Neustadt Keinen Wunschpartner nennen

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Überraschende Änderung: Wenn es nach dem Schulträgerausschuss geht, dann lässt die Stadt im Antrag für eine Integrierte Gesamtschule (IGS) offen, mit welchem Gymnasium die heutige Realschule plus in der Oberstufe kooperiert. Das „Leibniz“ soll zur Ganztagsschule in Angebotsform werden.

„Kooperierende Schule wird in erster Linie wohl das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium sein.“ So stand es in der Beratungsvorlage für die Schulträgerausschusssitzung am Mittwoch, und so stellte sich die Verwaltung bis Dienstag den Antrag für eine Umwandlung der Realschule plus in eine Integrierte Gesamtschule vor. Eine IGS bräuchte für eine Oberstufe möglicherweise einen Kooperationspartner. Schuldezernentin Waltraud Blarr (Grüne) erklärte den teilweise verdutzten Mitgliedern des Ausschusses aber, dass man nun die Formulierung vorschlage: „In Kooperation mit anderen weiterführenden Schulen.“ Auf Nachfrage erklärte Blarr, man wolle sich in den nun anstehenden Gesprächen mit dem Land einfach alle Optionen offen lassen. Sie könne sich zum Beispiel ein Oberstufen-Zentrum in Neustadt vorstellen, an dem Schüler mehrerer Gymnasien seltene Leistungsfächer besuchten wie zum Beispiel Musik und Darstellendes Spiel. Otto Fürst, Vertreter der CDU im Schulträgerausschuss, unterstützte die Änderung, „weil sie uns nach wie vor auch die Möglichkeit lässt, dass eine IGS mit der benachbarten Berufsbildenden Schule (BBS) kooperiert“. Fürst, ein ehemaliger Lehrer der BBS, ist bekanntlich ein Verfechter dieses Modells. Wie es zu der Änderung kam, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Clemens Stahler. Die FDP habe bei einer Sitzung des Koalitionsausschusses am Dienstagabend den Wunsch vorgebracht. Nach kurzer Diskussionen habe man sich dem einstimmig angeschlossen. Das bestätigt Markus Penn, der Vertreter der FDP im Schulträgerausschuss: „Die Nennung eines Kooperationspartners in dem Antrag beim Land wäre eine Wertung gewesen. Uns liegt daran, dass alle Optionen ergebnisoffen geprüft werden.“ Auch die Kooperation mit der BBS dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Ohne Festlegung habe der Antrag eine größere Chance auf Umsetzung. Auch die Oppositionsfraktionen SPD und FWG stimmten im Schulträgerausschuss zu. Kritik kommt aber vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Pascal Bender: „Unsere Leute waren sehr überrascht und haben nur zugestimmt, weil sie grundsätzlich für die IGS sind. Es kann doch nicht sein, dass bei einem solch wichtigen Thema eine Vorlage unmittelbar vor der Sitzung noch verändert wird. Da hat man doch gar keine Chance, das mit seiner Fraktion nochmals zu besprechen.“ Der FWG-Fraktionsvorsitzende Marc Weigel ist gelassen: „Wichtig ist der Antrag, der endlich gestellt wird. Wir sollten danach den Ehrgeiz haben, dass die IGS auch ohne Partner eine Oberstufe hinbekommt.“ Überrascht waren auch die Betroffenen. Eva Hammann, Schulleiterin der Realschule plus, sagt: „Ich wundere mich und hoffe, dass das die Chancen auf einen positiven Bescheid durch das Land wirklich erhöht.“ Sie können sich auch vorstellen, dass eine IGS so stark werde, dass sie für die Oberstufe überhaupt keinen Kooperationspartner brauche. Lenelotte Möller, Leiterin des KRG, erklärt: „Als Gast der Sitzung will ich mir kein Urteil darüber erlauben , ob das jetzt die Chancen auf eine IGS erhöht. Ich weiß nur, dass jede Kooperation mit Inhalten gefüllt werden muss. Unsere Schule ist dazu bereit. Je mehr Partner, desto mehr Vielfalt.“ Das sieht auch Mervyn Whittaker, der Direktor des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, so: „Wir kooperieren schon bei Italienisch mit dem Leibniz-Gymnasium, bei Russisch mit dem KRG. Ich bin gerne bereit, das auszubauen, wenn die logistischen Hürden im Hinblick auf den Transport der Schüler zu lösen sind.“ Ebenfalls auf Intention der FDP wurde in die Beschlussvorlage für den Stadtrat aufgenommen, dass die Stadt einen Antrag für das Leibniz-Gymnasium auf Umwandlung zur Ganztagsschule in Angebotsform stellt. Zur Zeit wird das Nachmittagsangebot an der Schule über einen Förderverein organisiert. „Als offizielle Ganztagsschule bekämen wir mehr Personal. Ich kann mir zwei Ganztags- und zwei reguläre Klassen an unserer Schule vorstellen“, so Direktor Rudolf Eyckmann. Die Stadt als Schulträger müsste bei einem positiven Bescheid für die Essenslieferung sorgen. „Dazu wären wir bereit. Das machen wir ja bei der Realschule plus jetzt auch schon“, so Waltraud Blarr. Der Ausschuss stellte sich auch hinter einen Antrag, dass die Schubert-Schule in der Wiesenstraße neben dem Förderschwerpunkt Lernen auch einen Förderschwerpunkt Sprachen einführt. Dabei werden keine speziellen Sprachklassen eingeführt. Speziell zugewiesene Lehrkräfte beraten die Eltern und unterstützen die Regelschulen, die von Schülern mit Förderbedarf besucht werden. |wkr

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