Schifferstadt
Tiefengeothermie: Stadtrat Schifferstadt nimmt nächste Hürde
Freude fast überall im Schifferstadter Stadtrat: Mit sehr großer Mehrheit hat das Gremium in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend den nächsten Schritt in Richtung Geothermie vollzogen. Freude herrschte bei Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne), „weil wir mit Neuhofen den dritten Partner aufnehmen dürfen und die Gemeinde die Grundstücke hat, die uns gefehlt haben“.
Freude auch bei Marion Schleicher-Frank (FWG) darüber, „dass die spontane Entwicklung mit den Grundstücken in Neuhofen zustande kommt“. Freude bei Daniel Jalalpoor (Grüne), dessen Fraktion „mitgefiebert“ habe. „Das ist jetzt kein Plan B, sondern Plan A mit Sternchen. Die Suche hätte sich noch Monate oder Jahre hinziehen können.“ Laura Ehm (CDU) zeigte sich in ihrer Freude „gespannt auf die nächsten Schritte“. Und Thomas Lorch (SPD) wollte sich vor Freude ganz kurz halten, erklärte dann aber doch länger als seine Vorredner, dass man auf dem richtigen Weg sei. „Das ist hier die optimale Region. Auf Schifferstadter Gemarkung wäre allerdings besser gewesen“, meinte er schmunzelnd. Und Ulrich Lamshoeft (Bürger für Schifferstadt) freute sich, dass das Projekt auf mehrere Schultern verteilt wird.
Der Hintergrund: Das kommunale Unternehmen Geopfalz will in Neuhofen westlich der Schlicht das Tiefengeothermieprojekt „Rhein-Pfalz“ zur Wärmeversorgung der Region verwirklichen. Zuvor hatte man ein Gelände im benachbarten Waldsee im Auge. Jedoch gab es massive Proteste von Bürgern und aus dem nahen Gewerbegebiet. Zudem besteht dort der Verdacht auf Altlasten im Boden. Gesellschafter von Geopfalz sind die Stadtwerke Speyer und die Stadt Schifferstadt. Die Grundstücke in Neuhofen sind von der Gemeinde jüngst auf die vor Kurzem gegründete „Regenerative Energie Neuhofen, Anstalt des öffentlichen Rechts“ (REN AöR) übertragen worden.
Die nahezu kollektive Freude in Schifferstadt ist in Bezug auf Neuhofen allerdings etwas verfrüht. Denn noch hat der Neuhofener Gemeinderat die Beteiligung der Anstalt öffentlichen Rechts an Geopfalz nicht beschlossen. Für das Tiefengeothermie-Vorhaben wird mit Kosten von 100 Millionen Euro gerechnet, wobei etwa 44,5 Millionen Euro durch Zuschüsse finanziert werden könnten.
Breite Zustimmung gab es für den sechsseitigen Beschlussvorschlag der Schifferstadter Verwaltung – unter anderem zur Aufnahme der REN AöR als Teilhaberin der Geopfalz GmbH & Co. KG. Gegenstimmen gab es lediglich aus den Reihen der AfD.