Landau
Einplanen, ausplanen, doch bauen: Neues Park-Chaos in Landau
Es scheint zumindest auf den ersten Blick eine besonders absurde Parkplatz-Jonglage zu sein: Erst streicht die Landauer Lokalpolitik Dutzende Parkplätze am Rand der Paul-von-Denis-Straße, nun beschließt er, wegen der fehlenden Parkplätze einen Teil eines Baugrundstücks zum Parkplatz umzubauen. Und dabei handelt es sich nicht um irgendein Grundstück am Stadtrand, wo es keinen interessiert, sondern um eine Premiumlage am Eingang der Paul-von-Denis-Straße. Das versichern Experten der Landauer Bauwirtschaft.
100 Parkplätze weggefallen – oder Dutzende geschaffen?
Das ganze Problem hängt wenig überraschend mit den Anliegern der Straße und der mittlerweile fast schon legendären Zerstrittenheit der Landauer Stadtpolitik zusammen. Die Straße war ursprünglich mit Parkplätzen an beiden Seiten geplant worden. Zunächst seien es rund 100 Stellplätze gewesen, wie Bernd Löffel (CDU) im Februar 2024 vorrechnete, dann sei die Zahl auf 60 gesunken und schließlich bei rund 30 gelandet. Der damalige Mobilitätsdezernent Lukas Hartmann (Grüne) wies damals die Zahl 100 Parkplätze zurück – es seien je nachdem, welchen Plan man als Grundlage nehme, sogar mehr Parkplätze entstanden als ursprünglich veranschlagt.
Anstelle der Parkplätze entstehen zumindest an einigen Stellen Bäume und ein breiter Radweg, der parallel zur Straße Radgegenverkehr ermöglichen soll. Das haben die Grünen mit ihrem damaligen Mobilitätsdezernenten Lukas Hartmann unter anderem mit dem damaligen Koalitionspartner FDP gegen die Stimmen des anderen Partners CDU und die der SPD durchgesetzt. Aber: An der Umplanung ist auch das Medivicus nicht unschuldig.
Für Parkhaus Parkplätze gestrichen
Denn damals häuften sich die Berichte und Beschwerden über chaotische Zustände beim Gesundheitszentrum. Es gebe zu wenige Parkplätze und die Autos stünden kreuz und quer in der Gegend herum. Gut, dass Investor Jean-Pierre Baron ein Parkhaus in der Nachbarschaft bauen will, rund 400 Meter von der Kreuzung an der Queichheimer Brücke entfernt. Auch wegen dieses Vorhabens sind einige Stellplätze im öffentlichen Bereich gestrichen worden. Denn Baron hatte im Mobilitätsausschuss darum gebeten, diese abzuschaffen, und Hartmann hatte dem Ausschuss empfohlen, den Wunsch des Investors zu erfüllen. Das Argument: Parkplätze der Stadt im direkten Umfeld des Parkhauses wirkten sich nachteilig auf dessen Wirtschaftlichkeit aus. Dem kam die Mehrheit nach.
Christdemokrat Bernd Löffel, der damals gegen die Abschaffung der Parkplätze votiert hatte, erinnerte sich in der jüngsten Sitzung des Stadtrats: Er habe gefragt, ob die Stadt mit den Investoren gesprochen habe, ob dieses Vorhaben nicht mit deren Plänen kollidiert. Das sei nicht der Fall, habe es damals geheißen. Aber: Es ist nun doch ein Problem. Und hier kommt der Fitter Campus ins Spiel.
Geißler: Kein Schaden entstanden
Denn ein Ankermieter dieses Gebäudes gegenüber der Polizei soll ein Weinhandel werden, in dessen Geschäftsplanung eben öffentliche Stellflächen enthalten sind. Diese waren den Bauherren ja zugesichert worden und Teil der Planung. Warum das damals niemand auf dem Schirm hatte, ist unklar. Das Resultat: Die Stadt muss diese zugesicherten Stellplätze nun herstellen. Und die verfügbare Fläche ist eben jenes Premium-Grundstück im Norden der Straße, das nun nicht entwickelt, sondern zum Parkplatz wird.
Der jetzige Verkehrsdezernent, Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU), sieht kein Problem darin. Es gebe keinen Schaden, man habe ja eine Lösung gefunden. Die Parkfläche mit den 21 öffentlichen Parkplätzen sei an dieser Stelle strategisch sinnvoll für die Weiterentwicklung des Areals, so das Stadtoberhaupt. Diese Änderung hat der Stadtrat – trotz des Zorns der CDU – gegen die Stimmen von Grünen und Linken beschlossen.
