Ludwigshafen
Zukunft der Eberthalle völlig offen
Immerhin in einem Punkt herrschte Einmütigkeit im Stadtrat: Um die Eberthalle weiter vermieten zu können, muss sie modernisiert werden. Ansonsten hätte sie keine Zukunft als Veranstaltungsstätte. Aufgrund gewisser baulicher Gegebenheiten – zum Beispiel niedrige Decken im Innenraum – und begrenzter Zuschauerkapazitäten ist nun ein Totalumbau im Gespräch. Doch ob der bautechnisch wegen der denkmalgeschützten Dachkonstruktion möglich ist, weiß derzeit niemand so recht.
Die Stadtverwaltung wollte am Montag grünes Licht, um einen Totalumbau weiter zu planen – und eigentlich sollte der Neubau einer Mehrzweckhalle als Alternative beerdigt werden. Doch dazu konnte sich der Stadtrat nicht durchringen. Am Ende der Debatte stand ein Kompromiss: Fachleute sollen prüfen, was baulich geht, damit die Politik eine bessere Entscheidungsgrundlage bekommt. Eine neue Mehrzweckhalle als Alternative soll erst einmal nicht ganz fallen gelassen werden, wie die Stadtspitze das ursprünglich vorgeschlagen hatte.
Finanzierung offen
Knackpunkt aller Planspiele ist die Finanzierung: In einer älteren Kostenschätzung ist für eine Komplettsanierung und einen Totalumbau von bis zu 84 Millionen Euro die Rede. Kämmerer Andreas Schwarz (SPD) räumte ein: „Es ist ein erhebliches Problem, die Finanzierung dargestellt zu bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dafür Investitionskredite genehmigt bekommen.“ Dies ginge nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Finanzaufsicht des Landes (ADD). Bevor die Stadt mit der ADD verhandeln könne, brauche es eine klare Projektgrundlage, die nun erarbeitet werden müsse.
Die SPD teilte die Skepsis zur Finanzierbarkeit eines Totalumbaus der Eberthalle. „Aber in Ludwigshafen sollen weiter Spitzen-Handball gespielt und größere Veranstaltungen stattfinden können“, sagte Fraktionschef David Guthier. Eine finanzielle Förderung sei schwierig zu bekommen, man müsse es aber versuchen. „Wir müssen alles tun, um eine Chance für eine Genehmigung durch das Land zu erhalten“, meinte CDU-Sprecher Christoph Heller. Ludwigshafen sei ein Oberzentrum, das eine Eberthalle brauche, die am Markt bestehen könne.
Entscheidungsgrundlage gefordert
Raik Dreher (Grünes Forum und Piraten) meinte, dass die Entscheidungsgrundlage für so ein Millionenprojekt nur aus vier Seiten bestehe, die den Ratsmitgliedern von der Verwaltung in die Hand gegeben worden sei. Damit sei nicht zu entscheiden, ob ein Neubau einer Mehrzweckhalle nicht mehr in Frage komme und die Eberthalle für 84 Millionen saniert werden solle. Zudem sei völlig offen, ob ein Umbau der Eberthalle tatsächlich möglich sei. „Die Eberthalle ist ein Wahrzeichen. Aber wir müssen angesichts der Kosten auch über Alternativen nachdenken“, sagte Dreher, der an den Neubau einer Halle in Heidelberg erinnerte, der günstiger gewesen sei. Unterstützung bekam er von der FDP, der FWG und den Linken, die ähnliche Fragen aufwarfen.
Baudezernent Alexander Thewalt (parteilos) räumte ein, dass die Nachfragen berechtigt seien. „Wir können nicht mit der Planung beginnen und erst am Ende feststellen, was geht und was nicht.“ Ein Ingenieurbüro solle alle bautechnischen und finanziellen Fragen prüfen. Mit Ergebnissen sei im Herbst zu rechnen. Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg (CDU), die die Oberbürgermeisterin vertrat, stellte schließlich diesen Kompromiss zur Abstimmung – und strich, wie von Dreher gefordert, auch den Passus, dass der Neubau einer Multihalle nicht weiterverfolgt werden solle. Dies hatte OB Jutta Steinruck (SPD) vergangene Woche noch vorgeschlagen. Ein Neubau sei vollkommen unrealistisch, weil es dafür keinen Investor und Betreiber gebe. Außerdem fehle ein geeigneter Bauplatz, so die OB. Der Stadtrat folgte jedoch bei drei Enthaltungen einstimmig dem Dreher-Vorschlag.
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