Ludwigshafen
Impfzentrum: Jetzt täglich 400 Injektionen
In den seit Montag für symptomfreie Menschen geöffneten städtischen Schnelltestzentren in der Eberthalle (vom Deutschen Roten Kreuz betreut) und in Oggersheim-Melm (DLRG, Am Brückelgraben 72) wurden in den ersten drei Tagen insgesamt 670 Menschen getestet. Darüber informierte am Donnerstag Markus Schneider als Verantwortlicher in der Stadtverwaltung. Sieben Personen seien positiv auf das Coronavirus getestet und ans Gesundheitsamt gemeldet worden. Die Betroffenen stammten nicht nur aus Ludwigshafen, sondern auch aus dem Umland, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Es kämen auch Menschen aus Worms, Mannheim oder dem Landkreis in die Ludwigshafener Testzentren.
OB: Heimspiele der Eulen nicht gefährdet
Die meisten Getesteten seien mittleren Alters (20 bis 40 Jahre), die Altersspanne der Untersuchten liege zwischen drei und 85 Jahren, berichtete Schneider. In die Eberthalle kamen seinen Angaben zufolge am ersten Tag 130, am zweiten Tag 171 und am dritten Tag 214 Personen – insgesamt 515. In Oggersheim waren es 155 (76, 15, 64). Nach und nach würden sich auch Apotheker beim Land für ein kostenloses Schnelltest-Angebot melden.
Der Malteser-Hilfsdienst eröffnet am Freitag zusätzlich ein Schnelltestzentrum in der Ludwig-Wolker-Freizeitstätte in Süd (Karl-Krämer-Straße 6). Bürger können sich hier von 17 bis 21 Uhr ohne Voranmeldung kostenlos testen lassen. Zweiter Öffnungstermin außer freitags ist dienstags von 18 bis 21 Uhr.
OB Steinruck betonte erneut, dass die Bundesliga-Heimspiele der Eulen-Handballer in der Eberthalle nicht gefährdet seien. An Spieltagen würden dafür im Zweifel Testkapazitäten reduziert. Das nächste Eulen-Heimspiel ist am Sonntag 21. März, 16 Uhr, gegen Lemgo.
17.001 Impfungen bisher
Gute Nachricht aus dem Impfzentrum: Ab Montag kann in der Walzmühle mit dem Moderna-Präparat ein weiterer Impfstoff verabreicht werden, kündigte Impfkoordinatorin Ramona List an. Täglich seien aktuell 400 Impfungen mit dem Wirkstoff Astrazeneca möglich. Zum Vergleich: Mannheim schafft 100 Impfungen täglich.
Lists Angaben zufolge sind in der Stadt – Stand 9. März – insgesamt 17.001 Person gegen Corona geimpft worden (10.457 Erst-, 6544 Zweitimpfungen). Bezogen auf die zu impfende Grundgesamtheit von 145.000 Menschen (ohne Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben) ergebe sich dadurch eine Impfquote von 11,7 Prozent. Für Erstimpfungen liege sie bei 7,2 , für Zweitimpfungen bei 4,5 Prozent. 7454 Injektionen (2244 für Zweitimpfungen) wurden seit 7. Januar im Impfzentrum gesetzt. In Pflege- und Wohnheimen erhielten Bewohner und Beschäftigte 3064 Impfungen (davon 1423 Zweitimpfungen). In den Krankenhäusern liege die Zahl bei 6483 verabreichten Impfungen (davon 2877 Zweitimpfungen). Impftermine seien bereits für weitere Einrichtungen wie Wohnheime und Werkstätten der Eingliederungshilfen vorgesehen. Schnellstmöglich sollen Bewohner von Asylunterkünften folgen. In den stadtweit zwölf Pflege- und Seniorenheimen sei die zweite Impfrunde für übernächstes Wochenende geplant.
Wegen Impfstoffmangels musste das Impfzentrum bereits zweimal eine Zwangspause einlegen: vom 27. Januar bis 16. Februar für Erstimpfungen. Ab 23. Februar wurde es für vier Tage komplett geschlossen.
Nach Chaos in Rhein-Galerie mehr Security
4813 Anzeigen gegen Corona-Verstöße hat das Ordnungsamt seit der zweiten Welle im Oktober bearbeitet, informierte dessen Leiter Martin Graf. Die meisten Verstöße (3500) gab es gegen die längst aufgehobene Maskenpflicht in der Innenstadt. Fast 800 Mal wurde die – ebenfalls gekippte – nächtliche Ausgangssperre (21 bis 5 Uhr) ignoriert. „Es ist deutlich ruhiger geworden, die Verstöße halten sich mittlerweile in Grenzen“, sagte Graf. Zehn bis 20 Maskenverweigerer würden täglich noch an Haltestellen erwischt, wo das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes weiterhin Pflicht ist.
180 Kleidungsstücke im Kinderwagen
Den ungewöhnlichsten Einsatz hatte der Vollzugsdienst am Dienstag in der Rhein-Galerie. Wegen einer Rabattaktion von C&A bildeten sich im Einkaufscenter lange Warteschlangen, die von Ordnungsamt und Polizei aufgelöst wurden. Unter anderem sei dort eine Frau herausgefischt worden, die 180 Kleidungsstücke in ihrem Kinderwagen gebunkert hatte. „Dass sich da lange Warteschlangen bilden, ist logisch“, sagte Graf.
Mehr Security, mehr Kassenpersonal
Mit Galerie-Betreiber ECE sei der Einsatz von mehr Security- und mehr Kassenpersonal vereinbart worden. „Damit sollte sich die Situation entspannen.“ Problematisch bleibe die Kontrolle von Quarantänebestimmungen. Aber auch hier lägen die Verstöße lediglich bei einer Quote von fünf Prozent. Massentreffen von Jugendlichen habe es zuletzt an der Gesamtschule in Oggersheim gegeben.
Einwurf: In Erklärungsnot
Impfquoten zu vergleichen ist schwierig und delikat, weil das Thema viel Zündstoff birgt und die Umstände überall ein wenig anders sind. In Mannheim waren mehr Impfstraßen offen und mehr Präparate im Einsatz als in Ludwigshafen. In Speyer wurden mobile Impfteams Ende Dezember wegen der damals hohen Inzidenz bevorzugt bedacht. Wegen Impfstoffmangels gab’s mancherorts Zwangspausen. Termine in Kliniken oder Pflegeheimen wurden durch Corona-Ausbrüche torpediert. Kurzum: Den Impffortschritt beeinflussen viele Faktoren. Dennoch gibt’s hier einen Trend, der nicht für Ludwigshafen spricht: Bisher insgesamt 17.000 Impfungen linksrheinisch stehen rechtsrheinisch in Mannheim gut 50.000 gegenüber. Eine Diskrepanz, die bisher niemand so richtig schlüssig erklären kann. Da hilft es auch nichts, sich die eigenen Zahlen irgendwie schönzurechnen.