Ludwigshafen / Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Debatte um Impfquoten in der Region

Wartebereich im Ludwigshafener Impfzentrum.
Wartebereich im Ludwigshafener Impfzentrum.

Unser Vergleich der Impfzentren in der Region am 6. März hat gezeigt: Die Impfquote in Mannheim, Speyer und Frankenthal ist dort gemessen an der Einwohnerzahl höher (um die zehn Prozent) als in Ludwigshafen und in Schifferstadt (um die vier Prozent). Wie begründen das die Verwaltungen in Ludwigshafen und im Landkreis?

Zur Erinnerung: Vom 7. Januar bis zur ersten Märzwoche wurden in den Impfzentren Ludwigshafen (177.000 Einwohner) insgesamt 6449 und im Kreis (155.000) 6400 Impfungen verabreicht. Das entspricht einer Quote von 3,7 bis 4,1 Prozent. In Mannheim (324.000) waren es 34.000 Impfungen, in Speyer (50.600) waren es 4994, in Frankenthal (49.200) 4543. Das entspricht Quoten zwischen 9,2 und 10,5 Prozent.

Wie kann das sein? Das fragten sich zuletzt auch zahlreiche Leser in Zuschriften – einerseits dankbar für die Übersicht zwei Monate nach der Öffnung der Impfzentren, andererseits überrascht mit Blick auf die Diskrepanz.

Kreissprecherin verweist auf absolute Zahlen

Impfquote hin oder her. Kornelia Barnewald, Sprecherin des Rhein-Pfalz-Kreises, lenkt die Aufmerksamkeit auf absolute Zahlen. Bezogen darauf seien mehr Menschen im Rhein-Pfalz-Kreis und in der Stadt Ludwigshafen geimpft worden als in Frankenthal oder Speyer. Verimpft werden könne nur das, was auch da ist. „Im Impfzentrum in Schifferstadt wurden die Impfdosen verbraucht, die uns das Land zur Verfügung gestellt hat“, sagt Barnewald. Die Impfzentren des Kreises und der Stadt Ludwigshafen seien seit Januar außerdem unterhalb ihrer eigentlichen Kapazität mit Impfstoff beliefert worden.

Wurden Städte besser beliefert?

„Prozentual scheint es, dass die Städte bei der Belieferung vom Land bevorzugt wurden. Warum dies so ist, können wir nicht beantworten.“ Barnewald macht noch auf etwas aufmerksam. Zu den Impfungen in den Impfzentren seien die Impfungen in Alten- und Seniorenheimen hinzuzuzählen, die durch mobile Impfteams vorgenommen wurden. Diese Zahlen würden dem Land vorliegen. Das Gesundheitsministerium verweist ans DRK. Der Landesverband meldet 3811 Impfungen in den Einrichtungen im Kreis. Neues Ziel im Schifferstadter Impfzentrum ist, bis zum Wochenende die 8000. Impfung zu schaffen. Impfstoff stehe ausreichend zur Verfügung, zumal Über-65-Jährige inzwischen auch mit dem Präparat von Astrazeneca geimpft werden könnten.

Bisher 17.001 Impfungen in Ludwigshafen

Die Ludwigshafener Impfkoordinatorin Ramona List verweist ebenfalls auf absolute Zahlen. Demnach seien in der gesamten Stadt – also in Krankenhäusern, Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie im Impfzentrum – bisher insgesamt 17.001 Person geimpft worden, was einer Quote von 11,7 Prozent entspreche. Die Quote für Erstimpfungen läge bei 7,2 Prozent und damit im Landesvergleich (7,4) durchaus im Soll.

Öffnungszeiten werden erweitert

Allein am Donnerstag hätten in den beiden Impfstraßen 400 Personen Injektionen erhalten, eine dritte Impfstraße sei im Aufbau, die Öffnungszeiten sollen erweitert werden (Montag bis Samstag, 7 bis 20.30 Uhr). Mit dem Moderna-Präparat komme in der nächsten Woche ein dritter Impfstoff neben Astrazeneca und Biontech hinzu, so List. „Wir bereiten uns auf eine Vollauslastung vor“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Bis zu fünf Impfstraßen auf zwei Etagen wären im ehemaligen Real-Supermarkt in der Walzmühle möglich.

Einwurf: Schwierige Quotendebatte

Impfquoten zu vergleichen ist schwierig, weil die Umstände überall ein wenig anders sind. In Mannheim sind mehr Impfstraßen offen und mehr Präparate im Einsatz als in Ludwigshafen. In Speyer wurde das mobile Impfteam Ende Dezember wegen der damals hohen Inzidenz bevorzugt bedacht. Wegen Impfsoffmangels gab’s hier und da Zwangspausen. Hinzu kommen Impfungen in Kliniken oder Heimen, die durch Corona-Ausbrüche ausgebremst werden. Kurzum: Den Impffortschritt beeinflussen viele Faktoren. Dennoch gibt’s einen Trend, der nicht für Ludwigshafen spricht: Bisher 17.000 Gesamtimpfungen linksrheinisch stehen 50.000 rechtsrheinisch in Mannheim gegenüber. Eine Diskrepanz, die bisher niemand so richtig erklären konnte.

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