Rhodt RHEINPFALZ Plus Artikel Eichplatz: Wohnanlage am Dorfzentrum?

Links der Durlacher Hof und rechts das Eichhaus am Rhodter Dorfmittelpunkt. Im Hintergrund, auf dem Areal Harteneck, ist eine Wo
Links der Durlacher Hof und rechts das Eichhaus am Rhodter Dorfmittelpunkt. Im Hintergrund, auf dem Areal Harteneck, ist eine Wohnanlage geplant.

Im Rhodter Dorfzentrum stehen Veränderungen an. Die Gemeinde wünscht sich am Eichplatz unter anderem eine neue Gastronomie. Wieder auf dem Tisch liegt auch der Bau einer Wohnanlage. Das Projekt war in der Vergangenheit nicht unumstritten.

In direkter Nachbarschaft zum Durlacher Hof und zum Eichhaus in Rhodt soll ein Wohnkomplex entstehen. Das ist seit zwei Jahren bekannt. Nachdem das Projekt insbesondere von der Nachbarschaft kritisch bewertet worden war, ruhten die Gespräche zwischen den Verantwortlichen der Gemeinde und dem Investor aus Altrip. Für Ortsbürgermeister Armin Pister (FWG) ist nun der Zeitpunkt gekommen, um eine zweite Gesprächsrunde einzuläuten.

Wie Pister berichtet, werden zunächst Punkte gesammelt, die aus Sicht der Gemeinde beachtet werden sollten. „Wir müssen etwa erörtern, welche Probleme es gibt und welche Kompromisse wir eingehen müssen“, sagt der Dorfchef. Die Bürger sollen bei der nun begonnenen Vorberatung mit eingebunden werden. Das sehe das Bauleitverfahren vor. Doch bislang wurden die Diskussionen im Ort teils sehr emotional geführt.

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Tiefgarage oder oberirdische Parkfläche?

Nachbarn befürchteten unter anderem, dass der vorgesehene Wohnblock optisch nicht zum Weindorf passe. Damals war die Rede von 22 bis 24 Wohnungen, die östlich des Eichplatzes, genauer gesagt auf dem Areal Harteneck, entstehen sollten. Dort steht derzeit noch ein Gebäude, das einst das Weincafé Künstlerhof beherbergte. Zum Grundstück gehöre zudem eine Halle im rückwärtigen Bereich des Objektes. Auf diesem privaten Areal kann sich die Gemeinde zwischen 16 und 22 Wohneinheiten vorstellen. Diese Zahl wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zwar genannt, ist aber nicht in Stein gemeißelt.

Die Parkplätze für die Bewohner sollten nach der ursprünglichen Planung in einer Tiefgarage geschaffen werden. Angesichts der zunehmenden Unwetterschäden wie Starkregen und Hochwasser sollten Alternativen berücksichtigt werden. „Wir haben die Bilder aus dem Norden des Landes im Kopf. Bei uns fließt der Leißelbach, der noch untersucht wird. Wir möchten uns nicht ausmalen, was passiert, wenn es zu Rohrbrüchen kommt und Kanäle vollaufen“, betont Pister. Statt einer unterirdischen Anlage könnten die rund 30 Stellplätze beispielsweise auch im rückwärtigen Bereich des Gebäudes entstehen. Dort sei derzeit noch eine Grünfläche.

Ideen für Verkehrsführung

Ein Knackpunkt wird allerdings die Verkehrsführung sein. Um Spielraum zu haben, sind laut Pister Gespräche mit zwei benachbarten Grundstückseigentümern nötig. Denkbar sei es nämlich, die Zufahrt zur Wohnanlage von Osten her zu gestalten. Dadurch soll verhindert werden, dass der Eichplatz von der Weinstraße kommend befahren werden muss. Die aktuelle Verkehrsführung wäre auch aus anderen Gesichtspunkten betrachtet kontraproduktiv. Die Gemeinde möchte das Dorfzentrum nämlich beleben.

So wird derzeit nach einem Investor für das benachbarte Eichhaus gesucht, in dessen Erdgeschoss eine Gastronomie Einzug halten soll. Der Wirt könnte den Eichplatz als Außenbereich nutzen, so weit die Idee. Darüber hinaus möchte Pister einen Wochenmarkt im Dorfmittelpunkt etablieren.

Wochenmarkt auf dem Eichplatz?

Ein Planungsbüro wird nun Modelle entwerfen, welche die Vorstellungen des Gemeinderates aufgreifen. Pister spricht mit dem Investor, die Ostermayer Wohnbau GmbH aus Altrip. „Wir müssen uns austauschen, da können wir nicht einfach unsere Ideen ihm vor die Nase setzen.“ Erste Gespräche seien konstruktiv verlaufen.

Trotz mehrfacher Anfrage war der Investor für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In der Vergangenheit war auch von altersgerechten Wohnungen die Rede. Das bestätigt Gemeinderatsmitglied Torsten Engel (CDU), der in der ersten Gesprächsrunde noch als Dorfchef fungierte. Die Nachfrage gibt es. Gegenüber der Verwaltung haben ältere Bürger bereits signalisiert, ihr Haus für eine kleinere Wohnung aufzugeben zu wollen. Generell seien Mietwohnungen in Rhodt rar gesät, meint Engel.

Zwar hat die Gemeinde Zeit verloren, das Projekt voranzutreiben, was Engel kritisiert. Sie habe sich zwar abgesichert, dass vorerst keine Fakten geschaffen werden. Die Frist gilt aber nur noch bis Frühjahr 2022. Pister ist jedoch überzeugt, dass sie bei Bedarf wegen Corona wohl auch ein drittes Mal verlängert werden könnte.

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