Contwig / Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel In den Bussen gilt kein Mindestabstand – Vorerst keine weiteren Zusatzbusse in der Südwestpfalz

Der Kreis setzt seit Anfang September zusätzliche Schulbusse ein. Das Foto entstand Anfang September an der IGS Contwig, zeigt a
Der Kreis setzt seit Anfang September zusätzliche Schulbusse ein. Das Foto entstand Anfang September an der IGS Contwig, zeigt aber keinen der sogenannten Verstärkerbusse, sondern eine Fahrt am Nachmittag.

Vorerst wird es im Landkreis Südwestpfalz keine weiteren Zusatzbusse für Schulkinder geben. Das sei derzeit nicht notwendig, sagte Kreissprecher Thorsten Höh auf Anfrage der RHEINPFALZ. Man behalte die Situation aber im Auge, versichert er. Die bereits eingesetzten Zusatzbusse fahren weiter.

Der Kreis hat in den ersten beiden Septemberwochen begonnen, auf besonders stark genutzten Strecken zusätzliche Schulbusse zu den gewohnten Zeiten einzusetzen – zunächst im Bereich Lemberg und Dahn und von Pirmasens zur IGS Thaleischweiler-Fröschen, eine Woche später auch von Zweibrücken an die IGS Contwig und zurück, mittags zudem Althornbach. Die Stadt Zweibrücken hat am Wochenende zudem mitgeteilt, dass es seit Wochenbeginn Zusatzfahrten von Martinshöhe, Dellfeld und Wallhalben nach Zweibrücken gibt, mittags auch von Zweibrücken nach Dellfeld. Diese bestehenden Zusatzfahrten bleiben. Weitere Zusatzbusse wird es vorerst nicht geben. Es sei bisher kein weiterer Bedarf abzusehen, teilte Thorsten Höh am Mittwoch mit.

Laut dem Kreissprecher haben die Busunternehmen QNV und DB Regio Mitte die Fahrgastzahlen gezählt und werden dies auch weiter tun. Die Unternehmen zählten fahrtgenau und über mehrere Schultage hinweg. Es werde auch unterschieden, ob die Kinder und Jugendlichen im Bus sitzen oder stehen müssen. Die Ergebnisse „sind nachvollziehbar und decken sich auch mit unseren Erfahrungswerten. Es gibt insofern keinen Anlass, die Zählungen in Zweifel zu ziehen“, so Höh. Außerdem hat sich der Kreis an den ausgegebenen Schülerjahreskarten orientiert.

Die Zusatzbusse kämen dort zum Einsatz, wo sie ausgehend von den Fahrgastzahlen am dringendsten benötigt werden, erklärt Höh. Bisher sei es nicht notwendig gewesen, die Verstärkerbusse so einzusetzen, dass sie im Anschluss an eine Fahrt noch eine weitere Zusatzfahrt übernehmen können. Keine Rolle spiele auch das Alter der Kinder, also ob vor allem Grundschüler oder eher ältere Kinder transportiert werden. Allerdings versuchen Kreis und Unternehmen, die Kinder nach Schulart zu trennen – etwa Grundschüler ein Bus, weiterführende Schüler der andere Bus.

Die Kreisverwaltung hat zudem die Eltern gebeten, dass – wenn es mehrere Fahrten zu einem Schulstandort und zurück gibt – die Schüler nicht immer morgens den spätesten Bus nehmen und mittags zur Heimfahrt den ersten Bus. Dadurch seien die Busse nicht gleichmäßig ausgenutzt, obwohl es nur um wenige Minuten gehe.

Laut der Corona-Verordnung des Landes gilt in Bussen und Bahnen eine grundsätzliche Maskenpflicht, aber kein Mindestabstand. Demnach dürfen die Kinder tatsächlich im Bus eng beieinander stehen, ohne gegen die Verordnung zu verstoßen. Der Contwiger Gesamtschulleiter Thomas Höchst hatte schon Anfang September darauf hingewiesen, dass dies zu der etwas skurrilen Situation führt, dass die Kinder beim Warten an der Haltestelle Abstand halten und dann im Bus dieselben Kinder teilweise eng an eng stehen und sitzen.

In den ersten Tagen hätten sich vereinzelt auch Eltern beim Kreis gemeldet, dass die Busse überfüllt seien, sagt Höh. Die Eltern seien „häufig auch von den Abstandsregelungen ausgegangen und haben deshalb die Busse als überfüllt angesehen“. Anders gesagt: Sie hätten fälschlicherweise gedacht, dass auch in den Bussen ein Mindestabstand gehalten werden muss. Die Rückmeldungen, die Anlass zu Korrekturen gaben, seien aber in erster Linie direkt von den Unternehmen gekommen. „Diese wurden seitens der Kreisverwaltung bereits im Vorfeld sensibilisiert und gebeten, die Entwicklung der Fahrgastzahlen genau zu beobachten, Zählungen durchzuführen und belastbare Ergebnisse mitzuteilen“, so Kreis-Sprecher Höh.

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