Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Von wegen alles egal: So kümmern sich junge Menschen um ihre Heimat

Der Jugendgemeinderat der Verbandsgemeinde Maxdorf trifft sich einmal im Monat zu einer Sitzung.
Der Jugendgemeinderat der Verbandsgemeinde Maxdorf trifft sich einmal im Monat zu einer Sitzung.

Von Politikverdrossenheit keine Spur: Der Jugendgemeinderat der Verbandsgemeinde Maxdorf startet mit vielen Ideen. Was die Jugendlichen antreibt.

Schätzfrage: Der Jugendgemeinderat der Verbandsgemeinde Maxdorf hat insgesamt 15 Mitglieder, die RHEINPFALZ entscheidet sich sehr kurzfristig, zur Sitzung des Gremiums zu gehen. Wie viele junge Menschen sind an einem Montagabend anwesend, um sich für die Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzusetzen?

Es sind neun – und das ist eine erstaunlich gute Quote. Vor allem, wenn man bedenkt, dass zwei der 15 Personen aktuell als nicht aktiv zu werten sind. Sie hatten sich im September zwar in den Jugendgemeinderat wählen lassen, waren bisher allerdings bei keiner Sitzung anwesend. „Wir werden da noch mal nachhören“, verspricht André Voges (parteilos), der als Bürgermeister der Verbandsgemeinde am Montag ebenfalls vor Ort ist.

Keine Scheu vor Verantwortung

Die Gründe für das Engagement der jungen Leute, die alle zwischen 15 und 23 Jahre alt sind und aus Maxdorf, Birkenheide oder Fußgönheim stammen, sind unterschiedlicher Natur. Mahmoud Almawid erzählt: „Ich bin bereits Schülersprecher der Anna-Freud-Schule in Ludwigshafen, und das hat mich motiviert, mich auch anderweitig gesellschaftlich einzubringen.“ Scheu vor Verantwortung scheint der 19-Jährige nicht zu haben: Auch ohne dem Gremium zuvor angehört zu haben, ist Almawid direkt zum Vorsitzenden gewählt worden.

Überhaupt waren es viele neue Gesichter, die im Herbst für den Jugendgemeinderat kandidierten und am Ende gewählt wurden. „Nur unsere beiden ehemaligen Vorsitzenden, Moritz Holler und Elias Handwerker, haben bereits Gremienerfahrung“, berichtet Mahmoud Almawid. Dass sich die jungen Leute teils gar nicht oder nur vom Sehen kannten, ist der Runde, die sich im Maxdorfer Rathaus eingefunden hat, inzwischen allerdings kaum mehr anzumerken.

„Engagement ist immer gut“

„Ich hatte den Jugendgemeinderat gar nicht so auf dem Schirm“, erzählt Julian Angerbauer (23). Sich aufstellen zu lassen, sei eine ziemlich spontane Entscheidung gewesen. „Wieso nicht?“, habe er sich gedacht. „Ich engagiere mich gerne.“ Auch Tjard Köpfer betont: „Engagement ist immer gut.“ Als er den Infobrief der Verbandsgemeinde erhalten habe, sei sein erster Gedanke gewesen: „Na komm. Letzte Chance, bevor du zu alt dafür bist. Da machst du einfach mal mit und lässt dich aufstellen.“ Marie-Sophie Speck erzählt hingegen: „Nur arbeiten zu gehen, war mir zu langweilig“ – und bis jetzt mache es viel Spaß im Jugendgemeinderat.

Tatsächlich ist die Stimmung bei der abendlichen Sitzung ausgesprochen gut, ein Lachen oder ein lockerer Spruch zwischendurch sind immer drin. Für den ungewollten Höhepunkt des Abends sorgt dabei ein völlig unvermittelter und lauter Ruf durchs Treppenhaus: „Hallo, ist da jemand? Hier spricht die Polizei Maxdorf!“ Es dauert nur Sekunden, bis Bürgermeister André Voges auf den Beinen ist. Eine Anwohnerin hatte sich Sorgen gemacht, weil im Rathaus Licht brannte und die Eingangstür angelehnt war. Dass junge Menschen sich zu einer Gremiensitzung treffen, damit hatte sie offenbar nicht gerechnet.

Großprojekt Jugendhaus

Das größte Projekt, das sich der neugewählte Jugendgemeinderat bislang vorgenommen hat, ist das Ausmisten und Renovieren des Maxdorfer Jugendhauses. Im Dezember habe der bisherige Jugendpfleger gekündigt, die Räume stünden aktuell leer, erläutert Mahmoud Almawid. Arbeitseinsätze in Kooperation mit dem Seniorenbeirat und dem Netzwerk Hilfe habe es bereits gegeben: „Wir haben jede Menge Elektroschrott zusammengesucht, der dann entsorgt wurde“, erzählt Andor Jánváry (15). In wenigen Tagen stehe das nächste Vor-Ort-Treffen an, berichtet Anne Kassel (Grüne), die als Gast ebenfalls zur Sitzung gekommen war. „Macht euch Gedanken darüber, was ihr euch vorstellt“, ermunterte sie die Mitglieder des Jugendgemeinderats. Auch Ortsbürgermeister Werner Baumann und die zweite Beigeordnete Bettina Holler (beide CDU) seien mit von der Partie, um die nächsten Schritte gemeinsam zu planen.

Als Bürgermeister der Verbandsgemeinde brachte André Voges die jungen Leute seinerseits noch auf den aktuellen Stand zum Thema Jugendpfleger: „Die Stelle ist im Haushalt der Ortsgemeinde Maxdorf bereits vorgesehen, wie diese ausgeschrieben werden soll, wird gerade mit der Ortsgemeinde Maxdorf abgestimmt.“

Vorstellungsvideo und Filmabend geplant

Angepackt haben Mitglieder des Jugendgemeinderats allerdings nicht nur in Sachen Jugendhaus: „Zuletzt haben wir zum Beispiel bei der Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes in Fußgönheim geholfen“, erzählt Jannic Büchler. Genauso wie Leon Beger engagiert sich der junge Mann nicht nur im Jugendgemeinderat der VG, sondern auch in der Blaulichtfamilie.

„Wir wollen künftig bei möglichst vielen Veranstaltungen in der Verbandsgemeinde präsent sein und auf unsere Arbeit als Jugendgemeinderat hinweisen“, betont Mahmoud Almawid. Derzeit werde auch ein Vorstellungsvideo für die sozialen Medien erstellt, um die Mitglieder des Gremiums sichtbarer zu machen. Der Spaß und die Gemeinschaft sollen aber natürlich ebenfalls nicht zu kurz kommen: „Ein Filmabend ist bereits in der Planung“, erzählt der Vorsitzende des Jugendgemeinderats.

Kontakt

Der Jugendgemeinderat der Verbandsgemeinde Maxdorf ist über seine Instagram-Seite jgr_vgmaxdorf zu erreichen.

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