Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF: Bauprojekt im Mittasch-Park hat sich erledigt

Der nach dem BASF-Chemiker Alwin Mittasch benannte Park bleibt erhalten.
Der nach dem BASF-Chemiker Alwin Mittasch benannte Park bleibt erhalten.

Die Idee eines Gewerbeprojekts auf dem Gelände das Alwin-Mittasch-Parks in Friesenheim wird nicht realisiert. Da es massiven Widerstand gegen eine Bebauung gibt, will die BASF Wohnen und Bauen ihr Areal dafür nicht zur Verfügung stellen. Für den Ortsvorsteher bleibt damit ein Problem ungelöst.

Wer im Klinikum arbeitet, als BASF-Mitarbeiter in der Feierabendhaus-Kantine speist oder regelmäßig die Friedenskirche besucht, ist wohl schon mal am Alwin-Mittasch-Park vorbeigekommen. Knapp vier Hektar groß ist der öffentlich zugängliche Park, der in den 1950er-Jahren auf einer ehemaligen Kleingartenanlage angelegt worden ist. Die Grünfläche gehört nicht der Stadt, sondern der BASF. Der Konzern pflegt den Park und gibt dafür jedes Jahr nach eigenen Angaben eine sechsstellige Summe aus.

Der Park entstand in den 1950er-Jahren.
Der Park entstand in den 1950er-Jahren.

Auf der Suche nach einem Platz für ein Gewerbeprojekt in Friesenheim ist vor etwa fünf Jahren die Idee entstanden, den Park als Standort zu nehmen. Damals gab es entsprechende Gespräche mit der BASF, die signalisierte, dass sie grundsätzlich bereit wäre, eine Entwicklung in diesem Bereich zu ermöglichen – wenn es dafür einen Konsens zwischen Politik und Stadtgesellschaft und damit eine klare Mehrheit gebe, sagt Johanna Coleman, Geschäftsführerin von BASF Wohnen und Bauen. Dann sei mehrere Jahre nichts passiert.

Aufgeheizte Stimmung

Im November tauchte die Idee im Ortsbeirat Friesenheim wieder auf: Der Parkplatz am Park und ein Teil der Grünfläche könnten mit einem Supermarkt, einem Parkhaus, einer Bäckereifiliale und einer Kindertagesstätte bebaut werden. Die Rewe-Supermarktkette habe Interesse an dem Projekt, mit dabei wäre auch die Bäckerei Görtz gewesen, deren Geschäftsführer Peter Görtz dem Ortsbeirat eine Projektskizze vorgestellt hatte. Ortsvorsteher Günther Henkel (SPD) sprach von einer „Riesenchance für Friesenheim“.

Eine Bürgerinitiative will das Projekt stoppen
Eine Bürgerinitiative will das Projekt stoppen

Danach regte sich massiver Widerstand. Eine Bürgerinitiative „Rettet den Alwin-Mittasch-Park“ gründete sich, sammelte Unterschriften und hat über 2700 Unterstützer für eine Online-Petition gegen das Projekt gewonnen. Auch FWG, Grüne und Naturschützer wie der BUND sprachen sich gegen eine Bebauung aus. Neben dem Erhalt der Natur ging es den Gegnern auch um den Schutz des noch vorhandenen Einzelhandels. Doch hätten die Befürworter in den vergangenen Wochen den Kontakt mit dem Grundstückseigentümer intensiver gesucht, wäre die Debatte schnell beendet gewesen.

BASF sieht kein Projekt

„Für uns ist der Park eine hochsensible Fläche. Wenn es keinen stadtgesellschaftlichen Konsens gibt, dann braucht man über so ein Projekt gar nicht weiter zu reden“, sagt Johanna Coleman von der BASF-Wohnungsbaugesellschaft. In der Anilin ist der Gegenwind für die Pläne und die aufgeheizte Stimmung in Friesenheim registriert worden. „Das Thema Bebauung hat sich aus unserer Sicht erledigt, denn ein mehrheitlicher Wille für das Projekt ist nicht erkennbar. Wir sind unter solchen Umständen nicht an einer Umwandlung der Parkfläche interessiert. Wir setzen kein Projekt und keine Planung auf“, sagt die 55-Jährige. Stadtentwicklung funktioniere nur im gemeinsamen Dialog.

Und jetzt? Die Gegner des Projekts dürften jubeln. Ortsvorsteher Günther Henkel nimmt es gelassen: „Für mich ist das kein Problem.“ Aber Friesenheim und der Hemshof bräuchten nach wie vor ein Angebot zur Nahversorgung der Anwohner. Dies werde in den kommenden Jahren zu einem Problem für ältere, nichtmobile Bürger werden, gerade nach der Schließung des Rathaus-Centers. „Die Leute sollten mal darüber nachdenken. Es gibt weiter Bedarf. Wir werden deshalb am Thema Nahversorgung dranbleiben, auch wenn der Standort Alwin-Mittasch-Park jetzt geplatzt ist.“

Zur Sache: Alwin Mittasch

Namensgeber des Parks ist der deutsche Chemiker Alwin Mittasch (1869-1953). Er stammt aus der Oberlausitz und wollte eigentlich Lehrer für Naturwissenschaften an einer Schule werden, wechselte dann aber in die Industrie. Zur BASF kam er Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde dort Assistent von Carl Bosch. Mittasch war ein herausragender Chemiker und machte bahnbrechende Forschungen zur Katalysatorentwicklung für die Ammoniak-Synthese. Nach ihm ist neben dem Park in Ludwigshafen noch ein Platz und in Maxdorf eine Straße benannt.

Namensgeber des Parks: der Chemiker Alwin Mittasch (1869-1953).
Namensgeber des Parks: der Chemiker Alwin Mittasch (1869-1953).
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