Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Für jedes deutsche Tor eine Runde Schnaps: Wo in LU die Fußball-WM zu sehen ist

Public Viewing bei der Fußball-EM 2024 in Berlin.
Public Viewing bei der Fußball-EM 2024 in Berlin.

Noch hält sich die Euphorie in Grenzen: Aber wer die Fußball-WM beim Public Viewing in Ludwigshafen verfolgen will, für den gibt es hier schon mal einige Tipps zum Vormerken.

Vom 11. Juni bis zum Finale am 19. Juli wird die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada zumindest die Sportschlagzeilen bestimmen. Den meisten Fans bleibt dabei der Platz vor dem Bildschirm. Die Landesregierung hat bereits reagiert und ermöglicht der Gastronomie verlängerte Öffnungszeiten. Die Ludwigshafener Gastronomen wollen dies unterschiedlich ausnutzen.

„Nur mit Sponsoren möglich“

Felix Bowling oder auch der Pier One am Rheinufer sind in diesem Jahr nicht am Start und antworten mit einem knappen „Nein“ auf die Anfrage nach Public Viewing zur WM. Dafür will Simo Jokic bei der WM am Ball sein. Mit dem Clubhaus des BASF-Tennisclubs an der Weiherstraße und dem nicht weit entfernten Lu’s Beach-Club am Willersinnweiher will er groß einsteigen und bietet dabei nicht nur unterschiedliche Konzepte. „An der Beachbar ist mehr Party“, nennt er den wichtigsten Unterschied. Allerdings ist der Sandstrand unter freiem Himmel.

Zwei Faktoren seien deshalb für einen Erfolg wichtig: „Es muss trocken bleiben und Deutschland muss so weit wie möglich kommen.“ Zumindest die zweite Vorgabe haben die Kicker mit dem Bundesadler auf dem Trikot bei den Turnieren 2018 und 2022 mit dem Ausscheiden nach der Vorrunde nicht erfüllt. Auf das Wetter könne er hingegen reagieren. „Wir hätten Leinwände in den Seminarräumen oben“, verweist er auf das TC-Clubhaus. In den eigentlichen Gastroräumen laufe hingegen der Restaurantbetrieb weiter, während ebenfalls Fußball gezeigt wird, so seine Vorstellung. „Aber wir schauen erst einmal, wie das Ganze angenommen wird.“ Er habe für das komplette Turnier die zusätzlichen Gema-Gebühren überwiesen, sagt Jokic und betont: „Das war nur mit Sponsoren möglich.“

„Auch Spiele in der Nacht“

Im Clubhaus des BSC Oppau freut sich Horst Mempel auf die Spiele. „Wir sind, wie jedes Mal, dabei.“ Dabei zeigt sich der Gastronom flexibel: „Wenn es gewünscht ist, dann übertragen wir auch die Spiele in der Nacht.“ Dann aber wohl, aus Rücksicht auf die Nachbarschaft, im Clubhaus. „Aber eigentlich will ich im Juni wieder draußen aufbauen“, so Mempel. „Wir sind da flexibel. Wenn die Jungs Fußball gucken wollen, dann geht das bei uns.“

Simo Jokic, Gastronom beim BASF-Tennisclub.
Simo Jokic, Gastronom beim BASF-Tennisclub.
Im Clubhaus des BSC Oppau freut sich Horst Mempel auf die Spiele.
Im Clubhaus des BSC Oppau freut sich Horst Mempel auf die Spiele.
Im »Maffe« begrüßt Thomas Schulte-Hobein Fußball-Fans.
Im „Maffe“ begrüßt Thomas Schulte-Hobein Fußball-Fans.
Marc-André Unger will im »Blieskönig« auf jeden Fall das erste deutsche Spiel zeigen.
Marc-André Unger will im „Blieskönig“ auf jeden Fall das erste deutsche Spiel zeigen.
Mit Mittelfeldspieler Nadiem Amiri (FSV Mainz 05) steht auch ein Ludwigshafener im vorläufigen WM-Aufgebot.
Mit Mittelfeldspieler Nadiem Amiri (FSV Mainz 05) steht auch ein Ludwigshafener im vorläufigen WM-Aufgebot.

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Deutsche Vorrundenspiele gesetzt

In Mayers Rheintal in Friesenheim sind zunächst einmal die drei Vorrundenspiele der deutschen Elf gesetzt. „Ansonsten zeigen wir das, was die Leute gerne sehen wollen. Das machen wir schon seit 40 Jahren so“, heißt es aus dem urigen Lokal. Und seit fast vier Jahrzehnten gibt es dabei eine goldene Regel: „Für jedes deutsche Tor gibt es eine Runde Schnaps.“ Das sei vor zwölf Jahren beim 7:1 gegen Brasilien eine echte Prüfung gewesen. „Soweit es das Wetter zulässt, übertragen wir die Spiele auch in unserem Biergarten.“

Was im „Maffe“ übertragen wird

Im „Maffenbeier“ im Hemshof will es Thomas „Fitschi“ Schulte-Hobein zunächst einmal ein wenig ruhiger angehen lassen. „Die deutschen Spiele übertragen wir auf jeden Fall. Danach will ich erst einmal die Resonanz auf die Achtel- und Viertelfinalspiele abwarten.“ Und die jeweiligen Anstoßzeiten natürlich. Diese sind in der Vorrunde immerhin noch einigermaßen öffnungszeitenfreundlich. Der Auftakt gegen Curaçao am Sonntag, 14. Juni, beginnt bereits um 19 Uhr. Spiel zwei gegen die Elfenbeinküste ist am Samstag, 20. Juni, um 22 Uhr, und gegen Ecuador geht es am Donnerstag, 25. Juni, ebenfalls um 22 Uhr los. Bei möglichen Anstoßzeiten, die für Mitteleuropäer um 1 oder 3 Uhr in der Nacht liegen könnten, noch überschaubare Uhrzeiten. Und immerhin fallen im „Maffe“ auch keine zusätzlichen Gebühren an. „Wir zeigen nur, was in den öffentlich-rechtlichen Sendern läuft, und dafür zahlen wir schon unsere Gema-Gebühren“, so Schulte-Hobein.

Auftaktpartie an der Blies

Der erste Auftritt des deutschen Teams in Houston/Texas gegen Curaçao ist auch beim Public Viewing in der Freiluftgaststätte „Blieskönig“ im Bliesbad zu sehen. Pächter Marc-André Unger will während der WM mindestens dieses Spiel für seine Gäste zum Erlebnis machen. Ob nach diesem Termin weitere Spiele live übertragen werden, hängt vom Spielplan ab: „Wenn ein Spiel mit deutscher Beteiligung erst um 21 oder 22 Uhr nach deutscher Zeit beginnt, kann ich das vergessen, da machen weder die Behörden noch die Fußballfans mit.“

Zwei andere Veranstaltungen in der „Blieskönig“-Freiluftanlage mit zwei Schifferstadter Bands werden im Sommer unabhängig von derlei Überlegungen stattfinden: Am 18. Juli gibt es „Sommer-Rock“ mit den Stonehenge-Rock-Covers, am 29. August eine „Vollgas-Rock-Party“ mit den 400-PS-Rockmusikern.

Außerdem werden die WM-Spiele sicherlich in zahlreichen Clubhäusern der Fußballvereine gezeigt. Die Liste an sich ist also keineswegs vollständig.

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