Ludwigshafen
Eberthalle: Sanierung für 84 Millionen?
Die Eberthalle ist fast sechs Jahrzehnte nach ihrem Bau ein Sanierungsfall. Eine Modernisierung ist schwierig und sehr teuer, damit die Halle als Sport- und Veranstaltungsstätte nutzbar bleibt. Deshalb gab es Überlegungen, eine neue Mehrzweckhalle zu bauen. Die Stadt hat dazu einige Standorte geprüft. Der wichtigste Mieter für eine neue Halle wären die Zweitliga-Handballer Eulen Ludwigshafen gewesen. Doch auch für Messen, Konzerte und andere Kulturveranstaltungen wäre Bedarf vorhanden gewesen.
Noch im Oktober hat Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) eine Fläche zwischen dem Stadtteil West und Oggersheim ins Spiel gebracht. Die OB wollte prüfen lassen, ob dort noch eine Realschule plus mit einer kombinierten Schulsport- Mehrzweckhalle gebaut werden könnte. Die Mehrheit der neun Stadtratsfraktionen hatte sich in einer RHEINPFALZ-Umfrage für den Bau einer neuen Halle und gegen den Abriss der Eberthalle ausgesprochen.
Drei Szenarien
Doch am Montag hat die Stadtverwaltung dem Bauausschuss nahegelegt, die Eberthalle zu sanieren und den Bau einer neuen Mehrzweckhalle nicht mehr weiter zu verfolgen – weil das Geld dafür fehlt. „Auch die Hoffnung auf einen Investor, der eine neue Halle baut und finanziert, hat sich nicht erfüllt“, sagte die OB. Zudem sei es sehr schwierig, dafür einen Standort im Stadtgebiet zu finden. Daher stehe jetzt die Sanierung der Eberthalle an, die endlich angegangen werden müsse. Die Stadtratsfraktionen haben dafür grundsätzlich Zustimmung signalisiert. Drei Szenarien für eine Sanierung der Eberthalle wurden vorgestellt:
- 2. Die mittlere Lösung – Grundsanierung: Zusätzlich zur Mängelbeseitigung und den Schönheitsreparaturen erfolgt eine Grundsanierung der Halle. Die Gebäudetechnik wird modernisiert. Die Kostenschätzung pendelt zwischen 25 und 60 Millionen Euro. Vorteil: Die Eberthalle kann nach der Sanierung bis zu 30 Jahre weiter betrieben werden. Nachteil: Aufgrund der baulichen Gegebenheiten (zum Beispiel niedrige Decken) ist die Halle im Vergleich zu modernen Veranstaltungsstätten in der Region nur eingeschränkt vermarktbar.
Stadt für dritte Variante
Die Stadtspitze favorisiert die große Lösung. „Wir wollen die Eberthalle in den bestmöglichen Zustand versetzen“, sagte Baudezernent Alexander Thewalt (parteilos). Die Halle sei ein Baudenkmal, das erhalten werden sollte. Die OB bekräftigte, dass die Halle als „Herz der Stadt“ eine neue Zukunft brauche. Nicht nur wegen der „Eulen“. Um Fördermittel für den Umbau der Halle zu bekommen, soll sie auch für Schulsport vorgesehen werden. Nach dem Umbau hätte die Stadt eine echte Mehrzweckhalle.
Bedenken wegen der Kosten
Die Fraktionen im Bauausschuss sprachen sich für den Erhalt und eine Modernisierung aus. Doch es gab auch Bedenken wegen der Kosten. „Das geht nur mit Fördermitteln, sonst bleibt das ein Traum“, meinte Thomas Schell (FDP). Helge Moritz (FWG) gab zu bedenken, dass man mit 84 Millionen Euro auch eine neue Halle bauen könnte. „Es wäre ein Zeichen des Optimismus, in Ludwigshafen auch etwas zu erhalten und nicht nur abzureißen“, sagte Hans-Uwe Daumann (Grüne). David Guthier (SPD), betonte, dass es richtig gewesen sei, auch Alternativen zu prüfen. Peter Uebel (CDU) meinte, dass nur die große Lösung Möglichkeiten für die Zukunft böte. Letztlich legte sich der Ausschuss auf keine Variante fest. Der Stadtrat soll nun am Montag entscheiden, wie weitergeplant wird.