Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Mini-Gartenschau auf Dr.-Welsch-Terrasse: Das sind die Sorgen der Haardter

Auf der Welsch-Terrasse wird fleißig gearbeitet. Bis Herbst soll die Sanierung fertig sein.
Auf der Welsch-Terrasse wird fleißig gearbeitet. Bis Herbst soll die Sanierung fertig sein.

Der Ortsbeirat Haardt hat einige Bedenken und jubelt nicht nur bei der Aussicht auf eine Mini-Gartenschau auf der Dr.-Welsch-Terrasse im Jahr 2027. Das sind die Knackpunkte.

Die Landesgartenschau (LGS) Neustadt wird wohl erst 2028 stattfinden. Der Stadtrat hat der Verschiebung um ein Jahr schon zugestimmt, nun warten alle noch auf (das erwartete) grüne Licht aus Mainz. Verzögerungen auf der Baustelle haben die Neuplanung nötig gemacht. Für das eigentliche Gartenschaugelände rund um den Deponieberg sind die Weichen politisch weitgehend gestellt. Bleibt noch die Dr.-Welsch-Terrasse am Rand von Haardt. Sie wird seit Sommer 2025 für über zwei Millionen Euro umfassend saniert und sollte ein zweiter Besuchermagnet im Veranstaltungsjahr sein. Auf der Welsch-Terrasse laufen die Arbeiten planmäßig, sie sollen im Herbst 2026 abgeschlossen sein. Daher ist zu klären: Was macht man mit der frisch sanierten Anlage, die doch ein so beliebtes Ausflugsziel vieler Haardter und Neustadter ist?

Da die Fördermittel auch an die Einbeziehung der Welsch-Terrasse ins LGS-Angebot samt Pflicht zu Eintrittsgeld gekoppelt sind, horchten viele positiv überrascht auf, als LGS-Geschäftsführerin Anne Pieper Anfang Februar im Stadtrat die Idee präsentierte, auf der frisch sanierten Anlage im Jahr 2027 eine Art Mini-Gartenschau stattfinden zu lassen. Inzwischen ist ein Monat vergangen, die Planung wurde vorangetrieben. Daher waren Pieper sowie die LGS-Mitarbeiter Rebecca Siemoneit-Barum und Frank Luschnat am Mittwochabend im Haardter Ortsbeirat. Die Welsch-Terrasse gehört zwar offiziell zur Kernstadt, grenzt aber direkt an Haardt und „wurde von uns adoptiert“, wie Ortsvorsteherin Silvia Kerbeck (CDU) augenzwinkernd meinte. Dem LGS-Team wiederum war wichtig, ein Stimmungsbild der Menschen vor Ort zu bekommen: Wie stehen sie zu den Überlegungen, welche Anregungen und Bedenken haben sie?

Regelmäßige Veranstaltungen

Anne Pieper erläuterte kurz die Überlegungen für ein „gärtnerisches Preevent“ auf der Welsch-Terrasse, um so in Neustadt zwei Jahre Gartenschau zu haben. „Das ist einmalig, das gab es bundesweit noch nie“, so Pieper. Geöffnet wäre die Welsch-Terrasse im kommenden Jahr von Mitte April bis Mitte Oktober. 2028 wäre die Welsch-Terrasse dann nicht mehr Teil des LGS-Programms. Man sehe mit dieser Lösung die Chance, „die Vorfreude hoch zu halten“. Außerdem „wollen wir die Terrasse nicht zwei Jahre geschlossen lassen“. Siemoneit-Barum erläuterte zum Veranstaltungskonzept, dass auf der Welsch-Terrasse verschiedene Angebote wie Themenwochen, regelmäßige After-work-Treffs, Sport- und Gesundheitskurse sowie kleinere Konzerte und Matineen geplant würden.

Zur Verkehrsplanung sagte Pieper, dass laut Palatinabus an den meisten Tagen die reguläre Buslinie 512 die für die Welsch-Terrasse erwarteten Besuchermengen auf die Haardt befördern könne. Für die Tage mit größeren Veranstaltungen sei vorgesehen, ab dem großen Veranstaltungsparkplatz an der Louis-Escande-/Speyerdorfer Straße einen Shuttle-Transfer einzurichten. Direkt an der Anlage am Kübelweg seien Behindertenparkplätze sowie ein Lagerbereich für die Gastronomie geplant. Außerdem soll es eine Fahrradabstellanlage geben. Insgesamt rechne man im Jahr 2027 mit knapp 63.000 Besuchern auf der Welsch-Terrasse. Eine Dauerkarte für die Welsch-Terrasse soll 50 Euro kosten.

„Enormer Parkdruck“

Ortsvorsteherin Kerbeck warnte davor, Radabstellplätze im Bereich des Haardter Winzers vorzusehen und dafür Parkplätze zu opfern. „Das wird einen Megastress geben“, so Kerbeck. Auch Marc-Finn Klein (SPD) sagte: „Wir haben dort schon einen enormen Parkdruck.“ Ähnlich argumentierte Jan Klohr (CDU): „Der Parkdruck ist so hoch, dass wir am Winzer noch nicht einmal Platz für zehn weitere Autos haben.“ Pieper versuchte, Druck rauszunehmen und betonte, dass die 1000 Gäste, die man an Spitzentage erwarte, „über den Tag verteilt kommen“. Doch das zündete ebenso wenig wie ihre Aussage, dass man 2027 auf der Welsch-Terrasse überwiegend Neustadter als Gäste erwarte, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Pieper sowie Frank Luschnat sicherten zudem zu, dass in der Werbung für die Veranstaltung auf der Welsch-Terrasse immer darauf hingewiesen werde, dass es auf der Haardt keine Parkplätze gebe. Man werde alles tun, damit es im Ort zu keiner zusätzlichen Belastung komme. Doch die Ortsbeiräte blieben skeptisch – insbesondere auch mit Blick auf das Bus- und Shuttle-Angebot. Frank Sobirey (FWG) merkte an, dass der Veranstaltungsparkplatz viel zu weit von der Welsch-Terrasse entfernt sei.

Eine „LGS 27/28“?

Was die Haardter ebenso umtrieb: Dass die Welsch-Terrasse nicht mehr offizieller Teil des Gartenschau-Veranstaltungsjahrs wäre. Den Vorschlag aus dem Ortsbeirat, die Anlage für ein Jahr einfach so ohne Programm zu öffnen und sie dann 2028 ins Gartenschauprogramm zu integrieren, um auch mehr auswärtige Besucher anzulocken, sei wegen des Pflegeaufwands zu teuer und im Ablauf zu aufwendig. Frank Sobirey fasste die Emotionalität der Haardter zusammen: Man sei froh, dass die Welsch-Terrasse „für viel Geld“ saniert werde. Wenn es seitens der LGS-Gesellschaft Gründe gebe, die Angebote zeitlich zu trennen, sei das zu akzeptieren. Für die Haardter sei daher der Titel des Angebots umso wichtiger. Sobirey schlug als Brücke „LGS 27/28“ vor: „27 dann wir, 28 alle anderen.“ Pieper sagte, dass Gespräche zum Namen noch liefen. Von Gartenschau dürfe man immer sprechen, aber der Titel Landesgartenschau sei geschützt. Daher muss das genau geklärt werden. „Wir hätten gerne zwei Jahre Landesgartenschau“, meinte Pieper. Klein ergänzte: „Es ist toll, dass dort was passiert. Aber beim Verkehrskonzept müssen wir aufpassen.“ Roger Klohr (CDU) forderte hingegen, vor allem die beschriebenen Chancen zu sehen: „Einfach machen.“

Dass eher kleine Veranstaltungen geplant sind, die maximal bis etwa 20 Uhr dauern, stieß auf Zustimmung. Lediglich Friderike Graebert (Grüne) merkte an, dass man damit junge Leute ausschließe. Siemoneit-Barum entgegnete: „Die müssen dann woanders hin und feiern, dafür ist das Gelände nicht ausgelegt.“ Zum Thema Catering auf der Welsch-Terrasse informierte sie, dass dieses bald ausgeschrieben werden soll. Auch Gastronomen von der Haardt und generell aus Neustadt könnten sich dafür bewerben.

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