Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Zukunft des Jugendhauses: Sanierung oder warten auf einen Neubau?

Wie geht es weiter mit dem Maxdorfer Jugendhaus? Die Parteien haben dazu unterschiedliche Ansichten.
Wie geht es weiter mit dem Maxdorfer Jugendhaus? Die Parteien haben dazu unterschiedliche Ansichten.

Grüne und SPD wollen ins Jugendhaus investieren, damit es sicher nutzbar bleibt, die CDU setzt auf einen Neubau. Welche Zukunft hat der Maxdorfer Treffpunkt für Jugendliche?

„Für uns ist klar, dass wir kein Geld mehr ins bestehende Jugendhaus investieren.“ Mit diesem Satz fiel zuletzt der Fraktionsvorsitzende der CDU, Christoph Baumann, im Gemeinderat auf. Der Hintergrund: Die Grünen hatten ihre Idee vorgetragen, das Maxdorfer Jugendhaus mithilfe des kreditfinanzierten Sondervermögens des Bundes in den kommenden Jahren zu sanieren. Aktuell ist das Haus offiziell geschlossen, es wird ein neuer Jugendpfleger gesucht, nachdem der bisherige Stelleninhaber Ende vergangenen Jahres gekündigt hatte.

„Ein funktionsfähiges Jugendhaus wirkt präventiv, bindet Zehn- bis 18-Jährige, schafft niedrigschwellige Angebote und beugt der Abwanderung in radikale Milieus vor“, betont Maria Jung gegenüber der RHEINPFALZ. Außerdem sei die Lage des Hauses ideal – es befinde sich unweit der Ortsmitte, trotzdem gebe es keine unmittelbaren Nachbarschaftskonflikte. „Seit Jahren ist das Haus ein Ort für offene Angebote, generationsübergreifende Projekte und praktische Kurse“, erläutert die Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sie und ihre politischen Mitstreiter möchten es deshalb gerne erhalten. „Wir möchten gerne prüfen lassen, welche Maßnahmen nötig sind, um das Gebäude für die nächsten Jahre sicher und verlässlich zu nutzen“, sagt Anne Kassel. Die Grünen wollen deshalb einen Antrag im Gemeinderat stellen.

Jugendtreff im neuen Bürgerhaus?

Der Knackpunkt: Im Rat hat die CDU die absolute Mehrheit. Und den Konservativen schwebt vor, dass in Maxdorf ein neues Bürgerhaus entsteht, an das sie ein neues Jugendhaus andocken wollen. Wann und wo ein solches Projekt allerdings Realität wird, ist aktuell kaum absehbar.

Ein mögliches Szenario wäre: Die Waldsporthalle wird dort neugebaut, wo das seit Jahren verwaiste Albert-Funk-Haus steht, und im Anschluss entsteht auf dem jetzigen Grundstück der Waldsporthalle ein neues Maxdorfer Bürgerhaus – inklusive Jugendtreff. Wie viele Jahre bis dahin allerdings ins Land ziehen, ist eine offene Schätzfrage. Bislang ist im CDU-dominierten Verbandsgemeinderat noch nicht einmal die Entscheidung gefallen, ob die Waldsporthalle überhaupt neugebaut wird.

Wie sieht also das Konzept der CDU aus, mit dem sie sich in den kommenden Jahren für eine gute Jugendarbeit in Maxdorf einsetzen möchte? Und wo soll sie stattfinden, wenn nicht im Jugendhaus, das seine besten Jahre allerdings schon hinter sich hat?

Sieht aktuell eher trostlos aus: der Außenbereich des Maxdorfer Jugendhauses.
Sieht aktuell eher trostlos aus: der Außenbereich des Maxdorfer Jugendhauses.

Kurzfristig spreche sich die Fraktion durchaus für den Erhalt des bestehenden Jugendhauses als Treffpunkt aus. „Maßnahmen wie Aufräumaktionen in Zusammenarbeit mit dem Jugendgemeinderat werden ausdrücklich unterstützt“, teilt Christoph Baumann mit. Umfassende Sanierungen oder Investitionen in das Gebäude lehne die CDU jedoch ab. „Aus unserer Sicht sollte Jugendarbeit möglichst dort stattfinden, wo Jugendliche ohnehin ihren Alltag verbringen – also in der Nähe von Schule, Vereinsangeboten und weiteren sozialen Treffpunkten.“ Der Bau eines neuen Bürgerhauses mit integriertem Jugendhaus sei „die nachhaltigste Lösung, von der langfristig die Jugendlichen und die gesamte Gemeinde profitieren.“

Den Standort des jetzigen Jugendhauses sieht die CDU im Gegensatz zu den Grünen kritisch: „Es liegt nicht nur dezentral, sondern auch in einem Gewerbegebiet mit erheblichem Lkw-Verkehr in den umliegenden Straßen“, argumentiert Christoph Baumann.

Konrad Reichert, Fraktionsvorsitzender der FDP, teilt auf Anfrage mit: Sofern das Jugendhaus durch grundlegende Maßnahmen vorläufig nutzbar sei, sollten diese bis zum geplanten Neubau im Rahmen eines Bürgerhauses auch umgesetzt werden. „Die Idee, Mittel aus dem Sondervermögen für eine funktionsfähige Nutzung des Jugendhauses einzusetzen, ist aus unserer Sicht zu prüfen.“ Entscheidend aus Sicht der FDP sei, dass sinnvolle, finanzierbare Maßnahmen für die Jugend umgesetzt werden – und zwar unabhängig vom Finanzierungstopf.

„Politisch unverantwortlich“

Die SPD-Fraktion übt derweil deutliche Kritik an der CDU-Position und hält es nicht für angemessen, keine weiteren Mittel mehr in das bestehende Jugendhaus zu investieren. „Das Jugendhaus ist derzeit der einzige feste Treffpunkt für Jugendliche in Maxdorf. Ihn über Jahre hinweg verfallen zu lassen, weil es theoretische Überlegungen zu einem möglichen Neubau eines Bürgerhauses gibt, halten wir für politisch unverantwortlich“, teilt Fraktionsvorsitzender Christopher Huch mit. „Was die Räumlichkeiten betrifft, sehen wir das Jugendhaus weiterhin als geeigneten und notwendigen Ort, allerdings nicht im jetzigen Zustand ohne Investitionen.“

Mitglieder der SPD seien bei Sitzungen des Jugendgemeinderats anwesend gewesen und hätten dort ein klares Signal wahrgenommen: „Die Jugendlichen wollen diesen Ort nutzen und weiterentwickeln. Dieses Engagement verdient Unterstützung – auch finanziell.“ Den Vorschlag der Grünen, Sondervermögensmittel für die Sanierung des Jugendhauses zu prüfen, sieht die SPD grundsätzlich positiv.

„Die Räume bieten Potenzial“

Anne Kassel (Grüne) betont in diesem Zusammenhang: „Die Räume des Jugendhauses bieten Potenzial: Materialien sind vorhanden, im Außenbereich stehen Tischtennisplatte und Basketballkorb. Mit einfachen Mitteln – Begrünung, Sonnenschutz, klare Zonierung – ließe sich vor allem der Hof aufwerten.“

Ob die Oppositionsparteien der CDU am Ende Zugeständnisse abringen werden, bleibt eine spannende Frage. Klar ist derzeit nur: Agieren die Christdemokraten im Gemeinderat geschlossen und mit der ihr zur Verfügung stehenden absoluten Mehrheit, wird es außer notwendigen Erhaltungsmaßnahmen wohl keine Investitionen ins Maxdorfer Jugendhaus mehr geben.

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