Landau / SÜW RHEINPFALZ Plus Artikel Landtagswahl: Das verspricht sich die CDU von ihrer Kandidatin Claudia Braun

Claudia Braun tritt bei den Landtagswahlen für die CDU im Wahlkreis 50 an.
Claudia Braun tritt bei den Landtagswahlen für die CDU im Wahlkreis 50 an.

CDU-Mitglieder aus Landau und dem nördlichen Landkreis haben Claudia Braun als Kandidatin für die Landtagswahl gekürt. Vier Stimmen waren entscheidend.

Die CDU-Mitglieder aus Landau sowie aus dem Raum Edenkoben und Maikammer beschworen am Donnerstagabend Einigkeit. Nur gemeinsam könnten sie es schaffen, bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr etwas zu reißen. Ziel soll es sein, in die Regierungsverantwortung zu kommen. Und diese Harmonie, die man sich wünschte, diese Aufbruchstimmung, die man für den Wahlkampf erzeugen wollte, war bei der Mitgliederversammlung in der Nußdorfer Turn- und Festhalle spürbar.

An dem Ort, an dem Europaabgeordnete Christine Schneider vor 30 Jahren zur Landtagskandidatin gewählt wurde, wie sie anmerkte, und nun durch den Abend führte, dabei die Regularien zur Abstimmung gekonnt schnell herunterspulte. Um sich am Ende ja nicht anhören zu müssen, Europa, genauer die politischen Gremien der EU, seien langsam.

CDU: Die Qual der Wahl

Gespalten waren die Anwesenden bei der Frage, wer denn ihre Partei im Wahlkreis 50 vertreten soll: Sollten sie Claudia Braun aus Edesheim das Vertrauen schenken sollten? Die 40-Jährige ist seit Langem mit der CDU verbunden und habe als Kind gerne mit den Stiften gemalt, auf denen die CDU für sich warb. Aber sie wäre im Landesparlament sozusagen eine Quereinsteigerin, weil sie anders als ihr Mitbewerber Oliver Blanz aktuell kein politisches Amt bekleidet. Der 34-Jährige ist im Landauer Stadtrat, ebenso Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Landau. Ein Sprung auf die nächste politische Bühne traue er sich zu, so Blanz.

Zwischenzeitlich aus Partei ausgetreten

Nach ihrem Engagement bei der Jungen Union war Braun 2012, als sie berufsbedingt nach Hannover zog und dann auch weltweit unterwegs war, aus der Partei ausgetreten. Weil sie keine Zeit gehabt hätte, sich zu engagieren, und sie auch keine Karteileiche sein wollte. Nach den jüngsten Wahlen auf kommunaler Ebene und Bundesebene, die sie zum Teil erschreckt hätten, entschied sie sich für den Wiedereintritt.

Claudia Braun (Zweite von links) dankte nach der Abstimmung für den Vertrauensvorschuss. Es gratulierten (von links) Landtagsabg
Claudia Braun (Zweite von links) dankte nach der Abstimmung für den Vertrauensvorschuss. Es gratulierten (von links) Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der CDU SÜW, Sven Koch, Europaabgeordnete Christine Schneider und Mitbewerber Oliver Blanz.

Weil Braun BWLerin ist, bei der BASF in verantwortungsvoller Funktion tätig ist, dort in der Abteilung Forschung und Entwicklung als Controllerin über Millionen-Beträge mitentscheidet, verspricht man sich in der CDU von ihr neue Impulse. Von einer Frau, die aus eigener Erfahrung sagen könne, was Unternehmer jetzt bräuchten, damit die Wirtschaft wieder angekurbelt werden könne. Dies wurde bei den Wortmeldungen deutlich.

Innere Sicherheit und Familienthemen

Wobei andere Christdemokraten in Blanz einen Hoffnungsträger sehen, da er bewiesen habe, dass er Wahlkampf machen, die Gruppe einen könne. Bei dem die innere Sicherheit Teil seiner DNA ist, wie er selbst bei seiner Vorstellung sagte, da er hauptberuflich bei der Polizei beschäftigt ist. Da kommt es nicht von ungefähr, dass der 34-Jährige ankündigte, bei einem Einzug in den Landtag vor allem die Blaulichtfamilie stärken zu wollen. Auch ein „starker ländlicher Raum“ liege ihm am Herzen. Denn Landau brauche die Menschen aus dem Umland und umgekehrt. Und dem Weinbau „als Teil unserer Identität“ würde er sich auch widmen.

Bei Claudia Braun überraschte es wiederum nicht, dass sie als verheiratete Mutter zweier Kinder im Alter von 5 und 8 Jahren gerade die Familienthemen im Blick hat, zum Beispiel über die Zahl der Unterrichtsausfälle in der Schule klagte. Sie ist auch deshalb mit Müttern und Vätern vernetzt, da sie in Edesheim Vorsitzende des Fördervereins Kinder und Jugend ist, der rund 600 Mitglieder habe und sich in das Geschehen im Ort einbringe, statt nur zuzuschauen. „Ich kandidiere für unsere Region, weil Politik endlich die Realität sehen muss, statt aufzuschieben: Familien brauchen Verlässlichkeit, Betriebe weniger Bürokratie und Kinder echte Bildungschancen“, fasste die 40-Jährige ihre Motivation zur Kandidatur zusammen.

Wer sind die Mitbewerber?

Am Ende war das Wahlergebnis denkbar knapp. Zwei der 196 Wahlberechtigten waren unentschlossen, sie enthielten sich. Weil Claudia Braun aus Edesheim 98 Stimmen und damit zwei mehr als Mitbewerber Oliver Blanz erhielt, machte sie das Rennen. Der Landauer wurde anschließend als B-Kandidat gewählt. Wobei beide vorab betonten, sich unabhängig vom Wahlausgang als Team zu verstehen. Gemeinsam mit den restlichen Parteimitgliedern.

Im Wahlkreis 50 haben andere Partei auch schon ihre Kandidaten gefunden. Bereits im März legten sich die SPD darauf fest, sie möchten den Dammheimer Florian Maier weiter im Landtag sitzen sehen. Volle Rückendeckung gab es auch für Lea Heidbreder. Sie ist die Direktkandidatin der Grünen. Die FDP vermeldete kürzlich, dass sie den 26-jährigen Freimersheimer Leonardo Metz ins Rennen schicken wird. Die Landtagswahl ist für den 22. März 2026 terminiert.

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