Ludwigshafen
Hochstraße: Neue Südtrasse wird ab Sommer gebaut
Laut Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck und Kämmerer Andreas Schwarz (beide SPD) ist vor einigen Tagen mit Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) in der Finanzierungsfrage ein Durchbruch erzielt worden. Demnach übernimmt der Bund 60 Prozent der Gesamtkosten, das Land 25 Prozent und die Stadt 15 Prozent – auch für mögliche Baukostensteigerungen sei ein Weg gefunden worden.
„Nach den Gesprächen mit Volker Wissing haben wir eine große Sicherheit bei der Finanzierung. Bis zum Sommer werden die Zusagen schriftlich auf dem Tisch liegen“, sagte OB Steinruck, ohne Details zu nennen. Der Bundesverkehrsminister werde auch an einer Stadtratssitzung teilnehmen. „Wissing hat sich verbindlich geäußert, dass er Ludwigshafen nicht im Regen stehen lassen wird“, so Kämmerer Schwarz. Momentan geht die Stadtspitze von Gesamtkosten von gut 1,1 Milliarden Euro für alle Projekte aus: Nord- und Südtrasse sowie Rathaus-Abriss. Dies würde bedeuten, dass Bund und Land 872 Millionen Euro übernehmen. Der städtische Anteil läge bei 254 Millionen Euro.
Erste Bauarbeiten
Vier Jahre nach der Sperrung der einsturzgefährdeten Pilzhochstraße und dem 2020 erfolgten Abriss wird mit dem Neubau der Ersatzhochstraße nun im Sommer 2023 begonnen. „Das klingt nach einer langen Zeit. Aber angesichts der vielen Auflagen ist das Lichtgeschwindigkeit“, meinte die OB. Erste Vorbereitungen laufen bereits: Dort, wo früher die Pilzhochstraße stand, haben Arbeiter damit begonnen, das Baufeld frei zu machen. Alte Stützpfeiler, die nach dem Abbruch stehen geblieben sind, werden nun abgerissen. Auch fünf Fundamente der „Pilze“ werden laut Tiefbauamtschef Björn Berlenbach entfernt.
Der Bauausschuss hat am Montag die Sanierung der sogenannten Weißen Hochstraße für 43,3 Millionen Euro auf den Weg gebracht, die sich an den abgerissenen Abschnitt anschließt. Dieser Teil der Hochstraße Süd wurde nach der Pilzhochstraße 1969 fertiggestellt, ist 850 Meter lang und besteht aus fünf Brückenbauwerken. Die Weiße Hochstraße, so benannt nach der Farbe der Pfeiler, weist einige Schäden und Mängel auf. Die Lager, auf denen die Brücken liegen, müssen ausgetauscht werden – ebenso die Übergangskonstruktionen zwischen den Einzelteilen. Auch der Beton und der Straßenasphalt müssen saniert werden. Bei der letzten Bauwerksprüfung erhielt die Weiße Hochstraße die mäßige Note 3,5. Nachdem der Bauausschuss nun die Sanierung bewilligt hat, sollen die Bauarbeiten ausgeschrieben werden. Im Oktober dieses Jahres soll es losgehen und im August 2025 soll die Weiße Hochstraße saniert sein.
Ab 2026 in Betrieb
Dann soll auch die Spannbetonkonstruktion als Ersatz für die Pilzhochstraße so gut wie fertig sein. Die Kosten werden auf knapp 100 Millionen Euro beziffert. An Neujahr 2026 soll die neue Südtrasse komplett fertig sein und Autos wieder darüber rollen. Der Zeitplan ist ambitioniert, doch die Bauverantwortlichen sind optimistisch, dass sie ihn einhalten. Das müssen sie auch, denn für den Abriss der Hochstraße Nord und den Bau der neuen Helmut-Kohl-Allee wird eine funktionierende Südtrasse gebraucht, die den Fernverkehr aufnimmt und über den Rhein führt.
Auch für das Nordprojekt laufen aktuell Arbeiten: Parallel zum Rathaus-Abriss (zirka 80 Millionen Euro), der bis Ende 2025 abgeschlossen sein soll, startet im Sommer die Ausschreibung für eine neue Brücke über die Bahngleise am Güterbahnhof. Baubeginn für diese Westbrücke mit bis zu 70 Meter langen Stahlträgern soll im Frühjahr 2024 sein. Diese Brücke wird künftig die ebenerdige Helmut-Kohl-Allee mit der A650 verbinden. Bis 2031 soll die neue Stadtstraße dann fertig sein, bekräftigten die Projektverantwortlichen. Die Kosten für das Nordprojekt beziffern sie derzeit auf 602 Millionen Euro.