Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Altenheim geplant: Schenk baut, Marienhaus betreibt

Das frühere Hotel Martin in Waldfischbachs Zentrum verfällt zusehends. Jetzt will die Schenk-Unternehmensgruppe das Haus abreiße
Das frühere Hotel Martin in Waldfischbachs Zentrum verfällt zusehends. Jetzt will die Schenk-Unternehmensgruppe das Haus abreißen und dort ein Seniorenheim bauen sowie betreutes Wohnen anbieten.

Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Schandfleck in der Ortsmitte von Waldfischbach-Burgalben verschwindet: Die Unternehmensgruppe Schenk aus Pirmasens hat sich das ehemalige Hotel Martin und weitere Grundstücke in der Hauptstraße gesichert und plant eine Seniorenresidenz. Einen Betreiber für das Projekt gibt es bereits: die Marienhaus GmbH. Das bestätigte Manfred Schenk auf Anfrage der RHEINPFALZ.

Die Unternehmensgruppe Schenk bringt viel Erfahrung bei der Entwicklung von Projekten für seniorengerechtes Wohnen mit. Aktuell realisiert die Schenk-Gruppe in Zusammenarbeit mit der Victor’s-Gruppe in Zweibrücken auf dem ehemaligen Parkbrauerei-Gelände ein Projekt, das ein Pflegeheim mit 145 Pflegeplätzen und 72 Wohnungen für betreutes Wohnen beinhaltet. Bereits deutlich weiter ist der Bau einer Einrichtung der Victor’s-Gruppe in Homburg-Erbach, wo bis Jahresende ein Pflegeheim (125 Plätze) in Kombination mit 75 Wohnungen entstehen soll.

Der Bedarf an einer solchen Einrichtung ist auch in Waldfischbach-Burgalben gegeben, sagt Manfred Schenk. Die Pläne – über die Schenk bereits mit der Kreisverwaltung Südwestpfalz gesprochen habe und die dort wohlwollend betrachtet würden – sehen vor, dass im Ortszentrum in Waldfischbach-Burgalben eine Seniorenresidenz mit etwa 90 Zimmern respektive Betten entsteht, die ein Pflegeangebot beinhaltet. Dazu soll sich betreutes Wohnen gesellen, das unter dem Titel „Wohnen 65+“ firmiert. Diese Größenordnung passe zu Waldfischbach-Burgalben, sagt Schenk. Das sei mit der Kreisverwaltung bereits thematisiert worden. Das Seniorenheim auf Maria Rosenberg, das im August schließen wird, bot 77 Plätze.

Geschäfte und Restaurants in der Nähe

Die notwendigen Grundstücke für das Projekt hat sich die Schenk-Unternehmensgruppe bereits gesichert. Sie umfassen das ehemalige Hotel Martin – dass dieser Schandfleck im Ortszentrum verschwindet, ist erklärter Wille des Gemeinderates sowie lang gehegter Wunsch der Bürger – und Grundstücke in der Hauptstraße (ehemalige Reinigung Rzittka). Es bestätige sich immer wieder, sagt Schenk, dass es sinnvoll ist, Angebote dieser Art zentrumsnah zu bauen und zu verankern. Das integriere die Bewohner ins tägliche Gemeindeleben und sorge zugleich für eine Belebung des Ortszentrums. In unmittelbarer Nähe befinden sich Restaurants, Eisdielen, Geschäfte, Friseure, Banken und der Bahnhof.

Neben gesicherten Grundstücken bringt das Projekt der Schenk-Gruppe einen weiteren wichtigen Baustein mit: Es gibt einen Betreiber für das Seniorenangebot. Die Marienhaus GmbH aus Waldbreitbach (Kreis Neuwied) will die Einrichtung betreiben, wenn der Gemeinderat den Plänen zustimmen sollte. Die Marienhaus-Gruppe, die etwa 13.500 Mitarbeiter zählt, ist ein christlicher Träger von Sozialeinrichtungen. Die Unternehmensgruppe, die in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen tätig ist, betreibt unter anderem 14 Krankenhäuser an 24 Standorten. Aktuell auch noch das Krankenhaus in Rodalben, das die Gruppe allerdings aufgibt: Das St. Elisabeth in Rodalben soll mit dem Städtischen Krankenhaus in Pirmasens zusammengelegt werden. Zu den Krankenhäusern, die Marienhaus betreibt, gehört die Klinik auf dem Kohlhof in Neunkirchen, die auf die Behandlung von Kindern spezialisiert ist. Aktuell betreibt die Marienhaus GmbH, die an gruppeneigenen Fachschulen zum Beispiel Altenpfleger ausbildet, 20 Alten- und Pflegeheime.

Es könnte schnell gehen

Voraussetzungen, um nach der Schließung der Senioreneinrichtung auf dem Rosenberg schnell wieder ein Angebot in der Gemeinde zu haben, das den Menschen ermöglicht, im Alter gut betreut in der Region bleiben zu können, sind damit gegeben. Stimmt der Gemeinderat, dem Schenk und die Marienhaus GmbH die konkreten Pläne so bald wie möglich vorstellen möchten, dem Projekt zu, könnte es schnell in die Umsetzung gehen.

Der Gemeinderat beschäftigt sich bereits mit einem ähnlich gelagerten Projekt, das eine Investorengruppe um Werner Bennewart plant. 200 Pflegeplätze sieht diese Gruppe in einer Seniorenwohneinrichtung vor, die auf dem Gelände des Bauhofs errichtet werden soll. Ob dieses Projekt genehmigt werden könnte, soll im Zuge einer laufenden Bauvoranfrage bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz geklärt werden. Bei der Vorstellung im vergangenen Jahr war auch damit geworben worden, dass diese Investorengruppe das ehemalige Hotel Martin erwirbt, um dort betreutes Wohnen zu ermöglichen.

Dieser Baustein entfällt, da sich die Gruppe um Bennewart nicht mit dem bisherigen Eigentümer auf den Kauf des früheren Hotels einigen konnte. Das ist der Schenk-Gruppe zwischenzeitlich gelungen. Auch wurde für das Projekt auf dem Bauhofgelände bis dato kein Betreiber benannt. Das Projekt würde zudem den Neubau eines Bauhofs der Gemeinde erfordern. Angedacht war, diesen auf das Gelände am Friedhof in Waldfischbach zu verlegen, wo kürzlich die Treibhäuser abgerissen wurden.

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