Neuhofen / Speyer / Schifferstadt
Tiefengeothermie: Entscheidung zu Grundstücken vertagt
„Wir stehen noch unter dem Eindruck der Bürgerversammlung. Wir müssen noch in den Fraktionen beraten“, sagte Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) auf Anfrage nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend. Auf der Tagesordnung stand die Beteiligung der für Energieprojekte gegründeten „Regenerative Energien Neuhofen AöR“ an Geopfalz sowie die Einbringung der für den Bohrplatz erforderlichen Grundstücke westlich der Schlicht. Marohn zufolge hat der Ausschuss keine Empfehlung ausgesprochen; ein Beschluss im Ortsgemeinderat am Dienstag, 28. April, gilt daher als unwahrscheinlich. Stattdessen sollen erneut Experten gehört werden. Die Kommunalpolitiker möchten weitere Informationen zu durch Geothermie herbeigeführter Seismizität, Haftung und Schadensregulierung sowie möglichen Auswirkungen eines Tiefengeothermie-Projekts auf Immobilienwerte. Diese Punkte hatten bereits bei der Einwohnerversammlung am Montagabend mit mehr als 550 Zuhörern zahlreiche Fragen ausgelöst.
Marohn will deshalb zur Ratssitzung nächste Woche den Geologen Ulrich Lotz sowie einen Fachmann vom Katasteramt beziehungsweise einen Immobilienexperten einladen. Außerdem kündigte Marohn an, bei den Verhandlungen mit Geopfalz einen Ombudsmann aus Neuhofen zu fordern, der als Ansprechpartner fungiert – falls es zu Schäden an Gebäuden kommen sollte. Der Ombudsmann solle ein Bürger aus Neuhofen sein, der mit Kompetenzen der Versicherung ausgestattet ist.
Zu einem bei der Einwohnerversammlung immer wieder geforderten Bürgerentscheid beziehungsweise einem Ratsbegehren, wenn der Wunsch aus dem Gemeinderat käme, sagte Marohn, dass er sich diesbezüglich mit der Verbandsgemeindeverwaltung besprochen habe. Eine solche Abstimmung zu organisieren, dauere vier bis fünf Monate. „Die Dauer der Organisation könnte Probleme bereiten“, so Marohn.