Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Contwig hat seit Freitagabend eine neue Bürgermeisterin – Nadine Brinette tritt ihr Amt an

Freitagabend, kurz nach 19 Uhr: Die erste Beigeordnete Margit Ernst (rechts) überreicht der neuen Bürgermeisterin Nadine Brinett
Freitagabend, kurz nach 19 Uhr: Die erste Beigeordnete Margit Ernst (rechts) überreicht der neuen Bürgermeisterin Nadine Brinette die Ernennungsurkunde.

Nadine Brinette ist neue Bürgermeisterin von Contwig. Die 33-Jährige wurde am Freitagabend in ihr Amt eingeführt, und sie steht nun an der Spitze der mit Abstand größten Gemeinde im Zweibrücker Umland. Was das bedeutet, das verdeutlichte Verbandsbürgermeister Björn Bernhard in Zahlen. Die Beigeordnete Margit Ernst war stolz auf die neue Bürgermeisterin, und die Gemeinde war stolz auf Ernst.

Als Margit Ernst, erste Beigeordnete und damit Stellvertreterin der Bürgermeisterin, Nadine Brinette (CDU) um kurz nach 19 Uhr am Freitagabend den Amtseid abgenommen hatte und sie als neue Bürgermeisterin von Contwig beglückwünschte, da war sie hörbar gerührt: „Alles Gute, mein ehemaliges Kindergartenkind!“, sagte sie – die frühere Leiterin des katholischen Kindergartens, die Ende 2018, nach 45 Dienstjahren, in Ruhestand gegangen war.

Als Margit Ernst im Contwiger Kindergarten anfing, da war Nadine Brinette noch gar nicht geboren: Sie ist 33, und sie bedankte sich in ihrer Antrittsrede bei den Contwiger Wählern, die „einer jungen Frau, die erst kurz in der Kommunalpolitik tätig ist“, am 14. März das Vertrauen geschenkt haben. Sie hatte die Bürgermeisterwahl mit 230 Stimmen Vorsprung gegen David Betz (SPD) gewonnen. Das Wahlergebnis sei Ansporn und Ermutigung zugleich. Brinette danke auch ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihrer Familie für ihre Unterstützung, aber auch David Betz für einen fairen Wahlkampf.

Sie habe bereits mit allen Fraktionsspitzen gesprochen – die ihr auch gratulierten und alles Gute wünschten –, und sie zeigte sich gewiss, dass die Zusammenarbeit klappen wird, zumal es „nur gemeinsam und mit dem notwendigen Respekt“ funktioniere und man sich in vielen Dingen einig sei. Als zwei Punkte für die Zukunft nannte sie den Neubau des Kindergartens, wo man auf die Entscheidung warte, wie es weitergeht, und allgemein den Ausbau der guten Infrastruktur. Ihre kurze Rede hatte sie vorbereitet, aber sie sprach vor den rund 20 Gemeindevertretern und den um die 20 Gästen frei und sicher, ohne von den Karteikarten abzulesen. Dass sie sehr aufgeregt war, wie sie kurz vor der Sitzung im Gespräch mit der RHEINPFALZ zugab, war ihr nicht anzumerken.

Zuvor hatte Verbandsbürgermeister Björn Bernhard ihr die Unterstützung der Verwaltung und ihrer Amtskollegen zugesagt und ihr vor Augen geführt, für was sie nun zuständig ist: für eine Gemeinde mit 5300 Einwohnern, davon 850 unter 18 und 850 über 70, 320 Kindergartenkinder, jedes Jahr 50 Erstklässer und dazu 35 Mitarbeiter – „und das alles im Ehrenamt“. Bernhard fügte an: „Aber ich will dir keine Angst machen.“

Der Verbandsbürgermeister dankte auch Brinettes Amtsvorgänger Karlheinz Bärmann für 45 Jahre Engagement in der Kommunalpolitik – als Bürgermeister, Beigeordneter und Mitglied im Gemeinde- und im Verbandsgemeinderat. Bärmann, der zwölf Jahre lang Bürgermeister war, hatte im Herbst seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Verbandsbürgermeister Bernhard dankte auch Margit Ernst, die die Gemeinde seit Jahresanfang geführt hatte. Ihn habe erstaunt, „mit welchem Elan du an die Dinge rangegangen bist“. Gefühlt habe sie Bauamtsleiter Wilfried Lauer in diesem Vierteljahr häufiger gesehen als ihren Ehemann Roland. Jetzt verstehe er, warum die Contwiger ihre Beigeordnete so nennen, wie es schon all die Kindergartenkinder taten – und wie es Nadine Brinette auch noch mal tat: „Tante Margit.“

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