Ludwigshafen
Lücke im Leihwagen-Netz geschlossen
Bisher gibt es rund 600 Kunden in Ludwigshafen. „Mit dem Auto am Bürgerhaus setzt sich das Wachstum in Ludwigshafen fort“, freute sich Stadtmobil-Mitarbeiter Dieter Netter bei der Vorstellung des neuen Angebots. Bisher hätten die Kunden aus den nördlichen Stadtteilen ein Stadtmobil-Fahrzeug in Friesenheim oder Oggersheim abholen müssen. Das sei ziemlich umständlich gewesen. Seit Februar gebe es ein Auto in Frankenthal, das vom Ludwigshafener Norden schneller zu erreichen sei. Mit dem Auto am Bürgerhaus hätten die Menschen aus Oppau, Edigheim und Pfingstweide nun ein Wohnort näheres Angebot, stellte Netter fest.
Der Parkplatz am Bürgerhaus sei der definierte Standort. Wenn dort kein Abstellplatz frei sei, könne das Auto auch im Umfeld abgestellt werden. Der genaue Standort werde jedem Kunden mithilfe einer App angezeigt, erläuterte der Stadtmobil-Mitarbeiter. Gerade wegen der Parkplatz-Situation in Städten bringe Carsharing einen echten Fortschritt, warb Netter. Denn ein „geteiltes“ Auto könne zehn oder noch mehr Privat-Pkw ersetzen und so Flächen für andere Nutzungen zurückgewinnen.
Lange auf Angebot gewartet
„Wir haben lange dafür gekämpft, heute ist es endlich soweit“, freuten sich auch Helene Ludwig und Helge Moritz vom Verein „Verkehrsinitiative Ludwigshafen“ über den Startschuss des Carsharings in Oppau. Das Angebot müsse nun weiter wachsen, zu begrüßen wären Stadtmobil-Autos auch in Edigheim und in der Pfingstweide, nannten beide Vorstände ihre Wünsche. Dass Carsharing auch ganz im Sinne der Ludwigshafener Stadtverwaltung ist, machte Verkehrsdezernent Alexander Thewalt (parteilos) deutlich. Auch die Stadtverwaltung wolle für den Fahrzeugbedarf des Stadtvorstands und der Ämter wieder Kunde bei Stadtmobil Rhein-Neckar werden, verriet Thewalt und berichtete über angelaufene Vertragsverhandlungen. Wie bereits in anderen Städten solle auch in Ludwigshafen dazu bei großen Wohnbauprojekten künftig Carsharing für den Nachweis von Stellplätzen eingesetzt werden können, kündigte er eine Absicht der Stadt an.
150 Stationen in der Region
Wie Netter erläuterte, bestehe das Prinzip des Carsharing darin, dass sich Leute, die nicht allzu oft ein Auto brauchen, ohne Probleme eines teilen könnten. Für die Autobesitzer, deren Privatwagen die meiste Zeit nur ungenutzt herumsteht, könne dies eine deutliche Kostenersparnis bedeuten. Trotzdem müsse auf den Komfort eines Autos nicht verzichtet werden, denn über die Mitgliedschaft bei Carsharing-Anbietern wie Stadtmobil Rhein-Neckar stünden genügend bereit.
Neben 33 Fahrzeugen in zehn Ludwigshafener Stadtteilen gibt es in Mannheim und Heidelberg weitere 150 Fahrzeug-Stationen. Geboten wird den Kunden eine ganze Fahrzeugflotte, vom Kleinwagen über Limousinen bis zum Kleinbus oder Transporter, die fest reservierbar sind. Es gibt auch bereits rund 20 E-Autos. Wie Netter betonte, sei das Aktienunternehmen Stadtmobil am Gemeinwohl orientiert und schütte keine Gewinne aus, sondern investiere in neue Angebote und Standorte.