Zweibrücken / Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel CDU möchte katastrophale Straße nach Contwig sanieren

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) nennt den Straßenzustand „katastrophal, wenn man es noch glimpflich ausdrückt“.
Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) nennt den Straßenzustand »katastrophal, wenn man es noch glimpflich ausdrückt«.

Manche nennen sie „die schlechteste Straße der Pfalz“: die „alte B10“ zwischen der Zweibrücker Fasanerie und Contwig. Die CDU möchte, dass die Straße saniert wird. Es gäbe noch eine andere Möglichkeit.

Die Straße von der Fasanerie nach Contwig sollte dringend saniert werden. Verbandsbürgermeister Björn Bernhard soll deshalb mit der Stadt sprechen. Das fordert die CDU Zweibrücken-Land. Die Straße führt vom alten Niederauerbacher Bahnhof Tschifflick am Fuß der Fasanerie als Annweilerstraße parallel zur Bahnlinie nach Contwig, wo sie zur Hüttenstraße wird und am Bahnübergang endet. Sie ist etwa vier Kilometer lang und auf Zweibrücker Gebiet in einem erschreckend schlechten Zustand. Auf komoot.de, einem Routenplaner für Sportler, schreiben Radfahrer: „Die schlechteste Straße der Pfalz?“, „Auf dem kleinen Seitenstreifen ist man schneller als die Autos auf der Straße“ und „Tausende Löcher im Boden, muss man bald mit Panzern fahren“. Verbandsbürgermeister Björn Bernhard (CDU) nennt sie „katastrophal, wenn man es noch glimpflich ausdrückt“.

Die Straße ist so schlecht, dass Tempo 30 gilt.
Die Straße ist so schlecht, dass Tempo 30 gilt.
Die Strecke dienst den Contwigern derzeit als Umleitung, weil die Bahnhofstraße gesperrt ist.
Die Strecke dienst den Contwigern derzeit als Umleitung, weil die Bahnhofstraße gesperrt ist.
Am Ortsausgang Niederauerbach.
Am Ortsausgang Niederauerbach.
Kurz hinter Contwig, auf dem Gebiet des Kreises, ist die Straße noch halbwegs in Ordnung.
Kurz hinter Contwig, auf dem Gebiet des Kreises, ist die Straße noch halbwegs in Ordnung.
Auf Zweibrücker Gemarkung ist die Straße in einem sehr schlechten Zustand.
Auf Zweibrücker Gemarkung ist die Straße in einem sehr schlechten Zustand.

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Wer von Contwig nach Zweibrücken möchte oder umgekehrt, nutzt normalerweise die gut ausgebaute L471, die an die Dorndorf-Kreuzung und den Bahneinschnitt führt. Die „Alte B10“, wie die Straße an die Fasanerie genannt wird, nutzen vor allem die Contwiger, die südlich der Bahnlinie wohnen, und Gäste der Hahnberghütte des Zweibrücker Pfälzerwald-Vereins. Weil aber die Contwiger Bahnhofstraße seit September 2021 ausgebaut wird, kommt man vom Contwiger Ortskern nicht mehr mit dem Auto an den Wertstoffhof, den Bahnhof und den Sportplatz der Palatia. Deshalb wird die „Alte B10“ derzeit stärker befahren als sonst.

„Viele Bürger haben ihren Unmut geäußert“

Darauf weist auch die CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat hin. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich an uns gewandt und ihren Unmut geäußert. Die Straße ist in einem mehr als desolaten Zustand auf der Zweibrücker Gemarkung. Wir sind der Meinung, dass hier dringendst gehandelt werden muss“, schreibt Fraktionssprecher Klaus-Martin Weber in dem Antrag, den er am Mittwoch im Verbandsgemeinderat einbringen wird.

„Dass dort noch nix passiert ist, ist ein Wunder“, sagt Fraktionssprecher Weber im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Straße sei so schlecht, „dass man auf dem Zweibrücker Teil schon nicht mehr mit dem Fahrrad fahren kann“, findet er. Die Straße aufgeben möchte er nicht, „weil sie immer noch ein Notweg für die Contwiger ist“ und „immer mal als Ausweichstrecke“ diene. Björn Bernhard dagegen sagt: „Ich hätte kein Problem damit, wenn man sie als Fahrradweg nutzt.“

Als Radweg würde die Straße eine Lücke schließen

Tatsächlich würde die „Alte B10“ passgenau eine Lücke für Fahrradfahrer schließen: Die kommen aus Richtung Bliesgau über den Zweibrücker Rosenweg und müssen dann an der Dorndorfkreuzung durch die enge, zugeparkte Contwigerhangstraße. Über einen ebenfalls etwas mitgenommenen asphaltierten Weg am Waldrand erreicht man Contwig. Man fährt dort aber entgegen die Fahrtrichtung auf dem Gehweg, der auch noch von Seitenstraßen unterbrochen ist. Und man muss die vielbefahrene Ortsdurchfahrt überqueren, um auf den Freizeitweg durchs Schwarzbachtal zu gelangen. Wäre die Annweilerstraße zum Radweg umgebaut, könnte man vom Rosenweg über die Brücke am Kiebitzmarkt fahren und wäre nach etwa 100 Metern wieder auf einer Strecke ohne Verkehr. Kurz vor Contwig könnte man im Gebiet „100 Steine“ die Bahnschienen überqueren – einen kleinen Übergang gibt es dort bereits – und wäre ebenfalls am Beginn des Freizeitwegs.

Dass die Straße saniert werden muss, war schon vor zehn Jahren ein Thema. 2012 war die Strecke stärker befahren, weil die L471 wegen Bauarbeiten gesperrt war. Der Leiter des Landesbetriebs Mobilität, Richard Lutz, hatte damals darauf hingewiesen, dass es teurer sei, eine Straße ganz zu entfernen, als sie zu sanieren, weil man sie dann abtragen und die Baustoffe entsorgen müsste. Er sagte damals: „Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, die Straße einzuziehen und zu renaturieren. Doch das kostet tierisch viel Geld und ist wesentlich teurer, als sie zu sanieren.“

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