Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Bezahlbar und klimafreundlich: 64 neue Wohungen entstehen in Oggersheim

Gemeinsamer Spatenstich von Verwaltung, ISB, GAG und Bauunternehmen für 64 Wohneinheiten in der Semmelweisstraße.
Gemeinsamer Spatenstich von Verwaltung, ISB, GAG und Bauunternehmen für 64 Wohneinheiten in der Semmelweisstraße.

In der Semmelweisstraße leistet die Wohnungsbaugesellschaft GAG einen Baustein zu einem Ziel von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos). Was ist dort geplant?

„Ich bin vor acht Jahren angetreten, um das Wohnungsdefizit in Ludwigshafen zu reduzieren“, erklärte Steinruck beim Spatenstich für das Projekt, bei dem bis März 2027 insgesamt 64 Wohnungen zu bezahlbaren Preisen enstehen sollen. „Dieses Ziel haben wir übertroffen.“

Aufmerksamen Beobachtern werden die in Nachbarschaft zur BG Unfallklinik entstehenden Gebäude bekannt vorkommen. „Wir haben ein Modulhaus entwickelt und hier die gleichen Zuschnitte wie auch am Erfurter Ring“, erklärte Heinz Scheidel, Vorsitzender der Diringer & Scheidel-Gruppe, die das Projekt als Generalunternehmer für die GAG stemmt. So würden Bau- und Planungskosten reduziert, aber gleichzeitig die Qualität garantiert. „Wir haben vom Bauleiter bis zu den Arbeitern die gleiche Mannschaft wie am Erfurter Ring zusammengestellt“, ergänzte Scheidel.

Förderung macht Mietpreis möglich

Die GAG habe bereits bei sechs Bauvorhaben gute Erfahrung mit dem Mannheimer Unternehmen gemacht, erklärte deren Geschäftsführer Wolfgang van Vliet. „Das Angebot, das abgegeben wird, und die Zahl, die am Ende auf der Schlussrechnung steht, sind immer deckungsgleich. Das ist längst nicht selbstverständlich.“ Er dankte der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) für die Förderung des 22-Millionen-Euro-Projektes mit 18,6 Millionen Euro. „Ohne diese Förderung wäre ein sozialer Mietpreis von 7,45 Euro pro Quadratmeter nicht möglich.“ Als Beispiel verwies van Vliet auf ein GAG-Projekt, bei dem der Mietpreis ohne Förderung bei 15 Euro liege.

ISB-Vorstandsmitglied Sandra Baumbach überreichte den Förderbescheid. „Dieses Projekt ist ein Vorzeigevorhaben für bezahlbaren Wohnungsbau in Rheinland-Pfalz und zeigt, wie effektive Förderung, gute Planung und kommunale Verantwortung optimal zusammenwirken können“, erklärte sie. Außerdem sei die Semmelweisstraße ein gutes Beispiel dafür, dass sich bezahlbares und klimagerechtes Wohnen nicht gegenseitig ausschließen, verwies sie auf den energieeffizienten KfW-40-EE-Standard, nach dem die 64 Wohnungen entstehen.

Bauzeit von weniger als zwei Jahren

Ortsvorsteherin Sylvia Weiler (SPD) erinnerte an die lange Geschichte des Geländes: Schon 1996 sei über eine ergänzende Bebauung zur benachbarten Ludwig-Guttmann-Straße nachgedacht worden. Bis zur Realisierung habe es nun rund 30 Jahre gedauert. „Es war sehr lange Vorhaltefläche, aber nie als dauerhafter Parkplatz geplant“, betonte die OB. Aber jetzt sei es endlich so weit. „Und das brauchen wir auch dringend, denn Ludwigshafen ist weiterhin eine stark wachsende Stadt.“

Auch Steinruck vertraut dem Team von Diringer & Scheidel: „Hier wird garantiert keine Bauruine entstehen, sondern in zwei Jahren fertiger Wohnraum mit zwei bis fünf Zimmern, begrünten Dächern, Photovoltaikanlagen und barrierefreien Zugängen.“ Sogar in weniger als zwei Jahren, betonte Scheidel. „Die reine Bauzeit liegt bei 20 Monaten. Wir müssen uns also ganz schön ranhalten.“ Immerhin werden 3500 Kubikmeter Bodenaushub bewegt, 8100 Quadratmeter Betondecken eingezogen, 410 Tonnen Baustahl bewegt und 5800 Quadratmeter Mauerwerk hochgezogen. 35.600 Lohnstunden seien dafür kalkuliert. „Wenn das ein Einzelner allein bauen wollte, würde er dafür 18 Jahre brauchen“, scherzte der Seniorchef. „Aber wir schaffen das bis März 2027.“

Startschuss für das Wohnbauprojekt: Die reine Bauzeit ist mit 20 Monaten kalkuliert.
Startschuss für das Wohnbauprojekt: Die reine Bauzeit ist mit 20 Monaten kalkuliert.
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