Ludwigshafen
Solides Jahresergebnis: GAG investiert vor allem in Bestand
Mit dem Projekt Erfurter Ring mit 146 Wohnungen konnte ein großes Vorhaben erfolgreich realisiert werden. Angesichts der Baupreise sei der Neubau von bezahlbarem Wohnraum in der Stadt ohne Landesförderung nicht mehr möglich, stellte die GAG fest. Seinen Schwerpunkt will das Unternehmen mit rund 215 Mitarbeitern auf die Modernisierung des eigenen, rund 13.000 Einheiten umfassenden Wohnungsbestands legen.
Durch einen Bevölkerungszuwachs von 2,3 Prozent in Ludwigshafen sei der Wohnungsmarkt sehr angespannt, machte Vorstand Wolfgang van Vliet anlässlich der Hauptversammlung der GAG-Aktiengesellschaft deutlich. Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau seien jedoch weiterhin schwierig: Steigende Preise, Materialknappheit, die schwierige Suche nach geeigneten Fachfirmen und Unsicherheiten bei den Fördermitteln nannte van Vliet als negative Faktoren. „Für genehmigte Projekte war beim Land plötzlich kein Geld mehr da“, erinnerte der Vorstand. Besonders in Ludwigshafen kommt dazu noch der Mangel an bebaubaren Grundstücken. Aus diesem Grund konnte die GAG, an der mit 66 Prozent die Stadt und mit 30 Prozent BASF Wohnen + Bauen beteiligt sind, kein Neubauprojekt starten.
146 Wohnungen am Erfurter Ring sofort vermietet
Mit dem Jahresüberschuss von 4,04 Millionen Euro zeigte sich der Vorstand sehr zufrieden. Im Vergleich zu den Jahren 2020 bis 2022 ist dieser höher ausgefallen. „Die zehn Millionen Euro im Vorjahr waren bedingt durch einen Sondereffekt durch den Verkauf des Gebäudes Luteco 1“, erläuterte van Vliet den Rückgang im Vergleich zu 2023. Wie im Vorjahr soll der Überschuss einschließlich des darin enthaltenen Bilanzgewinns von 1,9 Millionen Euro in die Rücklage wandern. Im laufenden Jahr liegen die Schätzungen für den Überschuss van Vliet zufolge aktuell bei 3,5 Millionen Euro.
Das wohl wichtigste Ereignis des Jahres 2024 sei die Fertigstellung des Projekts Erfurter Ring in Ruchheim gewesen, in das die GAG 46 Millionen Euro investiert hat. Die 146 neu gebauten Wohnungen – dank einer Landesförderung für eine Anfangsmiete von 6,40 Euro pro Quadratmeter verfügbar –, seien alle sofort vermietet gewesen.
Preise deutlich unter Durchschnittsmiete
In ihre Bestandsgebäude hat die GAG 2024 ebenfalls Geld gesteckt. So wurden in der Breitscheidstraße in Oppau-Nord Altbauten aus dem Jahr 1962 mit insgesamt 40 Wohnungen energieeffizient modernisiert. Im Friesenheimer Finkenweg geht die begonnene Sanierung von 15 Wohnungen in Altbauten von 1926 weiter. Ein Gebäudekomplex von 1955 mit 30 Wohnungen in der Burgundenstraße (West) erhielt neue Heiztechnik und einen Fernwärmeanschluss. An Gebäuden in der Bürgermeister-Grünzweig-Straße und Maudacher Straße gab es weitere Sanierungsmaßnahmen und neue Fassadenanstriche. Rund 18,8 Millionen Euro sind 2024 insgesamt in Instandhaltung und Modernisierung geflossen. Dieser Betrag werde künftig nicht reichen, denn der Bestand der GAG altere, meinte van Vliet.
Die Durchschnittsmiete in den 13.053 GAG-Wohnungen (Stand Ende 2024) wird aktuell mit 6,32 Euro pro Quadratmeter angegeben und befindet sich damit deutlich unter der städtischen Durchschnittsmiete, die laut Mietspiegel bei 8,25 Euro pro Quadratmeter liegt. „Wir brauchen die GAG, hier geht es um Wohnraum für Menschen, nicht um Gewinnmaximierung“, bedankte sich die GAG-Aufsichtsratsvorsitzende und Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) für die Arbeit der Mitarbeiter. Angesichts der Wohnungsnot sei Neubau notwendig, wo immer er noch möglich sei, sagte sie. Gestern fand der Spatenstich zu einem neuen Wohnungsbauprojekt der GAG in der Oggersheimer Semmelweilsstraße statt.