Waldfischbach-Burgalben Kommentar: Gemeinde gefährdet Schule

Stehen Schulschließungen an, kämpft jeder Ort hartnäckig um den Erhalt. So war es am Ende der Realschule plus in Wallhalben. Eine Schule macht die Gemeinde als Wohnort attraktiver und bringt Umsätze für Handel und Dienstleistungsgewerbe. Den Vertretern von Waldfischbach-Burgalben ist das wohl nicht bewusst. Der Rat hat nein gesagt zum einzig machbaren Standort für eine oberstufentaugliche IGS-Freisportanlage. Mit ihrer Entscheidung, dem Kreis das Gelände nicht zu geben, gefährden die Mitglieder die Oberstufe und damit auf lange Sicht den Schulstandort. In Wallhalben sanken mangels wettbewerbsfähigem Angebot die Schülerzahlen. Konsequenz: Schulschließung. Sich in den Bus setzen zu müssen, um zum Sportunterricht zu fahren, ist für Schüler nicht attraktiv. Entscheiden sich künftig noch weniger Schüler für die Oberstufe an der IGS in Waldfischbach, wird es eng. Immerhin drei Gesamtschulen konkurrieren im Kreis um die angehenden Abiturienten. Der Schulentwicklungsplan empfiehlt bereits eine Konzentration der Oberstufe, sieht den Standort Thaleischweiler-Fröschen am besten gerüstet.
Waldfischbach-Burgalben kann nicht aufholen. Aussagen im Gemeinderat, dass der Schulstandort nicht gefährdet wird, haben sich spätestens mit dem Beschluss, das Gelände in den Bruchwiesen nicht zur Verfügung zu stellen, als Lippenbekenntnisse erwiesen. Vor allem, weil der Beschluss wenige Augenblicke vor Ende der vom Kreis gesetzten Frist erfolgte. Das kann als Affront gewertet werden. Seit Herbst 2019 war klar, dass es keine Lösung auf dem SGW-Gelände gibt – weil der Kreis mit Blick auf die Sicherheit des Eigentums der Allgemeinheit keine Lösung ohne Zaun bieten und der Verein ohne erhebliche Investitionen ins eigene Gelände dem Zaun wegen der Sicherheit der Fußballer nicht zustimmen konnte.
