Ludwigshafen
Positive Bilanz am Rheinufer: Halbes Jahr L’Osteria in Ludwigshafen
Nach etwas über einem halben Jahr zieht Shehman Islam eine positive Bilanz. „Wir sind zufrieden“, sagt der Standortleiter der L’Osteria in Ludwigshafen. Besonders freut ihn, dass sich bereits viele Stammgäste etabliert hätten. „Das fühlt sich ein bisschen an wie eine Familie“, sagt er. „Manche kommen dreimal pro Woche. Das gibt uns natürlich das gute Gefühl, dass wir etwas richtig machen.“ Unter den Gästen sieht Islam immer wieder auch bekannte Gesichter – Menschen, die er bereits aus anderen Filialen kennt, wo er zuvor gearbeitet hat.
Die L’Osteria gehört zu einer 1999 gegründeten Systemgastronomie-Kette mit inzwischen über 200 Standorten in Europa. Nach Mannheim, Heidelberg und Viernheim war Ludwigshafen der vierte Ableger der expandierenden Marke in der Region. Am Rheinufer hat das Unternehmen nach dem Auszug des ebenfalls italienischen Restaurants Tialini im vergangenen Jahr die Fläche übernommen. Seit Juli hatte es den Standort umfassend renoviert. Rund 1,4 Millionen Euro flossen dabei in Umbau und Ausstattung, bevor Ende Oktober der Probebetrieb startete.
Übernommen wurde aber nicht nur das Gebäude, wie Islam betont. Auch ein Großteil des früheren Teams blieb dem Standort treu und arbeitete in der L’Osteria weiter. „Und 90 Prozent des Teams sind seit der Eröffnung gleich geblieben“, sagt er. Auch das spricht aus seiner Sicht für die Atmosphäre im Restaurant.
Zum Manager hochgearbeitet
Das Konzept der L’Osteria-Kette folgt der Maxime des Casual Dining – eine Mischung aus entspannter Atmosphäre, italienischer Küche und dem Anspruch, dass die Gerichte in 15 bis 20 Minuten auf dem Tisch stehen. Bekannt seien die Restaurants des Unternehmens für die großen Pizzen. „Aber ganz oben stehen Gastfreundlichkeit und Qualität“, sagt Islam, der vor knapp zehn Jahren als Pizzabäcker begann und sich über Küche, Service und Weiterbildungen zum General Manager hocharbeitete.
Überzeugt ist er auch vom Standort selbst: Die Lage am Wasser gilt innerhalb der Kette als Besonderheit. Statt der üblichen 150 Plätze im Innenraum eröffnete die Ludwigshafener Filiale mit zwar nur 100 Plätzen drinnen, dafür aber nochmals fast 150 Plätzen im Außenbereich. Zitronen- und Olivenbäume sollen dem Ort ein mediterranes Flair verleihen, und selbst im Hochsommer gibt es hier immer Schatten.
„Für viele Gäste war es erstmal ein großer Wow-Moment, das Restaurant zu sehen“, sagt Islam. Auch ihm sei der Moment, als die ersten Gäste kamen, in besonderer Erinnerung geblieben. „Darauf hatten wir ja lange hingearbeitet.“
Relativ kleine Pizzastation
Besondere Herausforderungen habe es im ersten halben Jahr nicht gegeben, sagt Islam. Im Gebäude sei natürlich nicht alles perfekt gewesen. So sei besonders die Pizzastation sehr klein für die im Restaurant verkaufte Menge an Pizzen. „Aber das Team hat sich gut eingespielt.“ Mit dem großen Nachbarn Rhein-Galerie verstehe man sich gut. „Wir arbeiten eng mit dem Center-Management zusammen, zum Beispiel beim Marketing und besprechen viele Themen“, sagt Islam.
Zu den Ludwigshafener Großbaustellen in der Nachbarschaft und deren möglichem Einfluss aufs Geschäft kann Islam noch nichts sagen. In der Innenstadt sorgt die Baustelle rund um Rathaus-Center und Hochstraße Nord schon länger für spürbare Veränderungen. Mehrere Betriebe berichten von weniger Laufkundschaft und schwierigerer Erreichbarkeit. So unter anderem Vladislav Dmitriew, der das Ristorante La Casa di Laul auf dem Ludwigsplatz betreibt. Aber der Leiter der Ludwigshafener L’Osteria sagt: „Weil wir noch im ersten Jahr sind, fehlen uns die Vergleichswerte. Wir können nicht sagen, ob und wie sich das auswirkt.“ Natürlich beobachten er und sein Team die Lage jedoch.
Abseits der großen Fragen des Stadtumbaus läuft im Restaurant der Alltag weiter – und der bietet für Islam auch Momente, die ihm besonders wichtig sind. So etwa das Kinder-Pizzabacken, das einmal im Monat stattfindet. Und das Team arbeitet weiter daran, den Standort weiterzuentwickeln – mit kleinen Aktionen wie Glücksrad in der Rhein-Galerie oder der „Notte Italiana“ mit Live-Musik, die am 18. Juni erstmals stattfinden soll.