Contwig / Zweibrücken
Kreis möchte 2023 Straße von Contwig zum Outlet ausbauen
Für den Kreis ist die Truppacher Straße vom Contwiger Bahnübergang hoch zum Zweibrücker Flugplatz – die Kreisstraße 74 – weit wichtiger als die Hüttenstraße und ihre Verlängerung nach Zweibrücken – die Kreisstraße 72, auch bekannt als „Alte B10“. Der Contwiger Teil der K72 sei deutlich besser als auf dem Abschnitt, der zur Stadt Zweibrücken gehört. Über Jahre sei versucht worden, die Straße sowohl im Landkreis als auch in der Stadt in einer Gemeinschaftsmaßnahme zu sanieren. Zwar möchte Zweibrücken seinen Teil nächstes Jahr erneuern, nun setzt der Kreis aber andere Prioritäten.
Die Truppacher Straße in Contwig habe mit mehr als 2200 Fahrzeugen am Tag „eine vielfach höhere Verkehrsbedeutung“ als die „Alte B10“, sei aber in keinem besseren Zustand, schreibt Kreis-Pressesprecher Thorsten Höh auf Anfrage der RHEINPFALZ. Das habe die letzte Zustandsbewertung für beide Straße ergeben. Der Landkreis sei daher der Empfehlung des Landesbetriebs Mobilität in Kaiserslautern gefolgt und habe die Sanierung der K72 zu Gunsten der K74 zurückgestellt. Zum Teil wird die K74 bereits ausgebaut: zwischen Bahnübergang und Ortsmitte, dort ist sie die Bahnhofstraße.
2,6 Millionen Euro im Ausbauprogramm
Gleichzeitig habe der LBM Kaiserslautern den Auftrag, den Ausbau der Strecke außerhalb Richtung Outlet Center zu planen. Sowohl die Truppacher Straße selbst wie auch die freie Strecke zur L480 am Outlet Center stehen laut Höh „mit vorsichtig geschätzten Baukosten von 2,6 Millionen Euro im Straßenbauprogramm 2022 des Landkreises“. Zumindest außerhalb des Dorfes soll 2023 mit dem Ausbau begonnen werden. Das Straßenbauprogramm des Landkreises sehe zwar auch einen Ansatz von 300.000 Euro für die „Alte B10“ Richtung Zweibrücken vor. Dieses und nächstes Jahr sei aber nicht mit einer Sanierung zu rechnen.
Die Hauptverbindung zwischen Contwig und Zweibrücken ist die L471, die vom Zweibrücker Bahneinschnitt kommt, über die Dorndorfkreuzung führt und zur Contwiger Ortsdurchfahrt wird. Sie verläuft parallel zur „Alten B10“ auf der anderen Seite der Bahngleise und des Schwarzbachs. Deshalb stelle sich auch die Frage, ob die K72 tatsächlich eine Kreisstraße bleibt, oder ob sie zur Gemeindestraße herabgestuft wird. Damit müsse zu gegebener Zeit gerechnet werden, schreibt Kreissprecher Höh. Diese Frage stelle sich jedoch unabhängig von einem gemeinsamen Ausbau mit der Stadt Zweibrücken.
Kreis könnte Straße an Gemeinde abgeben
Für Contwig würde eine Herabstufung bedeuten, dass künftig die Gemeinde für die Straße zuständig ist und dann die Reparaturen und Sanierungen bezahlen muss. Allerdings müsste der Kreis die Straße zunächst erneuern, bevor er sie an die Gemeinde abgibt, oder zumindest eine Ausgleichszahlung leisten. Das zumindest fordert der Kreis vom Land in einem ähnlichen Fall: Das Land möchte einige Straßen an den Kreis abgeben, darunter die L469 von Großbundenbach nach Käshofen, die L466 zwischen Rieschweiler-Mühlbach und Maßweiler, die L475 zwischen Wallhaben und Thaleischweiler-Fröschen und die L479 von Hornbach nach Brenschelbach.
Dass die „Alte B10“ wieder ins Bewusstsein gerückt ist, liegt daran, dass in Contwig die Bahnhofstraße saniert wird. Vom Ortskern erreicht man den südlichen Teil des Dorfs nicht mehr mit dem Auto. Wer zum Beispiel zum Wertstoffhof will, ist über die „Alte B10“ am schnellsten. Die CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat fordert, dass diese Straße möglichst bald saniert wird. Zu dem Antrag tagt der Rat am Mittwochabend, 4. Mai.