Schönenberg-Kübelberg / Waldmohr RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Anmeldungen als Plätze: Behörde lehnt Schulerweiterung dennoch ab

Am Standort Schönenberg-Kübelberg der IGS sind die Klassenstufen sieben bis 13 untergebracht. Die jüngeren Schüler fahren nach W
Am Standort Schönenberg-Kübelberg der IGS sind die Klassenstufen sieben bis 13 untergebracht. Die jüngeren Schüler fahren nach Waldmohr.

Im Dezember hatte der Landkreis Kusel die Erweiterung der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr um zwei Klassen beim Land beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt. Glücklich ist der Kreis als Schulträger damit nicht.

Die IGS Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr wird am Standort Schönenberg-Kübelberg zwar umfassend energetisch saniert, mit dem Ausbau der Kapazität sieht es jedoch schlecht aus: Einem Antrag des Landkreises Kusel zur Erweiterung der Schule von vier auf sechs Parallelklassen ist nicht stattgegeben worden. Die zuständige Landesbehörde, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mit Sitz in Trier, hat die Erhöhung der sogenannten Zügigkeit abgelehnt. Die Anzahl der Parallelklassen eines Jahrgangs nennt man Zug. Die IGS ist eine vierzügige Schule. Ihr Träger ist der Kreis.

In einem Schreiben der ADD an die Kreisverwaltung ist zu lesen: „Nach Rücksprache mit dem Bildungsministerium ist eine höhere Zügigkeit für die Schulform IGS grundsätzlich nicht vorgesehen.“ Aus organisatorischen und pädagogischen Gründen seien Integrierte Gesamtschulen in Rheinland-Pfalz in der Regel vierzügig.

„Nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel“

Im vergangenen Jahr mussten in der Anmeldephase 40 Kinder abgelehnt werden – so viele wie nie zuvor. Die Folge: Etliche Schülerinnen und Schüler aus dem Süden des Landkreises müssen eine weiterführende Schule außerhalb des Kreises besuchen und längere Fahrtwege in Kauf nehmen. Die ADD schreibt jedoch: „Dass an Integrierten Gesamtschulen die Anzahl der Anmeldungen die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze übersteigt, also Ablehnungen erfolgen müssen, ist im Land nicht ungewöhnlich, sondern eher die Regel.“ Es gebe Schulen mit mehr Ablehnungen. Auch die längeren Fahrtwege seien nichts Unübliches.

Die Behörde bezweifelt zudem einerseits, dass die IGS die Sechszügigkeit auf Dauer halten kann. Andererseits wäre es, so die ADD, „auch schwierig, wenn bei Sechszügigkeit die Anmeldungen die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze überschritten“. Dann wäre wieder ein Auswahlverfahren nötig. Zwischen den Zeilen ist außerdem zu lesen, dass auch eine Fünfzügigkeit aus Sicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion nicht infrage kommt: „Integrierte Gesamtschulen brauchen jedoch aufgrund der äußeren Fachleistungsdifferenzierung eine gerade Anzahl an Klassen, bei der zwei Schwesterklassen ,gekreuzt’ werden.“

Schulleiter: Weniger Ablehnungen zu befürchten

Die Kreisverwaltung ist über die Ablehnung der ADD ganz und gar nicht glücklich, wie sie auf Anfrage der RHEINPFALZ mitteilt: „Wir sind damit sehr unzufrieden und werden die Sache so nicht stehenlassen“, heißt es aus dem Vorzimmer von Landrat Otto Rubly. Der Kreis wolle sich weiterhin für die Erweiterung der Zügigkeit einsetzen.

Schulleiter Uwe Steinberg ist nach eigenen Angaben nicht überrascht. „Ich habe es so erwartet“, sagt er. „Tatsächlich ist es so, dass fast alle Integrierten Gesamtschulen Schüler ablehnen müssen“, fügt er hinzu. „Und natürlich tut uns das weh, wenn wir selbst viele Schüler ablehnen müssen, weil wir durchaus das Problem sehen, dass Kinder dann weiter fahren müssen.“ An der IGS stehe jedoch dieses Jahr im Vergleich zu 2024 keine derart hohe Ablehnungszahl mehr zu befürchten. „Das ist immer von der Stärke des Jahrgangs abhängig“, sagt Steinberg.

Steinberg liegt etwas anderes am Herzen

Die Schule habe den Antrag auf Sechszügigkeit, den der Kreis forciert habe, unterstützt, erklärt der Schulleiter. „Ich selbst denke, dass eine Fünfzügigkeit die beste Lösung wäre.“ Er sei sich nämlich auch nicht sicher, ob sechs Parallelklassen langfristig Bestand hätten. Vielmehr liegt der Schule laut Steinberg jedoch am Herzen, dass die zwei Standorte der IGS in naher Zukunft zentral zusammengeführt werden – nämlich in Schönenberg-Kübelberg. „Das wäre auch organisatorisch ein Riesenvorteil, weil zum Beispiel die Lehrer flexibler einsetzbar sind.“

Zum anderen sei auch das Korrektiv durch ältere Schüler gegeben: „Wenn ältere und jüngere Schüler an einem Standort zusammen sind, funktioniert die Vorbildwirkung besser.“ Zurzeit sind die fünften und sechsten Klassen am Standort Waldmohr untergebracht, die restlichen Klassenstufen in Schönenberg-Kübelberg.

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