Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Beigeordneter Hartmann lehnt Wechsel nach Mainz ab

Lukas Hartmann im Dialog mit Bürgern – damals ging es um das Erweiterungsprojekt Landau XXL.
Lukas Hartmann im Dialog mit Bürgern – damals ging es um das Erweiterungsprojekt Landau XXL.

Die Landauer Kommunalpolitik ist in Aufruhr. Der Oberbürgermeister wechselt zur Sparkasse, sein Beigeordneter Lukas Hartmann war für Posten im Land im Gespräch. Das umstrittene Aushängeschild der Grünen hat sich dagegen entschieden.

Lukas Hartmann wechselt nicht nach Mainz. Das sagt der Beigeordnete der Stadt Landau im RHEINPFALZ-Gespräch. Ende der vergangenen Woche kamen Gerüchte auf, dass der Grüne Staatssekretär im Mainzer Klimaschutzministerium unter Ministerin Katrin Eder werden solle – die Landes-Grünen äußerten sich nicht zu diesen Gerüchten. Die Ministerin werde entscheiden, wer ihr als Staatssekretär nachfolgt. Nun zeichnet sich ab: Hartmann hat nicht nur eine Kandidatur für dieses Amt abgelehnt.

Minister Hartmann?

Aus dem Führungsgremium der Partei hieß es, Hartmann sei zunächst als Minister im Gespräch gewesen. Sein Vorteil gegenüber Katrin Eder, die im Mai 2019 nach acht Jahren als Umwelt- und Verkehrsdezernentin der Stadt Mainz Staatssekretärin wurde: Er kommt nicht aus der Landeshauptstadt. Denn mit Katharina Binz leitet bereits eine Frau aus dem Landesverband Mainz das Familienministerium. Die Grünen legen zwar weniger Gewicht auf den Regionalproporz als andere Parteien, aber eine solche Konzentration ist ungewöhnlich. Doch Hartmann, der Eder sehr schätzt, lehnte ab. „Über die Entscheidung musste ich nicht nachdenken.“

Aus dem Landesverband gibt es keine offizielle Bestätigung, dass er als Minister gehandelt wurde. „Die internen Abläufe zu so wichtigen Personalentscheidungen sollen aus Sicht des Landesvorstands auch intern bleiben“, hieß es auf Anfrage. „Der Landesvorstand hat einen Personalvorschlag für das Ministerinnenamt unterbreitet, der breite Zustimmung in den Gremien gefunden hat. Die weitere Personalentscheidung obliegt im Wesentlichen der Ministerin.“

Hartmann lehnt auch Staatssekretärsposten ab

Eder bestätigte, dass sie Hartmann auf der Liste der möglichen Staatssekretäre hatte. Doch auch diesen Posten – Besoldungsklasse B9, also rund 140.000 Euro im Jahr – lehnte Hartmann ab. „Es gibt nichts, was ich lieber mache, als Dezernent der Stadt Landau zu sein“, erklärt er, „ich mache das hier sehr gerne.“ Diese Entscheidung würden viele Leute sicher nicht verstehen – „außer die Menschen, die mich kennen“. Seine Projekte kämen ins Laufen, die Ergebnisse könne er direkt sehen – „es wird besser. Und es ist ja auch nicht so, dass ich nichts falsch gemacht hätte.“ Er habe sich nicht gefragt, ob ihm die Schuhe in Mainz zu groß seien, denn er habe nie in Betracht gezogen, sie anzuziehen.

Lehnt jemand höhere politische Weihen im Land ab, so wie Hartmann es getan hat, kann er dann als Oberbürgermeisterkandidat seiner Partei antreten? Muss er vielleicht sogar? „Ich brauche noch Zeit, um darüber nachzudenken.“ Teile seiner Partei erhofften eine Kandidatur. Bereits 2015 war Hartmann zur Oberbürgermeister-Wahl angetreten, die Stichwahl erreichten der jetzige Amtsinhaber Thomas Hirsch (CDU) und Bürgermeister Maximilian Ingenthron (SPD). Hartmann habe in seinen zwei Jahren in der Landauer Stadtspitze einen „besseren Einblick erhalten, was es heißt, ein guter Oberbürgermeister zu sein“, sagt er. Gewählt wird wohl im kommenden Jahr, wenn Hirsch wie zu erwarten zum Sparkassenpräsidenten in Rheinland-Pfalz gewählt wird.

Verhältnis zu Ingenthron und CDU frostig

Die Grünen machten sich bereits Gedanken über den anstehenden Wahlkampf. Die SPD hat zwei Kandidaten zur Auswahl: Ingenthron und Stadtverbands-Co-Vorsitzende Jennifer Braun. Die CDU hat noch nicht über einen Kandidaten entschieden. Die Grünen wollen zumindest zügig einen Wahltermin festlegen „der für alle passt“, sagt Hartmann. Sein Verhältnis zu Ingenthron ist – vorsichtig formuliert – angespannt. Kommen Probleme auf ihn zu, falls der Sozialdemokrat gewählt wird? Eher nicht, meint Hartmann. Es gebe eine Regierungskoalition, die Stadtratsmehrheit entscheide über die meisten Projekte. Diese funktionierte auch weiterhin. „Wenn alle zu ihrem Wort stehen“, schränkt Hartmann ein. Das Verhältnis der Grünen zur Landauer CDU wird zunehmend frostig. „Wir Grünen haben schon immer zu unserem Wort gestanden – auch wenn es manchmal weh tut“, sagt er mit Blick auf den Koalitionspartner.

Hartmann ist ohne Zweifel das Gesicht der Landauer Grünen. Er lässt niemanden kalt – aber dass sein Abgang gen Mainz die lokale Partei in eine Krise gestürzt hätte, sieht er nicht so. Die Stadtratsfraktion wird von Lea Heidbreder und Lea Saßnowski geführt. Heidbreder ist seit der jüngsten Wahl Landtagsabgeordnete in Mainz und fühlt sich dort sehr wohl. Ihr Pendant Saßnowski wäre auch eine gute Dezernentin, meint Hartmann, aber die Grünen hätten auch eine Reihe junger, noch wenig bekannter aber talentierter Politiker, die ebenfalls für ein Amt geeignet seien.

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