Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kolumne: Wochen der Entscheidung

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Aufgespießt: Der Frühling kommt, und Entscheidungen stehen an. Kommt der Wald gut durch den Sommer? Um das zu ermöglichen, versuchen die Förster, gefräßigen Käfern ins Liebesspiel zu grätschen. Bekommen die Waldfischbacher Schüler endlich einen richtigen Sportplatz? Fraglich. Denn vermutlich ließ die Gemeinde eine Frist dafür verstreichen.

Unheil aus Rammelkammern: Kommt der Borkenkäfer?

Nun hat sich auch in der Südwestpfalz der Frühling eingestellt. Die Prognosen der Wetterexperten zeigen, dass in den nächsten Tagen mit stabilen Temperaturen um die 15 oder 16 Grad zu rechnen ist. Was viele freut, lässt manchen bangen. Zumindest Forstexperten. Denn im Wald beginnen die Wochen der Entscheidung. Es geht um die Frage, ob der Borkenkäfer in den südwestpfälzischen Wäldern auch in diesem Jahr wieder in großer Anzahl auftritt und enorme Schäden verursacht.

Mitte April, wenn sich die Temperaturen stabil bei der 15-Grad-Marke einpendeln, fliegen sie aus. Zunächst Pionierkäfer, die die Lage erkunden. Sie suchen geeignete Bäume für die Brut. Die Pionierkäfer bohren sich in die Rinde, legen sogenannte Rammelkammern an. Mittels Pheromonen, also Duftstoffen, locken sie weitere Borkenkäfer an. Nach der Paarung legen die Weibchen die Eier ab. Schon die Larven, später auch die Jungkäfer, fressen sich durch den unter der Rinde liegenden Bast. Darin befinden sich die Leitungsbahnen, die dafür sorgen, dass der ganze Baum mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird. Werden die Leitungen durch die gefräßigen Käfer durchtrennt, kann der Baum absterben.

Mit ihm trifft es in der Regel zahlreiche Nachbarbäume, wie etliche kahle oder frisch aufgeforstete Stellen im Pfälzerwald beweisen. Wenn es warm wird, muss der Förster als Hüter des Waldes also zum Verhütungsspezialisten werden und den käferlichen Frühlingsgefühlen Einhalt gebieten. Er muss mit Argusaugen durch sein Revier streifen, von Käfern heimlich eroberte und zu Liebesnestern umfunktionierte Bäume entdecken und schnell entfernen. Nur so lässt sich die Anzahl der Rammelkammer minimieren. Ohne Rammelkammer kein Nachwuchs. Und das wäre, zumindest was den Borkenkäfer angeht, eine gute Entwicklung.

Sportplatz für Schüler: Gemeinde ist am Zug

Wochen der Entscheidung sollen es auch bei einem anderen Thema sein: Es fehlt – immer noch – die Antwort auf die Frage, wo Schüler der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn in Waldfischbach-Burgalben in absehbarer Zeit Schulsport im Freien betreiben. Welches Gelände die Ortsgemeinde – wozu sie von Rechts wegen verpflichtet ist – dem Kreis für den Bau einer Schulsportanlage überlässt, muss geklärt werden. Bis Dienstag, 20. April, hatte Landrätin Susanne Ganster der Gemeinde respektive der SG Waldfischbach eine Frist gesetzt. Nach dem Willen der Ortsgemeinde soll die Sportanlage auf dem Gelände der Spielgemeinschaft entstehen. Bis 20. April sollte der Vertrag, der regelt, dass der Kreis auf dem Gelände wie geplant bauen kann, unterschrieben bei der Kreisverwaltung eingegangen sein. Dem Vernehmen nach liegt dem Kreis bis dato kein unterschriebener Vertrag vor.

Verbunden war die gesetzte Frist mit dem Hinweis, dass der Kreis, wenn ihm die vorgesehene Fläche auf dem SGW-Gelände nicht überlassen wird, auf einen Ratsbeschluss aus dem April 2019 zurückgreift. Damals hatte der Rat in Waldfischbach-Burgalben entschieden, dem Kreis als Schulträger ein Gelände in den Bruchwiesen für die Schulsportanlage zu überlassen, falls es keine Einigung bezüglich des SGW-Sportgeländes gibt.

Das könnte allerdings schwierig werden: Kurz vor dem Fristende stieg der Gemeinderat in ein Umlaufverfahren ein, das eine Ratssitzung in Präsenz ersetzt. Bei diesem Umlaufverfahren, das bedingt ist durch die Corona-Pandemie, stimmen die Ratsmitglieder schriftlich über Punkte ab, die ansonsten in einer Ratssitzung behandelt würden.

Ein Tagesordnungspunkt in diesem Verfahren: „Übertragung eines Grundstücks an den Landkreis Südwestpfalz zur Errichtung einer Sportanlage: Aufhebung des Beschlusses vom 29.4.2019“. Das ist der Ratsbeschluss, auf den der Kreis zurückgreifen wollte, falls es keine vertragliche Einigung zum SGW-Gelände gibt.

Wird der Beschluss aus dem Jahre 2019, wie zu erwarten ist, aufgehoben, heißt das im Klartext: Die Gemeinde stellt das Gelände in den Bruchwiesen nicht zur Verfügung, der Kreis kann dort keine Schulsportanlage bauen.

Die Konsequenzen? Könnten schmerzlich sein. Zumindest dann, wenn nicht absehbar eine geeignete Fläche für den Schulsport angeboten wird. Dann könnte es in dieser Angelegenheit, in der es bis dato schon keine Gewinner gibt, neben den Schülern der IGS noch viel mehr Verlierer geben.

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