Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Ab Januar zehn Ausbildungsplätze für junge Ärzte

Mit dem Portal Hallo Doc wirbt der Landkreis um junge Mediziner.
Mit dem Portal Hallo Doc wirbt der Landkreis um junge Mediziner.

Im Landkreis gibt es bereits einen Fachärztemangel. Die Situation bei den Hausärzten spitzt sich altersbedingt zu, weil es keine Nachfolger gibt. Der Landkreis schaffe Anreize für Mediziner, die großen Weichen müsse aber das Land und die Kassenärztliche Vereinigung stellen, sagte Landrätin Susanne Ganster.

„Die Verbesserung der ärztlichen Versorgung fällt nicht in unsere Zuständigkeit“, betonte Landrätin Susanne Ganster in dieser Woche beim RHEINPFALZ-Redaktionsgespräch. „Wir sind das Sprachrohr der Bürger“, ergänzte sie. Deshalb engagiere sich der Kreis, wenn es um die Sicherung der medizinischen Versorgung gehe. Zuletzt zeichneten der Leiter des Gesundheitsamtes, Heinz Ulrich Koch, und Teilnehmer der Pflegekonferenz ein düsteres Zukunftsbild. Dass die Situation in der Südwestpfalz, Koch spricht bereits von einer Unterversorgung, von außen anders gesehen werde, stellte Ganster heraus. „Die, deren Aufgabe es ist, haben einen anderen Blick auf die Situation“, sagte die Landrätin und ergänzte: „Die Kassenärztliche Vereinigung sieht uns noch nicht unterversorgt.“

Zwar könne der Landkreis in kleinerem Umfang Anreizprogramme auflegen, „wir können aber einem Arzt kein Geld bieten, damit er sich hier niederlässt“, betonte Ganster. Jeder Arzt sei ein Privatunternehmer, der eine unternehmerische Entscheidung treffe. Der Landkreis habe mit „Hallo Doc“ eine Plattform geschaffen, um die Vorzüge der Region für junge Mediziner darzustellen und über die Möglichkeiten in der Südwestpfalz informiert. So sei im Kreis durch das Zusammenwirken von Krankenhäusern und Arztpraxen eine Verbundweiterbildung möglich. „Es ist uns gelungen, Nachbesetzungen von Praxen zu vermitteln, ansonsten wären diese Arztsitze weg“, bemerkte die Landrätin. „Das war aber nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein“, ergänzte sie.

Bridge-Projekt als Baustein

Ganster hofft, dass das Bridge-Projekt – ein Traineeprogramm für ausländische Ärzte im ländlichen Raum, das im Januar beginnt und über 28 Monate läuft – Erfolge wie in Niedersachsen zeigt. „Wir bereiten zehn Plätze für die beiden Städte und den Landkreis vor“, sagte sie. Das Bridge-Projekt sei ein Baustein auf dem Weg, die medizinische Versorgung zu sichern. „Das Land will uns dabei auch unterstützen“, bemerkte Ganster.

Die Landrätin verwies darauf, dass es andernorts auch Eigeninitiativen von Ärzte gebe. Im Eifelkreis Bitburg haben Ärzte Genossenschaften gegründet, etwa die medicus Eifler Ärzte eG. Diese können Ärzte anstellen. Das würde jungen Medizinern den Einstieg in den Beruf erleichtern, ohne das wirtschaftliche Risiko einer Selbstständigkeit eingehen zu müssen. Im Dahner Felsenland wird ein Konzept zur Gründung eines Ärztehauses entwickelt, bei dem die Stadt Dahn und die Verbandsgemeinde im Boot sind.

x