Landau
Für Landauer A65-Trog liegt Sanierungsvorschlag vor
[Ergänzt 15:45 Uhr: Kosten- und Sicherheitsfrage]Die Autobahnauffahrt Landau-Zentrum in Richtung Ludwigshafen ist gesperrt und wird dies auch noch eine Weile bleiben. Die Fahrspuren im Trog sind eingeengt, das Tempo reduziert. Alles Nachwirkungen eines Unfalls, der sich am 12. Oktober ereignet hat: Da hatten zwei Männer auf einem Hubsteiger an der Lärmschutzwand gearbeitet. Es war bekannt, dass deren Befestigungen möglicherweise nicht in Ordnung sind, doch mit einem Absturz hatte wohl niemand gerechnet. Trotzdem ist es passiert: eine tonnenschwere Platte der Lärmschutzwand hat sich gelöst, die Männer in die Tiefe gerissen und ihre Arbeitsbühne zerstört.
Heute, nach eingehender Untersuchung der Unglücksstelle, vermutet die Autobahn GmbH, Niederlassung Südwest, dass bei der Errichtung der Lärmschutzwand zwischen 1987 und 1990 Arbeiten teilweise unsachgemäß ausgeführt wurden. Die Gefahr, dass sich ein Lärmschutzelement ohne Fremdeinwirkung aus dem Trogbauwerk lösen könnte, schätzt die Gesellschaft aber immer noch als minimal ein.
Waren die Arbeiter schuld?
Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die beiden verunglückten Arbeiter für den Unfall selbst verantwortlich gewesen sein müssten. Die Autobahn GmbH betont jedoch, dass die Untersuchungen zur Ermittlung der Unfallursache durch Polizei und Staatsanwaltschaft Landau noch andauern.
Unmittelbar nach Freigabe der Unfallstelle hatten Experten der Autobahn GmbH damit begonnen, mögliche Sanierungsvarianten für den Trog zu prüfen. Jetzt sind die Planungsarbeiten abgeschlossen. Die Autobahn GmbH Südwest will die Lärmschutzelemente im Trog zusätzlich zu deren Befestigungen vor einer Stahlspundwand fixieren. Die Planung sieht vor, eine Verstärkungskonstruktion aus vorgesetzten Stahlträgern anzubringen. Diese soll aus senkrechten Stahlträgern bestehen, die jeweils am Beton-Deckel sowie am Beton-Boden des Trogbauwerks verankert werden. Dabei handelt es sich um eine individuell für Landau entwickelte Lösung.
150 Stahlträger nötig
Dieses Korsett muss auf beiden Trogseiten eingebaut werden, also auf rund 760 Metern Länge. Dafür werden rund 150 Stahlträger verbaut. Das beim Absturz zerstörte Lärmschutzelement auf der Ostseite des Trogs wird nachgefertigt. In Optik, Lärmschutzwirkung und Material werde es den übrigen Elementen entsprechen. Die Platte ist rund 5,20 Meter breit, drei Meter hoch und etwa fünf Tonnen schwer. Alles in allem rechnet die Autobahn GmbH mit Kosten im mittleren sechsstelligen Bereich.
Eine komplett neue Lösung hält sie nicht für angebracht: Erstens solle ein Bauwerk generell mindestens 50 Jahre halten, zweitens seien Trog und Lärmschutz in gutem Zustand. „Sicherungsbedürftig sind allein die Befestigungen der Lärmschutzelemente“, teilt Pressesprecherin Petra Hentschel auf Anfrage mit.
Damit die Stahlträger nichts allzu sehr ins Auge springen, sollen sie farblich so gestaltet werden, dass es für die Verkehrsteilnehmenden nicht störend wirkt. Bei der Detailplanung werde auch noch überprüft, ob das vorhandene Schutzsystem – also die Leitplanken im Trog – ausreichend ist oder angepasst werden muss, damit es keine zusätzlichen Unfallgefahren durch die Träger gibt.
Sonderanfertigungen nötig
Die Autobahn GmbH hat nach eigenen Angaben die notwendigen Unterlagen zur öffentlichen Ausschreibung dieser speziellen Ingenieurbauleistungen fertiggestellt. Anfang April soll die Ausschreibung erfolgen. Das Unternehmen, das den Zuschlag bekommt, kann auf die von den Experten der Autobahn GmbH erstellte umfangreiche Entwurfsplanung zugreifen. Die Stahlträger und Verankerungselemente müssten eigens in einem Stahlwerk gefertigt werden. Das wiederum bedeutet, dass die Arbeiten wohl erst im dritten Quartal (Juli bis September) beginnen können. Sie sollen im vierten Quartal abgeschlossen werden.
Bis dahin müssten die aktuell bestehenden Verkehrseinschränkungen beibehalten werden.
