Lemberg / Ludwigswinkel RHEINPFALZ Plus Artikel Unfall mit zwei Toten: Noch keine Klage erhoben

Das Foto der Feuerwehr entstand kurz nach dem Unfall. Die eigentliche Unfallstelle ist von hier aus nicht zu sehen.
Das Foto der Feuerwehr entstand kurz nach dem Unfall. Die eigentliche Unfallstelle ist von hier aus nicht zu sehen.

Zwei Menschen starben vor einem halben Jahr bei einem Unfall auf dem Braunsberg zwischen Salzwoog und Ludwigswinkel. Ein 27-Jähriger gilt als Unfallverursacher. Es gibt einen Grund, warum er noch nicht angeklagt wurde.

Es ist ein halbes Jahr her, dass auf dem Braunsberg zwischen Salzwoog und Ludwigswinkel ein Ehepaar aus Baden-Württemberg bei einem Unfall starb. Nach Darstellung von Polizei und Staatsanwaltschaft war ein damals 27-jähriger Autofahrer aus der Südwestpfalz am Sonntag, 10. September, gegen 17.30 Uhr auf der L487 von Salzwoog in Richtung Ludwigswinkel unterwegs, als er in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abkam und in den Gegenverkehr fuhr. Dort streifte der Wagen zunächst zwei entgegenkommende Autos, geriet ins Schleudern und stieß frontal mit einem weiteren Wagen zusammen. In diesem saß das Ehepaar, das bei dem Zusammenstoß so schwer verletzt wurde, dass es noch an der Unfallstelle starb. Der 27-Jährige und seine damals 18-jährige Beifahrerin wurden bei dem Unfall zum Teil schwer verletzt. Insgesamt acht Personen und ein Hund waren in den Unfall verwickelt.

Der tödliche Zusammenstoß ereignete sich auf gerader Strecke. Der Wagen des Unfallverursachers war zuvor ins Schleudern geraten
Der tödliche Zusammenstoß ereignete sich auf gerader Strecke. Der Wagen des Unfallverursachers war zuvor ins Schleudern geraten und mit zwei anderen Autos kollidiert.

Noch am Unfalltag begann ein Gutachter mit der Suche nach der Unfallursache. Dafür war die Straße bis zum nächsten Tag gesperrt. Dieses Gutachten liegt der Staatsanwaltschaft auch ein halbes Jahr nach dem Unfall noch nicht vor. „Bis wann das Gutachten hier eingehen wird, vermag ich nicht einzuschätzen“, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt jetzt auf RHEINPFALZ-Anfrage mit. Direkt nach dem Unfall stellte die Polizei den Führerschein des Unfallfahrers sicher. Seine Fahrerlaubnis hat der Mann nicht wieder zurückerhalten. „Der Führerschein ist weiterhin vorläufig entzogen“, erklärte Weingardt. Der Fahrer habe leicht unter dem Einfluss alkoholischer Getränke gestanden, ergänzte sie.

Die Polizei hatte noch im September mitgeteilt, dass der Alkoholtest einen Wert „weit unter dem Grenzwert von 0,5 Promille“ ergeben habe. Der Unfallfahrer und seine Begleiterin waren zuvor auf der Kerwe in Rodalben gesehen worden.

Das toxikologische Gutachten hatte bei der damaligen Auskunft der Polizei noch nicht vorgelegen. Die Staatsanwaltschaft ließ jetzt die erneut gestellte Frage, ob es darin Hinweise auf einen Drogen- oder Medikamentenmissbrauch des Fahrers gegeben habe, unbeantwortet.

Video und Fotos werden verbreitet

Der tödliche Unfall hatte für großes Aufsehen und heftige Reaktionen in den sozialen Medien gesorgt. Schon kurz nach dem Unfall kursierten erste Fotos von den zerstörten Autos. Auch ein Video wurde hundertfach geteilt, auf dem zu sehen war, wie der 27-Jährige seinen hochmotorisierten Wagen wenige Minuten vor dem Unfall auf ein Tempo von mehr als 180 Stundenkilometer beschleunigte.

Sollte dem 27-Jährigen nachgewiesen werden, dass er den Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit verursacht hat, könnte sich am Tatvorwurf noch etwas ändern. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft weiterhin wegen fahrlässiger Tötung gegen ihn. „An dem Tatvorwurf hat sich keine Veränderung ergeben“, erklärte die Leitende Oberstaatsanwältin. Solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, kann auch keine Anklage gegen den vermutlichen Unfallverursacher erhoben werden. „Bis wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, vermag ich nicht abzuschätzen“, ergänzte Weingardt.

Wenige Tage nach dem Unfall wurde dieser Blumenstock an der Strecke gepflanzt.
Wenige Tage nach dem Unfall wurde dieser Blumenstock an der Strecke gepflanzt.
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