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Kunst im Hauptbahnhof: Das Wandbild stammt von dem italienischen Künstler Mate One.
Kunst im Hauptbahnhof: Das Wandbild stammt von dem italienischen Künstler Mate One.

Der Ludwigshafener Hauptbahnhof ist nicht dafür bekannt ein Wohlfühlort zu sein. Doch in der Unterführung des Hauptbahnhofes hat ein Leser ein farbenfrohes Bild geschossen. Es zeigt gesprühte Kunst auf einer Wand. Was dahinter steckt.

Für seine Schönheit ist Ludwigshafen nicht bekannt. Und auch der Ludwigshafener Hauptbahnhof kann nicht unbedingt mit seinem Aussehen glänzen. Im Juni 1969 wurde der neue Hauptbahnhof in Betrieb genommen. Damals galt er als „Wunderwerk der Technik“ und „modernster Bahnhof Europas“. Von der Euphorie bei der Eröffnung ist heute nichts mehr übrig. Das einstige Prestigeobjekt der Bahn ist vom Fernverkehr abgehängt und ziemlich heruntergekommen.

Heute ist der Hauptbahnhof vor allem eins: sehr groß und unpraktisch für die Reisenden. Farblos wirkt das Gebäude, insbesondere an grauen Wintertagen. Begibt man sich jedoch in die Unterführung des Bahnhofs, taucht man in eine andere Welt ein, denn die Wände werden dort von vielen verschiedenen Graffiti geschmückt. Das hat Claus Wieland zur Kamera greifen lassen, er hat eines der farbenfrohen Motive abgelichtet und der Lokalredaktion geschickt.

1000 Farbdosen verbraucht

Doch was verbirgt sich hinter den kunstvoll auf die Wand gesprühten Motiven? Mit rund 2000 Arbeitsstunden, 400 Litern Wandfarbe und 1000 Farbsprühdosen wurde von September bis November 2020 die Unterführung des Ludwigshafener Hauptbahnhofs umgestaltet. Aus den ursprünglich grauen Wänden wurden bunte Kunstwerke.

Die Graffiti gehen auf ein Projekt der Deutschen Bahn zurück. Das Ziel: den Ludwigshafener Hauptbahnhof freundlicher und einladender zu gestalten. Den Auftrag vergab die Deutsche Bahn an das Kollektiv Buntic Media aus Wiesbaden. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von freiberuflichen Graffiti-Künstlern. Leiter des Projekts war Manuel Gerullis von Buntic Media. Er stellte ein Team aus 25 verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen zusammen. Die Teammitglieder stammten aus Venezuela, Italien, Spanien, Frankreich, Polen, Russland und Deutschland. Auf Grund der unterschiedlichen Herkunftsländer brachte jeder Künstler einen anderen Stil mit. Das Kunstprojekt lief deshalb unter dem Motto: „Meeting of Styles“ (deutsch: Treffen der Stile).

2020 entstanden

Das Leserfoto zeigt zwei Graffiti, die während des Projekts im Spätjahr 2020 entstanden sind. Auf der linken Seite sieht man das Kunstwerk von Mate One, der mit bürgerlichen Namen Martin Pinter Matteo heißt. Der gebürtige Mailänder, der in Europa und Brasilien arbeitet, wurde ebenfalls von Buntic Media angeworben und begeisterte sich schnell für das Projekt. Sein Graffito zeigt eine lächelnde junge Frau, die eine magentafarbene und eine lila Blume im Haar trägt. Der Hintergrund ist grün und bildet das Stadtbild der italienischen Hauptstadt Rom ab.

Mate steuerte für die Bahnhofsunterführung auch ein zweites Graffito bei, das sich an einer anderen Wand befindet. Dieses Bild zeigt ebenfalls eine lachende Frau. Die junge Frau ist allerdings vor der Berliner Stadtkulisse abgebildet. Mate hat die beiden Städte nicht willkürlich ausgewählt. Rom als italienische Hauptstadt steht für seine italienischen Wurzeln. Berlin ist seine neue Heimat und hat ihn insbesondere wegen der dortigen Straßenkunst-Szene in seinen Bann gezogen. Vier Tage arbeitete Mate an den beiden Wänden in Ludwigshafen, bis die Graffiti fertiggestellt waren. Für seine Werke verwendete er Sprühfarben aus der Dose. Einzig für die Grundierung der Wandbilder verwendete er eine Farbrolle.

Weitere bunte Akzente

Auf dem Leserfoto ist noch ein weiteres Graffito zu sehen. Es stammt ebenfalls aus dem Kunstprojekt der Deutschen Bahn in Zusammenarbeit mit Buntic Media. Die Suche nach dem Künstler oder der Künstlerin dieses Wandbilds erwies sich als schwierig. Zwar wurde eine Namensliste aller teilnehmenden Künstler veröffentlicht, allerdings wurden die Namen nicht zu den jeweiligen Kunstwerken zugeordnet. Letztendlich kann das Bild von einem Laien daher nicht mit Sicherheit zugewiesen werden, zumal auch der sogenannte Tag nicht eindeutig zu entziffern ist. Bei einem Tag handelt es sich um die Unterschrift eines Graffiti-Künstlers.

Die Graffiti am Hauptbahnhof sind nicht die einzigen, die in Ludwigshafen für bunte Akzente sorgen. Rund zwei Dutzend Wände und Hausfassaden im Stadtgebiet werden ebenfalls von beeindruckenden Kunstwerken geschmückt. Dabei handelt es sich um ein Kunstprojekt des Wilhelm-Hack-Museums. Das Projekt „Muralu“ will Kunst ins Stadtbild integrieren und damit ein großes Publikum zu erreichen. Egal, ob an einem Haus oder am Hauptbahnhof, die Bilder sorgen besonders in der dunklen Jahreszeit für eine bunte Abwechslung.

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