Ludwigshafen
Wie weit die Arbeiten am Medical Center der BASF sind
Zum Medical Center, das zwischen Tor 5 und Tor 11 entsteht, gehören zwei Gebäude. Das eine, kleinere, ist die Rettungswache, für die der Rohbau laut einer BASF-Sprecherin bereits steht. Das Flachdach sei abgedichtet, die Fenster eingebaut. Als Nächstes sollen Dachbegrünung und Wärmedämmung folgen. Auch die Arbeiten zum Innenaus- und Trockenbau seien bereits angelaufen. Daneben entsteht ein sechsgeschossiges Hauptgebäude, bei dem die Bauarbeiten derzeit beim vierten Geschoss angelangt seien. „Die Rohbauarbeiten gehen zügig voran und sollen planmäßig Ende Juni abgeschlossen sein“, teilt die Sprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Bedeutet: Alles läuft gut, am Eröffnungstermin Mitte 2023 möchte das Chemieunternehmen festhalten.
Ärzte und Apotheke
Es investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in den Neubau, der künftig nicht nur den eigenen Mitarbeitern, sondern auch den Bürgern zur Verfügung stehen soll. Schließlich ziehen nicht nur werkseigener Rettungsdienst und Ambulanz dorthin um, sondern unter anderem auch mehrere Arztpraxen, eine Physiotherapiepraxis, eine Apotheke, ein Optiker für Schutzbrillen und die Betriebskrankenkasse Pronova BKK – so der Stand bei der Grundsteinlegung im vergangenen September.
Es seien bereits Absichtserklärungen für alle Flächen bis auf die Apotheke unterzeichnet worden, heißt es aktuell auf Nachfrage. Daher seien keine freien Mietflächen mehr verfügbar. Im Hauptgebäude soll ungefähr ein Drittel der Fläche an externe Partner vermietet werden, zwei Drittel würden für interne Leistungen der heutigen BASF-Ambulanz genutzt. Wer genau mit seiner Praxis ins Medical Center einziehen wird, dazu äußert sich das Chemieunternehmen bislang nicht im Detail. Es sollen aber einige Fachärzte neu hinzukommen sowie auch „bewährte Partner“ aus der alten Ambulanz vertreten sein. Hier nennt die Unternehmenssprecherin die Physiotherapie Theraneos als Beispiel. Gegenüber der RHEINPFALZ hatte kürzlich auch die psychiatrische Abteilung der Stadtklinik Frankenthal angekündigt, eine Sprechstunde in Räumen des Medical Centers einzurichten. Die BASF äußert sich dazu auf Nachfrage nicht.
Das Medical Center wird nach Plänen des Ludwigshafener Architekturbüros Sander und Hofrichter gebaut, das schon das Aussehen vieler anderer Gesundheitsgebäude in der Region erdacht hat. Es soll die medizinische Versorgung in Stadt und Umgebung verbessern – ebenso wie das nahegelegene geplante Ärztehaus in Oppau. Bei der Grundsteinlegung des Medical Centers war die Rede davon, dass man mit diesem „Netzwerke aufbauen“ wolle.
Mit dem Oppauer Gesundheitsgebäude beschäftigen sich am Montag der Bau- und Grundstücksausschuss sowie der Ortsbeirat Oppau in einer gemeinsamen Sitzung. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan des „Medizinischen Versorgungszentrums“ sowie der zugehörige Durchführungsvertrag. Ein solcher wird zwischen der Stadt und dem Bauherrn geschlossen und legt unter anderem Details zum Gebäude fest, wie auch zur Bauzeit. Das Haus in der Horst-Schork-Straße soll auf 3000 Quadratmetern Fläche Platz für ein Dutzend Facharztpraxen bieten. Auch für den Stadtteil Rheingönheim ist der Bau eines Ärztehauses angekündigt: im Gewerbegebiet „Mörschgewanne“.
Lernen vom Impfzentrum
In den Betrieb des Medical Centers der BASF sollen auch Erfahrungen aus dem unternehmenseigenen Corona-Impfzentrum einfließen – zum Beispiel zur Online-Terminvergabe und zu digitalen Patientenstraßen. Das Impfzentrum ist seit Ende Januar geschlossen. Die Infrastruktur vor Ort soll laut BASF-Sprecherin aber erhalten bleiben, weil die Multihalle, in der sich das Zentrum befindet, derzeit ohnehin nicht für Veranstaltungen genutzt werde. „Im Falle von weiteren notwendigen Booster-Impfungen“ könne es „jederzeit wieder in Betrieb genommen werden“, heißt es von der BASF.