Ludwigshafen
Wahlanalyse: In Ludwigshafen hätte SPD-Mann Schreider das Direktmandat klar gewonnen
Jetzt ist’s amtlich: Für den Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal zieht nur Armin Grau (65, Grüne, Altrip), abgesichert über Landeslistenplatz 2, in den Bundestag ein. Direktmandat-Gewinner Sertac Bilgin (43, CDU, Dannstadt-Schauernheim) löst das Berlin-Ticket (wegen der Wahlrechtsreform) ebenso wenig wie der knapp unterlegene „Titelverteidiger“ Christian Schreider (53, SPD, Ludwigshafen).
Nimmt man nur die Stadt Ludwigshafen als Referenz, dann hätte Schreider das Direktmandat deutlich gewonnen. Mit 28 Prozent der Stimmen rangiert er in seiner Heimatstadt 4,3 Punkte vor Bilgin und 3,9 vor Stefan Scheil (AfD). In neun von 14 Ludwigshafener Stadtbezirken liegt Schreider an der Spitze. Mit seinem Wahlkreis-Ergebnis (26,2 Prozent) übertrifft er zwar das Zweitstimmen-Resultat seiner Partei um fast sieben Punkte. Von Bilgin (27,1 Prozent) trennen ihn aber 1414 Stimmen (0,9 Punkte). Fast 8000 Stimmen büßt der Genosse gegenüber seinem Erfolg 2021 ein.
In Frankenthal hingegen hat Bilgin mit 27 Prozent der Stimmen die Nase vorne, gefolgt von Scheil (25,3). Schreider kommt hier nur auf Platz drei (23,9), liegt aber dennoch sechs Punkte über dem Zweitstimmen-Ergebnis seiner Partei (17,9). Bilgin liegt hier knapp einen Prozentpunkt unter dem Zweitstimme-Ergebnis der Union.
Deutlich vorne liegt der Christdemokrat im Rhein-Pfalz-Kreis mit 30,9 Prozent der Stimmen – vor Schreider (25,1) und dem Neuhofener Scheil (21,1). Im Kreis erzielt der Altriper Grau sein bestes Resultat mit 8,7 Prozent. Insgesamt kommt der Grünen-Politiker auf 7,7 Prozent, 3,5 Punkte weniger als noch bei der Wahl 2021. Bilgins Erfolg basiert also vor allem auf der großen Zustimmung im Rhein-Pfalz-Kreis, wo der Dannstadt-Schauernheimer seinen Heimvorteil nutzt, sowie seinem Vorsprung in Frankenthal, wo auch der AfD-Bewerber vor dem SPD-Kandidaten liegt.
Auffällig in Ludwigshafen: Hier schiebt sich der AfD-Bewerber in drei Stadtbezirken nach ganz vorne. So kommt Scheil in West mit 29,1 Prozent auf die meisten Stimmen. Bei den Zweitstimmen legt die AfD hier um 16,6 Punkte zu. Auf Scheil folgen Schreider (27,0) und Bilgin (16,8). 29,8 Prozent sind es für den AfD-Mann sogar in der Pfingstweide, satte 29 Prozent in der Gartenstadt. Schreider holt seine besten Ergebnisse in seinem Heimatstadtteil Friesenheim sowie in Edigheim, wo er jeweils 29,9 Prozent der Stimmen erhält.
Bilgin liegt in nur zwei Ludwigshafener Bezirken vor seinen schärfsten Konkurrenten: In Ruchheim (29,6 Prozent), wo Scheil an zweiter Stelle steht (24,3 Prozent), sowie in Maudach (28 Prozent), wo Schreider direkt auf den CDU-Rivalen folgt (26,9 Prozent). Der Grüne Grau holt sein Top-Resultat in Rheingönheim (8,6 Prozent). Am schlechtesten schneidet er in der Pfingstweide ab (2,9 Prozent).