Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Nach jahrelanger Diskussion: Große IGS-Sportanlage wird nicht gebaut

Die IGS-Oberstufenschüler müssen ab Pfingsten zweimal wöchentlich in den Bus einsteigen, um zur Kreissportanlage oberhalb der IG
Die IGS-Oberstufenschüler müssen ab Pfingsten zweimal wöchentlich in den Bus einsteigen, um zur Kreissportanlage oberhalb der IGS in Thaleischweiler-Fröschen zu fahren.

Das war’s: Der Landkreis wird für die Integrierte Gesamtschule Daniel Theysohn in Waldfischbach-Burgalben (IGS) keine große Freisportanlage bauen. Auf dem Gelände der IGS wird eine kleine Lösung umgesetzt. Die Schüler der Oberstufe müssen zweimal wöchentlich in den Bus steigen und für den Leichtathletikunterricht nach Thaleischweiler-Fröschen fahren.

2017, die Oberstufe an der IGS war eingerichtet, hatte der Kreisvorstand entschieden, dass die Schule keine Wettbewerbsnachteile gegenüber den Gesamtschulen in Thaleischweiler-Fröschen und Contwig haben darf. Dazu gehört eine adäquate Sportanlage. Deshalb sollte auch die IGS in Waldfischbach-Burgalben eine gesetzeskonforme Anlage bekommen. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Euro. Die stehen im aktuellen Kreishaushalt bereit.

Vorausgegangen waren diesem Beschluss Untersuchungen an der Schule und im umliegenden Gelände. Das war zu klein, um die für die Oberstufe erforderliche Sporteinrichtung unterzubringen. Möglich war eine kleine Lösung: eine Laufanlage mit vier 75-Meter-Bahnen, eine Weitsprung- und eine Kugelstoßanlage. Ein 27 mal 15 Meter großes multifunktionales Kleinspielfeld ist wohl auch machbar. Das reicht aber nicht, um den im Oberstufenlehrplan vorgesehenen Sport abzudecken. Dazu braucht es zum Beispiel 100-Meter-Bahnen. Das SGW-Sportgelände, das dafür noch genutzt wird, ist in keinem regelkonformen Zustand, sollte als Übergangslösung dienen, bis die neue Sportanlage fertig ist.

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Diverse Lösungen geprüft

Es folgten Gespräche mit Schule und Ortsgemeinde, auch mit der SGW. Im Juni forderte der Landkreis die Ortsgemeinde auf, ihrer gesetzlichen Pflicht nachzukommen und als Schulträger ein geeignetes Gelände kostenlos zur Verfügung zu stellen. Zugleich untersuchte der Kreis ein Gelände in den Bruchwiesen, zwischen früheren Bouleplätzen, Sporthalle und Tennisplätzen.

Im April 2019 hatte der damalige Ortsgemeinderat zugestimmt, dem Kreis das Gelände in den Bruchwiesen zu überlassen – falls sich keine andere Lösung findet. Der Kreis fertigte Pläne für das Bruch. Nach dem Ende der Bauarbeiten am IGS-Sportgelände in Contwig wäre mit dem Bau begonnen worden. Nach den Kommunalwahlen 2019 – Bürgermeister und ein Teil des Rates hatten gewechselt – bat die Gemeinde den Kreis, das SGW-Gelände doch noch mal in Betracht zu ziehen. Der Kreis sagte zu, untersuchte parallel dazu den Sportplatz in Burgalben als möglichen Standort. Der schied aber schnell aus: Er war viel zu weit weg von der Schule, ein gefährlicher Weg führte entlang der stark befahrenen Hauptstraße und einen steilen Hang hinauf.

„Aus der Presse erfahren“

Jetzt im Februar wurde das SGW-Gelände noch einmal besichtigt. Unterschriftsreife Verträge, um dort eine Anlage mit Zaun zu bauen, lagen anschließend vor, sagte Landrätin Susanne Ganster am Montag im Kreisbauausschuss. Der Kreis setzte, weil dringender Handlungsbedarf für den Schulsport besteht, eine Frist bis 20. April. Würde die Gemeinde bis dahin nicht unterschreiben, wollte der Kreis auf den Beschluss von 2019 zurückgreifen und im Bruch bauen. Die Gemeinde unterschrieb nicht. Stattdessen hob der Rat kurz vor Fristende den Beschluss von 2019 auf. Im Umlaufverfahren. „Das haben wir aus der Presse erfahren“, sagte Ganster.

Der Bürgermeister habe im Februar beim Ortstermin klar gesagt, dass die Gemeinde das Gelände in den Bruchwiesen als Freizeitanlage nutzen will, erinnerte die Landrätin. Ein Pumptrack für BMX-Fahrer und Skateboarder ist geplant. Es sei eine hoheitliche Entscheidung der Gemeinde, was sie mit ihren Grundstücken macht, sagte Ganster. „Wir akzeptieren das“, betonte sie. Man respektiere auch die Entscheidung des Vereines, sein Gelände nicht zur Verfügung zu stellen.

Wie man über drei Ecken gehört habe, soll der Aufhebungsbeschluss inzwischen wieder aufgehoben sein, berichtetet die Landrätin. Dass die Ortsgemeinde Anfang Mai das als untauglich eingestufte Burgalber Sportplatzgelände noch mal anbot, ändert nichts mehr.

Ab Pfingsten geht’s nach Thaleischweiler

Der Kreisbauausschuss entschied einstimmig, dass der Landkreis sein Vorhaben aufgibt, der IGS Daniel Theysohn eine große Freisportanlage zu bauen. Stattdessen wird die kleine Lösung an der Schule eingerichtet, damit zumindest der Sportunterricht für die Mittelstufe stattfinden kann. Der Kreis fährt die Schüler der Oberstufe für den Leichtathletikunterricht ab Pfingsten zur Kreissportanlage in Thaleischweiler-Fröschen. „Wer rechnen kann, sieht, dass wir von den verplanten 1,3 Millionen Euro einiges sparen werden“, erläuterte Ganster, wie der Transport finanziert wird. Der Kreis will von der Gemeinde kein Grundstück mehr für eine Schulsportanlage. Die Vereinbarung mit der SGW, deren Gelände für den Unterricht zu nutzen, endet mit dem Schuljahr 2021/22. Bis spätestens Ostern 2022 soll die kleine Anlage an der Schule gebaut sein.

Zwischen den Schulleitungen in Thaleischweiler-Fröschen und Waldfischbach-Burgalben gab es bereits organisatorische Gespräche. Der Sport sei eine gute Möglichkeit, die im Schulentwicklungsplan angeregten Kooperationen anzustoßen, sagte Ganster.

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