Hauenstein
Paddelweiher: Schwimmsteg statt Golden Gate Bridge
Der frühere Ortsbürgermeister Michael Zimmermann (CDU) hatte die Idee eines Stegs präsentiert, die Assoziationen an die Golden Gate Bridge von San Francisco erwecken könnte. Ohne das Wasser zu berühren, sollte der Steg vom Ufer auf den Paddelweiher führen. Die Idee war, dass der Steg von Stahlseilen gehalten wird, die an einer großen Säule am Ufer befestigt sind. Mehr als 80.000 Euro hätte der Pylonsteg gekostet. Dazu wären noch 20.000 Euro für eine neue Treppe zum Steg gekommen, womit das Projekt rund 100.000 Euro gekostet hätte. Dem neuen Ortsbürgermeister Steffen Mellein (WG Hääschde) war das zu teuer. Obwohl der Rat im April vergangenen Jahres den Pylonsteg schon auf den Weg gebracht hatte, soll er nun doch nicht kommen.
Mellein warnte in der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung vor einer langen Genehmigungsphase, da im Zehn-Meter-Bereich am Wasser immer eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig sei – und die könne Jahre benötigen. Ein einfacher Schwimmsteg, wie er im Dahner Tal an mehreren Stellen zu finden sei, könne schneller umgesetzt werden, da mit den Genehmigungen schneller zu rechnen sei, argumentierte Mellein. Dann seien die Kosten ein weiterer Faktor, die bei einem Schwimmsteg deutlich geringer seien. Genaue Zahlen nannte Mellein in der Sitzung nicht, aber allein die Planungskosten für den Pylonsteg würden ausreichen, um einen Schwimmsteg zu realisieren, schätzte er.
Einige Unklarheiten bei großer Lösung
Zimmermann versuchte in der Sitzung, seine Pylonidee noch zu retten und appellierte an die Gemeindeführung, doch den Förderantrag zu stellen, der bis zu 80 Prozent der Kosten einsparen könnte. „Die große Lösung wäre ein Touristenmagnet. Das Geld für den Pylon kriegen wir wieder rein durch die vielen Besucher“, ist Zimmermann überzeugt. Andreas Wilde (SPD) betonte den Vorteil des Pylons, weil dafür der Weiher nicht abgelassen werden müsse. „Da wissen wir nicht, was wir noch finden würden.“ Er fragte, wieso der Rat lange debattiere, Beschlüsse fasse und dann doch nichts realisiert werde.
Bedenken wegen der großen Lösung äußerte Andreas Knurr von der Tiefbauabteilung der Verbandsgemeinde. In einem Naturraum wie dem Paddelweiher sollte so wenig Stahl wie möglich verbaut werden. „Das passt einfach nicht ins Landschaftsbild“, argumentierte Knurr. Außerdem sei unklar, wie groß die Fundamente für den massiven Pylon sein müssten. Die Idee eines Pylonstegs passe an den Boden- oder Bostalsee, aber nicht an ein Gewässer wie den Paddelweiher, monierte auch Manfred Seibel (Grüne). Sein Parteikollege, Beigeordneter Stefan Kölsch, mahnte zur Eile, da der aktuelle Steg regelmäßig unter Wasser stehe und gefährlich sei. Wer den Pylon weiterverfolge, riskiere, dass sich frühestens 2026 etwas ändere. „Das kann nicht noch ein weiteres Jahr so bleiben“, ergänzte Kölsch.
Mit neun Ja-Stimmen – diesen standen acht Gegenstimmen aus CDU und SPD gegenüber – wurde die Lösung mit Schwimmstegen beschlossen.