass das Angebot niederschwellig sein soll, „also auch ohne Terminvorgabe“. Geimpft werde jeder, der dies wolle, von der Erstimpfung bis zur Auffrischungsspritze.

Das zusätzliche Risiko, sich das Virus über diese Aktion ins Haus zu holen, sieht die Marienhaus GmbH gelassen. „Wir haben jetzt anderthalb Jahre Erfahrung, wie man damit umgehen muss“, legt der Sprecher dar. Die Hygienestandards seien sehr hoch, und die Impfwilligen würden ja auch nicht „quer durchs Haus“ gehen. „Das sollte gut in den Griff zu bekommen sein.“

Allein für die Vorderpfalz

Dass die medizinische Leistung bezahlt wird, ist klar. Aber wie sieht es mit den Kosten aus, die auch im Hetzelstift zusätzlich entstehen könnten? Darüber sei noch nicht gesprochen worden, so Bochert. Sie zu übernehmen, wäre aber zu verkraften „im Hinblick auf den gesamtgesellschaftlichen Nutzen, wenn die Impfquote weiter steigt“.

Das Hetzelstift ist vorerst das einzige Krankenhaus, das als „Impfzentrum“ in Vorder- und Südpfalz zur Verfügung stehen wird. Dass es von Impfwilligen überrannt werden könnte, glaubt Bochert nicht. Denn zusätzlich gebe es ja noch andere Möglichkeiten, wie die niedergelassenen Ärzte oder die Impfbusse.

Im Telekom-Hochhaus?

Wie Oberbürgermeister Marc Weigel am Mittwochabend im Stadtrat informierte, wolle die Stadt das Krankenhaus bei der Aufgabe unterstützen. So habe er angeboten, dass die von der Stadt angemieteten Räume für das Landesimpfzentrum genutzt werden können. „Das Krankenhaus hat aber noch eine andere Idee“, entschieden sei noch nichts.

In die Puschen kommen

Einstimmig verabschiedete der Stadtrat auf CDU-Antrag eine Resolution, mit der Bund und Land aufgefordert werden, zusätzlich die Landesimpfzentren im Stand-by-Betrieb hochzufahren, zu denen auch das Neustadter gehört. Das sei eine weitere Unterstützung für das Hetzelstift und die niedergelassenen Ärzte. Dabei erwartet der Stadtrat zwar nicht unbedingt eine Reaktion. „Aber wir sollten deutlich signalisieren: Kommt in die Puschen“, wie es beispielsweise Christoph Bachtler (FWG) formulierte.

17 neue Fälle

17 neue Corona-Fälle hat das Gesundheitsamt seit Dienstag für Neustadt registriert. Im Kreis Bad Dürkheim waren es 46, darunter drei Schülerinnen/Schüler der Realschule plus in Haßloch. Im Kreis Südliche Weinstraße und in Landau sind seit Dienstag 79 Neuinfektionen gezählt worden. Außerdem gab es im Kreis zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Darüber hinaus plant die Stadt eine eigene Impfaktion. Und der Landesimpfbus kommt wieder.

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