Kommentar
Der Robin Hood der Gartenbesitzer
Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Das ist in etwa der Vorwurf, den die Freien Wähler dem Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) machen. Zum wiederholten Mal sogar. Freiermuths Ärger entzündet sich an der EWL-Pressemitteilung, dass Bäume im Herbst bis zu 30 Kilo Laub abwerfen und die Leute bitte die Kehrmaschine nicht mit geparkten Autos ausbremsen sollen.
Freiermuth schimpft, dass der EWL just „in dieser Zeit die grüne Biotonne nur noch im 14-tägigen Rhythmus“ leert. „Welch ein Widerspruch!“, schmettert er. Denn die grünen Tonnen werden nur bis Ende September wöchentlich geleert, seit Anfang Oktober aber nur noch alle zwei Wochen. Das hatte die FWG schon vor einem Jahr moniert und gerade nochmals Abhilfe gefordert. Dass über die Prüfung von Abhilfemöglichkeiten ein Jahr ins Land gegangen ist, erzürnt den wackeren FWG-Mann, was man durchaus verstehen kann. Doch noch mehr bringt es ihn auf die Kastanie, dass der EWL für zusätzliche Grünschnittsäcke zu zwei Euro pro Stück wirbt, wo er „die Biotonne nur einige Wochen länger wöchentlich leeren und dem Landauer Bürger nicht unnötige Kosten aufzwingen“ müsse.
Indes – eines hat Freiermuth nicht bedacht: Müllgebühren trägt die Allgemeinheit. Laut EWL kostet eine Woche Biomüll-Abfuhr 10.500 Euro. Da kommen bei ein paar zusätzlichen Fuhren etliche zehntausend Euro zusammen, die auf alle Landauer umgelegt werden müssten. Kann man machen, aber ist das fair? Das Laub ist tendenziell doch eher ein Luxusproblem der Eigenheim-mit-Garten-Besitzer.
Freiermuth weiß zudem – oder müsste es wissen – dass der EWL an einem neuen Abfallwirtschaftskonzept arbeitet. Da ist es wenig sinnvoll, Pflöcke einzurammen, bevor das Gesamtpaket vorliegt. Immerhin denkt der EWL schon in die richtige Richtung, wenn er erwägt, Container für Laub aufzustellen.
Auch dass in der Biotonne viel Geäst, Hecken- und Baumschnitt landet, weiß Freiermuth. Doch das stört bei der Vergärung, wenn in Westheim daraus Biogas erzeugt wird. Kurz und gut: Der Mann aus dem Mörzheim-Forest sollte nicht zu schnell schießen. Erst sauber zu zielen, kann nicht schaden.