Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Pläne für Paul-von-Denis-Straße: Eine neue Hauptachse für den Süden

Bis Sommer 2025 soll die Paul-von-Denis-Straße fertig sein, verspricht die Landauer Stadtverwaltung.
Bis Sommer 2025 soll die Paul-von-Denis-Straße fertig sein, verspricht die Landauer Stadtverwaltung.

Noch gibt es Beschwerden über Wild-West-Parken im Schlamm, doch bald soll die Paul-von-Denis-Straße fertiggestellt werden. Am Donnerstag wurden Anliegern die bisherigen Planungen vorgestellt. Der Wegfall von Parkplätzen stößt auf Kritik.

Der Entwurf zur Fertigstellung der Paul-von-Denis-Straße, der am Donnerstag vorgestellt wurde, sei noch nicht im Stadtrat diskutiert worden, stellte der zuständige Beigeordnete Lukas Hartmann gleich zu Beginn fest. Und: „Beschlossen wird dieses Jahr nichts mehr.“ Denn: Die letzte Ratssitzung 2023 war in der vergangenen Woche. Zeit ist also noch.

Die Stadt hatte zu einem Bürgertreffen in den Ratssaal eingeladen. Anwohner und Anlieger der Paul-von-Denis-Straße sollten sich über den Stand der Planungen informieren können, denn die Straße soll bald fertiggestellt werden. Bisher parken die Autos in der Straße oft kreuz und quer – sauber kommt man bei Regen nicht davon. Unterirdisch sei die Straße schon fast fertig, sagt Christoph Kamplade, der Amtsleiter des Stadtbauamtes. Deswegen soll der Ausbau auch vergleichsweise schnell vorangehen. 250 reine Arbeitstage sind eingeplant – oder etwas über ein Jahr. Nur an zwei Stellen gebe es noch Unwägbarkeiten, da dort Wärmeleitungen die Straße queren müssen.

Neben dem Bau von Radwegen und Parkplätzen sowie der Pflanzung von 50 Bäumen soll am Südende der Straße ein Kreisel entstehen. Autofahrer, die beispielsweise jemanden absetzen wollen, sollen dadurch leichter umkehren können. Und auch Radfahrern, die von der Radbrücke gegenüber der Siebenpfeifferallee kommen, soll der Kreisel eine sichere Möglichkeit bieten, sich in den Verkehr einzufädeln. Der einzige Schwachpunkt seien Radfahrer, die aus der Allee kommend nach links abbiegen wollen. Hier sei anzunehmen, dass nicht wenige versuchen werden, abzukürzen.

Parkplätze am Straßenrand fallen weg

Die Paul-von-Denis-Straße soll eine Erschließungsstraße für die Südstadt und den Wohnpark am Ebenberg sein. Für den Radverkehr wird sie ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, als Verbindung zwischen der Radbrücke und dem Hauptbahnhof. Auch deshalb ist das Parken wieder ein großes Thema, denn die Radwege brauchen Platz. Auf der gesamten Straßenlänge von 676 Metern sollen am Straßenrand nur 36 öffentliche Stellplätze übrig bleiben, vor allem am Nordende. Dort werden Radfahrer auf der Straße entlanggeführt, bevor sie ab der Kreuzung mit der Franz-Schubert Straße in beide Richtungen auf der Westseite fahren sollen. Allerdings werden die wegfallenden Plätze ersetzt, 600 werden es am Ende voraussichtlich auf den Privatgrundstücken der Anlieger sein und 200 im Parkhaus, das neben dem Gesundheitszentrum Medivicus entsteht.

Aber Fahrradfahrer sind nicht der einzige Grund. Ein- und ausparkende Autos seien immer eine Behinderung für den Verkehr, so Kamplade. Und auch wegen des Parkhauses wurden einige Stellplätze gestrichen, da diese in direkter Konkurrenz zueinander gestanden hätten. Darum hatte der Investor, Jean-Pierre Baron, auch in der jüngsten Sitzung des Mobilitätsausschusses gebeten. Parkplätze der Stadt im direkten Umfeld des Parkhauses wirkten sich nachteilig auf dessen Wirtschaftlichkeit aus, argumentierte Baron. Die Parkplätze des Medivicus-Zentrums würden demnächst auch bewirtschaftet, kündigte er an. Zudem verwies er auf die derzeitige Lage der Immobilienwirtschaft, die steigenden Preise und das steigende Zinsniveau. Ein Auftritt, den Mitglieder des Ausschusses im Anschluss als „merkwürdig“ bezeichneten, eines ordnete ihn gar als „hart an der Grenze zur Bettelei“ ein. Hartmann hatte da schon signalisiert, die Wünsche des Investors ernstzunehmen und auf öffentliche Parkplätze im Umfeld des Parkhauses zu verzichten.

Die Stadt habe aber ein Interesse daran, dass das Parkhaus sich auch wirtschaftlich lohne, gerade mit Hinblick auf zukünftige Projekte wie das neue Wohnviertel im Südwesten Landaus, sagte Hartmann nun auch bei der Bürgerinfo. Auch dort sollen Parkhäuser entstehen. Statt der Parkplätze soll der Straßenrand an dieser Stelle grün werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

Behinderungen für Anlieger

Die Straße sei ein großes kommunales Projekt. 2,5 Millionen Euro wird sie am Ende gekostet haben, wobei Anwohner nichts mehr zahlen müssen. Deren Beitrag sei bereits in das Budget eingespeist. Eines werden sie allerdings doch noch brauchen: Geduld. Denn bis die Straße fertig ist, geplant ist das für Sommer 2025, werden einige Behinderungen auf sie zukommen. Gebaut werden soll abschnittsweise, vermutlich zuerst im Norden, wodurch die größten Behinderungen zu erwarten seien. Kamplade verspricht, dass jedes Grundstück zu jeder Zeit zu erreichen sein werde – allerdings nicht immer ohne Umwege. Und auch auf die Anwohner der benachbarten Wohngebiete könnten zeitweise Ausweichverkehr und der Lärm von Schwerlasttransporten zukommen.

Der zwischenzeitliche Wegfall der Parkplätze während des Straßenausbaus sorgt für Kritik. Mit der Fertigstellung des Parkhauses sei nicht mehr vor Ende der Straßenarbeiten zu rechnen, sagte Kamplade. Doch das Parkhaus komme, pflichtete ein Vertreter der Bauherren bei. Schließlich sei das Gelände schon gekauft und sie seien zum Bau verpflichtet. Eine Sache wird sich aber auch nach dem Ausbau nicht ändern: Man wird im Norden der Paul-von-Denis-Straße nicht nach links abbiegen können. Denn um das zu erreichen, hätte man das Gebäude dort an der Ecke abreißen müssen, und da habe der Denkmalschutz nicht mitgespielt.

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