Landau
Sorgt pünktliche Wiedereröffnung von Aldi für Verkehrschaos?
Wenn es um die Annweilerstraße in Landau geht, würden Amerikaner vielleicht von „mixed bag“ sprechen, also der Zusammenkunft einer guten und einer schlechten Nachricht. Ist eben manchmal so im Leben. Also dann zuerst die gute Nachricht. Der Aldi dort wird wie geplant wiedereröffnet, am 24. Juli. Das hat das Unternehmen auf Anfrage der RHEINPFALZ bestätigt. Der Neubau der Filiale an selber Stelle hatte im September 2023 begonnen. Das alte Gebäude wurde abgerissen.
Errichtet wird nicht nur ein Marktgebäude. Darüber sind mehrere Stockwerke mit Wohnungen für 200 Studenten geplant – eine Kooperation von Aldi und dem Studierendenwerk Vorderpfalz. Der Bau ist fast fertig. Begründung seitens des Discounters für die pünktliche Wiedereröffnung: Es lief rund. Darf ja auch mal sein.
Schon jetzt Stau im Berufsverkehr
Was wird die neue von der alten Filiale unterscheiden? Der alte Aldi hatte dem Unternehmen zufolge 920 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie einen Parkplatz mit rund 150 Stellplätzen, der neue wird 1400 Quadratmeter und über 160 Stellplätze vorweisen können. Für Einkäuferinnen und Einkäufer noch dieser Hinweis: Es wird Kundentoiletten geben.
So, das waren für Aldi-Fans die guten Nachrichten, nun also zu den schlechten. Seit Monaten gibt es schräg gegenüber der Aldi-Einfahrt in der Annweilerstraße eine Baustelle. Ein Gebäude wurde auf dem Grundstück abgerissen, nach Angaben der Stadtverwaltung entstehen dort zwei Mehrfamilienhäuser. Dafür wurde ein Kran gestellt. Und damit der Platz hat und sicher steht, ist an dieser Stelle die Fahrbahn in Richtung Stadt seit Monaten gesperrt. Eine Ampel regelt den Verkehr, besonders im morgendlichen Berufsverkehr staut es sich häufig. Nervig.
Bauprojekt gegenüber verzögert sich
Doch jetzt zum eigentlichen Problem. Nach Angaben der Stadt war geplant, dass das Bauprojekt im August abgeschlossen wird. Also ziemlich zeitgleich mit dem Aldi-Bau gegenüber. Aber so ist es eben häufig mit Bauvorhaben: Am Reißbrett sieht alles viel einfacher aus, als es in Wirklichkeit ist. Der Bau der Mehrfamilienhäuser verzögert sich. Man muss also kein Prophet sein, um davon auszugehen, dass in den ersten Wochen angesichts dieses Szenarios ein Verkehrschaos in der Annweilerstraße droht, weil sich viele den neuen Aldi anschauen wollen.
Frage an die Stadt: Wie soll das funktionieren? „Die aktuelle Bauphase mit der Straßensperrung so, wie sie jetzt ist, ist nach Aussage des Bauherrn geplant bis Mitte August. Der Bau geht danach aber weiter, ob mit Straßensperrung oder ohne, wissen wir aktuell noch nicht“, erklärt Stadtsprecherin Sandra Diehl. Falls auch weiterhin ein Kran gebraucht würde, „kann dieser aber hoffentlich weiter Richtung Grundstück versetzt werden, sodass die Restbreite von sechs Metern für beide Fahrtrichtungen ausreicht“. Da hoffen wahrscheinlich nicht nur viele Landauer, dass das hinhaut.
Was ist mit Aldi-Filiale in Landau-Süd?
Diehl verspricht jedenfalls, die Stadt sei mit allen Akteuren in Kontakt, damit der Verkehr in der Annweilerstraße nicht noch mehr behindert wird. „Sollte der Aldi eröffnen, bevor die Straßensperrung aufgehoben werden kann, würde sich unsere Straßenverkehrsbehörde die Situation vor Ort noch mal ansehen, um gemeinsam mit allen Beteiligten eine gute Lösung zu finden.“
Und zum Schluss noch ein anderer Aspekt in dieser Geschichte. Die provisorische Aldi-Filiale in der Weißenburgerstraße hinter der Shell-Tankstelle, der Ersatzmarkt für jenen in der Annweilerstraße, wird laut Aldi nach der Wiedereröffnung nicht weiterbetrieben. Und wie geht es dann dort weiter? Das Gelände sei nicht in Besitz von Aldi, deshalb könne dazu nichts gesagt werden.