Hauenstein
Abgelehnte Paddelweiher-Golden-Gate-Bridge: Warum der ehemalige Ortschef nachkartet
Gegen die Stimmen der CDU beschloss der Rat, Angebote für einen Schwimmsteg einzuholen. Vor der Kommunalwahl war sich der Rat bereits einig, einen architektonisch auffälligen Steg mit Stahlseilaufhängung, optisch angelehnt an die Golden Gate Bridge, zu realisieren. Nach der Wahl brachte die neue Mehrheit im Rat diese Lösung zu Fall und will nun einen Schwimmsteg realisieren, der viel günstiger und optisch der Situation angepasster sein soll. Eine Vorgehensweise, die den früheren Ortsbürgermeister und jetzigen Oppositionsführer Michael Zimmermann erzürnt. In der Ratssitzung am Mittwoch verwies er noch mal auf die früher einstimmig gefassten Beschlüsse für den Steg mit Pylon und Stahlseilen, der nach einer ersten Schätzung 89.000 Euro kosten sollte.
„Jetzt soll es ein ordinärer Schwimmsteg sein“, kritisierte Zimmermann, der sich das Projekt als Aushängeschild für den Ort vorstellen kann. Viele Touristen kämen zum Paddelweiher, der mit dem Pylonsteg viel attraktiver wäre als mit einem Schwimmsteg. „Ich bin enttäuscht, wie mit der Vorarbeit des Rates umgegangen wird“, monierte Zimmermann, der zudem Zweifel an der Kostenschätzung für den Schwimmsteg anmeldete. Die vom jetzigen Ortsbürgermeister Steffen Mellein (Wählergruppe Hääschde) präsentierten 41.000 Euro werden nicht reichen, schätzt Zimmermann. Zudem sei der Schwimmsteg mit einer Fläche von zwölf mal vier Metern viel zu groß. Das sieht Andreas Wilde (SPD) genauso. Er monierte außerdem, dass für die Pylon-Lösung schon 15.000 Euro an Planungskosten investiert wurden, die mit dem Kurswechsel der neuen Gemeindeführung „versemmelt“ worden seien.
Paddelweiher Pächter diskutiert fleißig mit
„Wir brauchen mitten im Pfälzerwald kein Bauwerk dieser Art“, meinte Mellein. Der jetzt präsentierte Schwimmsteg sei von einem Architekten inklusive Statik kalkuliert worden. Die Ausführung werde ähnlich dem Steg, der in der Nähe vom Biosphärenhaus Fischbach in einem Weiher zu finden sei. „Das ist ein hochwertiger Steg, der sicher noch billiger zu haben ist“, zeigt sich Mellein zuversichtlich. Stefan Kölsch (Grüne) mahnte zur Eile. Schon in der kommenden Saison sei eine Lösung hier nötig, damit der Bootsverleih sicher betrieben werden könne. „Das ist kein Aushängeschild, wie es jetzt aussieht“, so Kölsch.
Im Gemeinderat diskutierte Mellein zum Steg die ganze Zeit mit und stimmte auch später für den Schwimmsteg, der mit elf Ja-Stimmen gegen die sechs CDU-Stimmen angenommen wurde. Einen Grund für Befangenheit kann Mellein nicht erkennen. „Ich habe da kein Bauchweh und wenn die Opposition nichts sagt, ist es ja in Ordnung“, antwortete Mellein auf die Frage der RHEINPFALZ, ob er als neuer Pächter der Paddelweiher-Gaststätte da nicht befangen sein könnte.
Für den Schwimmsteg sollen nun drei Angebote eingeholt werden und auch für die Treppe zum Steg. Danach geht das Projekt nochmal in den Gemeinderat.